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Scottish Mortgage: SpaceX-Anteil steigt auf 19,3%

27.05.2026 - 04:02:32 | boerse-global.de

Starke Nachfrage führt zu Aktienausgabe über dem Nettoinventarwert. SpaceX-Bewertung und KI-Euphorie treiben den Trust an.

Scottish Mortgage: SpaceX-Anteil steigt auf 19,3% - Foto: über boerse-global.de
Scottish Mortgage: SpaceX-Anteil steigt auf 19,3% - Foto: über boerse-global.de

Scottish Mortgage dreht die Kapitalstrategie um. Nach Jahren massiver Rückkäufe gibt der Trust wieder neue Aktien aus. Der Grund ist ungewöhnlich klar: Die Nachfrage ist so stark, dass die Aktie über dem Nettoinventarwert handelt.

Damit ändert sich die Logik des Papiers. Aus dem Kampf gegen den Abschlag ist ein Management des Aufschlags geworden. Kein Wunder, dass der Markt genau hinschaut.

Vom Rückkauf zur täglichen Ausgabe

Erstmals seit fast fünf Jahren platziert Scottish Mortgage wieder neue Aktien. Vor rund zwei Jahren hatte der Trust noch etwa 3 Milliarden Pfund in Rückkäufe gesteckt, um den Abschlag zum Nettoinventarwert zu verringern.

Am 22. Mai gab Scottish Mortgage 2.250.000 Aktien aus dem Bestand aus. Der Preis lag bei 1.496,62 Pence je Aktie und damit über dem Nettoinventarwert.

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Nach der Transaktion hielt der Trust noch 379.614.074 Aktien im eigenen Bestand. Die Zahl der ausgegebenen Aktien stieg auf 1.105.166.806 Stück.

Seit Mitte Mai folgt fast an jedem Handelstag eine neue Platzierung. Das ist mehr als ein technischer Vorgang. Der Trust nutzt die hohe Nachfrage, statt weiter Kapital in Rückkäufe zu stecken.

Der Kurs spiegelt diese Wende. Gestern schloss die Aktie bei 17,89 Euro, nach 7,41 Prozent Plus in 30 Tagen und 28,83 Prozent seit Jahresanfang.

KI-Euphorie trägt den Aufschlag

Der Aufschlag zum Nettoinventarwert liegt inzwischen bei 6,5 Prozent. Rund 40 Prozent des Portfolios stecken in nicht börsennotierten Unternehmen, darunter ByteDance, Stripe und Anthropic.

Gerade diese privaten Beteiligungen treiben den Reiz des Trusts. Viele Investoren kommen über Scottish Mortgage an Wachstumsfirmen heran, die sonst schwer zugänglich sind. Das erhöht aber auch die Bedeutung interner Bewertungen.

Die größten börsennotierten Positionen zum Ende des ersten Quartals waren:

  • TSMC: 5,72 Prozent
  • MercadoLibre: 3,99 Prozent
  • Amazon: 3,56 Prozent
  • ASML: 3,22 Prozent
  • Nvidia: 3,17 Prozent

Ein neuer Kurstreiber ist Arm Holdings. Die Aktie des Chipdesigners sprang in einer Woche um 46,5 Prozent auf 306,51 Dollar. Seit Jahresanfang summiert sich das Plus auf 180 Prozent.

Bernstein blieb bei seiner Kaufempfehlung und nannte ein Kursziel von 300 Dollar. Die Analysten verweisen auf die Aussicht, dass sich der Gewinn bis 2030 verfünffachen könnte.

TD Cowen erhöhte ebenfalls das Kursziel. Die Begründung: mehr als 2 Milliarden Dollar an Kundenaufträgen für KI-Chipdesigns und ein Gewinnsprung von 49 Prozent im Schlussquartal.

Nvidia liefert einen weiteren Schub. Der Konzern meldete im ersten Quartal einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 85 Prozent und einen neuen Rekord. Dazu kamen ein aggressives Rückkaufprogramm und eine deutlich höhere Dividende.

SpaceX rückt ins Zentrum

Die wichtigste Einzelposition bleibt SpaceX. Scottish Mortgage hob die Bewertung der Beteiligung an, wodurch der Nettoinventarwert zum 31. März auf 1.316,12 Pence je Aktie stieg.

Nach der Anpassung machte SpaceX 19,3 Prozent des Gesamtvermögens aus. Ende Februar lag der Anteil noch bei 15,4 Prozent.

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SpaceX hat detaillierte Finanzzahlen bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Das nährt Erwartungen an eine Nasdaq-Notiz unter dem Kürzel „SPCX“ am 12. Juni.

Die mögliche Bewertung reicht bis zu 1,75 Billionen Dollar. Scottish Mortgage bewertet den Anteil derzeit auf Basis von 1,25 Billionen Dollar. Ende März entsprach die Position rund 3 Milliarden Pfund.

Damit hängt ein großer Teil der nächsten Neubewertung an SpaceX. Ein starkes Börsendebüt könnte den Aufschlag stützen. Eine schwächere Platzierung würde dagegen die Bewertungslogik des Trusts belasten.

Dividende bleibt Nebensache

Die Hauptversammlung findet am 2. Juli in Edinburgh statt. Dort steht eine Schlussdividende von 2,79 Pence je Aktie zur Abstimmung, was einer Rendite von nur 0,32 Prozent entspricht.

Das passt zum Profil von Scottish Mortgage. Der Trust ist kein Einkommenspapier, sondern ein Vehikel für globale Wachstumswerte. Knapp 60 Prozent des Vermögens hängen am US-Markt.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 16,2 Milliarden Pfund und Gesamtvermögen von 16,7 Milliarden Pfund bleibt Scottish Mortgage der größte globale Aktien-Investmenttrust Großbritanniens. Bis zur SpaceX-Notiz und zur Hauptversammlung dürfte vor allem der Aufschlag zum Nettoinventarwert zeigen, wie belastbar die neue Nachfrage wirklich ist.

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