Scottish Mortgage: Hauptversammlung am 2. Juli
16.06.2026 - 00:36:44 | boerse-global.de
SpaceX erreicht eine Rekordbewertung von über zwei Billionen Dollar. Scottish Mortgage hält 21 Prozent an dem Raumfahrtunternehmen. Trotzdem stürzte die Aktie des Investment-Trusts am vergangenen Freitag ab.
Ein starker US-Arbeitsmarktbericht zerstörte die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. Händler preisen nun eher eine späte Leitzinserhöhung ein.
Heute kehren die Käufer jedoch zurück. Der Kurs steigt um 3,19 Prozent auf 16,64 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 19,50 Euro bleibt der Titel damit spürbar entfernt.
Zerreißprobe für das Portfolio
Hohe Zinsen belasten ungelistete Wachstumsunternehmen schwer. Die Folge: Scottish Mortgage gerät unter Druck. Mehr als 40 Prozent des Portfolios stecken mittlerweile in privaten Firmen. Der breite Private-Equity-Markt zeigt bereits deutliche Stresssignale.
Am 2. Juli steht in Edinburgh eine entscheidende Hauptversammlung an. Das Management will die Obergrenze für ungelistete Investments anheben. Bisher liegt das Limit bei 30 Prozent der Gesamtaktiva. Die massive Aufwertung der SpaceX-Beteiligung sprengt diesen Rahmen aktuell deutlich.
Neue Regeln für Aktienrückkäufe
Der jüngste Kursrutsch aktivierte den neuen Rückkaufmechanismus des Fonds. Am 8. Juni erwarb das Management 800.000 eigene Aktien. Der Kaufpreis lag mit knapp 1.437 Pence unter dem Nettoinventarwert. Künftig stützt der Trust den Kurs nur noch bei solchen Abschlägen.
Auch bei der Dividende zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Ausschüttung steigt um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie. Damit wächst die Dividende das 43. Jahr in Folge.
Die Rechnung geht allerdings nur knapp auf. Die Gesamtausschüttung von knapp 50 Millionen Pfund übersteigt die laufenden Einnahmen von 25,6 Millionen Pfund massiv. Der Vorstand muss auf Rücklagen aus stärkeren Jahren zurückgreifen. Die Aktionäre stimmen im Juli auch über eine neue Rückkaufermächtigung ab. Diese umfasst bis zu 15 Prozent der Anteile.
Institutionelle Anleger greifen zu
Trotz der makroökonomischen Risiken positionieren sich Großinvestoren. Mitsubishi UFJ Asset Management hat seine Stimmrechte kürzlich auf über drei Prozent ausgebaut. Dieser Schritt signalisiert langfristiges Vertrauen. Kurzfristige Händler nehmen derweil Gewinne mit.
Die Aktionäre stellen die Weichen für die künftige Strategie am 2. Juli. Die Abstimmung über die höhere Private-Equity-Quote entscheidet über die Struktur des Trusts. Bis dahin bleibt die Aktie im Spannungsfeld zwischen Zinsängsten und wertvollen Technologie-Beteiligungen.
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