Scottish Mortgage: SpaceX-Anteil auf 21 Prozent gestiegen
06.06.2026 - 10:21:49 | boerse-global.de
Ein einziges Unternehmen dominiert plötzlich das Portfolio. Scottish Mortgage hat die Bewertung für SpaceX massiv angehoben. Der Anteil am Gesamtvermögen springt auf 21 Prozent. Das Klumpenrisiko sorgt am Markt für Nervosität. Die Aktie verlor am Freitag fast vier Prozent und schloss bei 17,10 Euro.
Der Börsengang blockiert Gewinne
Am 12. Juni wagt SpaceX den Sprung an die Börse. Der Ausgabepreis liegt bei 135 US-Dollar je Aktie. Diese Neubewertung katapultiert das Raumfahrtunternehmen zur mit Abstand größten Position des britischen Investmentfonds.
Ein direkter Geldregen bleibt allerdings aus. Altaktionäre unterliegen einer üblichen Sperrfrist von 90 bis 180 Tagen. Die Folge: Scottish Mortgage kann die Anteile nach dem Börsengang vorerst nicht zu Geld machen. Die Performance hängt damit am Tropf der künftigen SpaceX-Kursentwicklung.
Frische Aktien drücken den Kurs
Parallel dazu gerät der mühsam aufgebaute Kursaufschlag unter Druck. Das Management verkaufte in zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen eigene Aktien aus dem Bestand. Beide Transaktionen lagen über dem inneren Wert des Fonds.
Die Stimmung der Investoren hat sich gedreht. Aus einem historischen Abschlag von 20 Prozent wurde zuletzt ein Aufschlag von acht Prozent. Der jüngste Abverkauf ließ diese Prämie jedoch deutlich schmelzen.
Auf Wochensicht verlor das Papier über fünf Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein sattes Plus von rund 23 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Aktie notiert aktuell rund zwölf Prozent unter ihrem Jahreshoch.
Hauptversammlung bringt Richtungsentscheidung
Trotz des Rücksetzers bleibt die Nachfrage von Privatanlegern hoch. Im Mai war Scottish Mortgage den dritten Monat in Folge der meistgekaufte Investmentfonds bei Interactive Investor. Private Unternehmen machen mittlerweile über 41 Prozent des Portfolios aus.
Am 2. Juli steht eine wegweisende Hauptversammlung an. Die Aktionäre müssen entscheiden, ob sie die Obergrenze für nicht börsennotierte Beteiligungen anheben. Bisher liegt das Limit bei 30 Prozent.
Zur Abstimmung steht auch die finale Dividende von 2,97 Pence je Aktie. Insgesamt steigt die Ausschüttung damit im 43. Jahr in Folge. Das Management bittet die Aktionäre außerdem um die Erlaubnis für weitere Aktienrückkäufe.
Die kommenden Monate bringen klare Bewährungsproben. Der geplante Börsengang von Anthropic wird zeigen, wie realistisch die internen Bewertungen des Fonds wirklich sind. Charttechnisch findet die Aktie aktuell Halt. Mit 16,57 Euro verläuft die 50-Tage-Linie nur knapp drei Prozent unter dem Freitagsschlusskurs.
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