Seagate, Strategiewechsel

Seagate: 8,5-Prozent-Rutsch nach Strategiewechsel

18.05.2026 - 22:08:39 | boerse-global.de

Seagate setzt auf Optimierung bestehender Werke statt Expansion. Die Aktie fällt nach Analystenabstufung und Insiderverkäufen deutlich.

Seagate: 8,5-Prozent-Rutsch nach Strategiewechsel - Foto: über boerse-global.de
Seagate: 8,5-Prozent-Rutsch nach Strategiewechsel - Foto: über boerse-global.de

Hohe Nachfrage, aber keine neuen Fabriken – Seagate Technology setzt auf Effizienz statt auf Expansion. CEO Dave Mosley dämpfte die Erwartungen an einen massiven Ausbau der physischen Infrastruktur. Anleger reagierten enttäuscht auf die Signale des Managements.

Der Konzern verzichtet bewusst auf den Bau neuer Fertigungsstätten, um den aktuellen Nachfrageschub zu bedienen. Mosley betonte, dass neue Fabriken zu kostspielig seien und die Errichtung zu lange dauere. Stattdessen liegt der Fokus darauf, die bestehenden Kapazitäten zu optimieren und mehr Speicherkapazität aus den vorhandenen Anlagen zu gewinnen.

Fokus auf HAMR-Technologie

Trotz der Absage an neue Standorte hält das Unternehmen an seinen Wachstumszielen fest. Das Management strebt eine jährliche Wachstumsrate im mittleren 20-Prozent-Bereich an. Treiber dieser Entwicklung soll vor allem die steigende Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz sein.

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Technologisch setzt Seagate dabei voll auf die Mozaic-Plattform. Diese nutzt die sogenannte HAMR-Technik (Heat-Assisted Magnetic Recording). Bis Ende 2026 soll die vierte Generation dieser Plattform zum dominierenden Produkt im Portfolio aufsteigen. Für Ende 2027 plant der Konzern bereits die Einführung der nächsten Stufe mit Kapazitäten von bis zu 50 Terabyte pro Laufwerk.

Analysten mahnen zur Vorsicht

Die Börse quittierte die Strategie mit deutlichen Abschlägen. Das Papier verlor am Montag rund 8,5 Prozent an Wert und notiert aktuell bei 626,00 Euro. Damit korrigiert die Aktie nach einer starken Kursrallye, die seit Jahresbeginn ein Plus von über 150 Prozent einbrachte.

Analysten von Morningstar stuften den Titel parallel dazu auf zwei Sterne herab. Sie beziffern den fairen Wert auf rund 680 US-Dollar und sehen die Aktie damit als überbewertet an. Insiderverkäufe aus der Führungsebene im Wert von über 12 Millionen US-Dollar drückten zusätzlich auf die Stimmung.

Im Oktober 2026 steht zudem eine personelle Veränderung im Board an. Der langjährige Direktor Mike Cannon wird nicht zur Wiederwahl antreten. Bis zu seinem Ausscheiden muss das Management belegen, dass die Strategie der Effizienzsteigerung ausreicht, um im Wettbewerb um KI-Datenspeicher zu bestehen.

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