Scottish Mortgage: 2. Juli über 250-Millionen-Limit ab
15.06.2026 - 10:39:52 | boerse-global.de
Starke Langfrist-Renditen, schwache Kurse. Bei Scottish Mortgage klaffen Historie und aktuelles Marktumfeld spürbar auseinander. Ein robuster US-Arbeitsmarktbericht hat die Zinsangst an den Märkten neu entfacht. Für den auf Wachstumswerte fokussierten Fonds ist das eine toxische Mischung.
Zinsangst trifft auf Dividenden-Lücke
Die Papiere beendeten die Handelswoche bei 16,12 Euro. Damit rutschte der Kurs deutlich unter das jüngste Jahreshoch. Der Auslöser war der US-Arbeitsmarktbericht. Dieser treibt die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung am Jahresende auf über 80 Prozent. Hohe Zinsen belasten die Bewertungen von ungelisteten Wachstumsunternehmen massiv.
Parallel dazu drückte der jüngste Dividendenabschlag auf den Kurs. Das Management erhöhte die Ausschüttung das 43. Jahr in Folge. Die Kehrseite: Die Gesamtausschüttung von knapp 50 Millionen Pfund übersteigt den Nettogewinn deutlich. Diese Lücke zieht die Aufmerksamkeit der Analysten auf die Finanzen des Trusts.
Das Management reagiert mit einer neuen Strategie für Aktienrückkäufe. Der Fonds erwirbt eigene Papiere künftig nur noch, wenn der Börsenkurs unter dem Nettoinventarwert liegt. Die bisherige, aktivere Stützungspolitik endet damit.
SpaceX-Börsengang und Private Equity
Das private Marktumfeld bleibt schwierig. Ein aktueller Branchenbericht zeigt einen Einbruch der Tech-Dealvolumina um 70 Prozent im ersten Quartal. Ein Lichtblick könnte das wertvollste Asset im Portfolio sein. Das Raumfahrtunternehmen SpaceX strebt Mitte Juni an die Börse.
SpaceX macht allein 21 Prozent des Fondsvermögens aus. Das entspricht einem Wert von rund 3,5 Milliarden Pfund. Scottish Mortgage profitiert allerdings nicht sofort von einem möglichen Kurssprung. Der Fonds unterliegt einer branchenüblichen Haltefrist von mindestens zwei Monaten.
Hauptversammlung als Härtetest
Am 2. Juli steht die Hauptversammlung in Edinburgh an. Der Vorstand bittet die Aktionäre um mehr Spielraum. Das Limit für ungelistete Investments soll um 250 Millionen Pfund steigen. Damit läge die Quote dauerhaft über der bisherigen Grenze von 30 Prozent.
Die Abstimmung fällt in eine sensible Phase. Analysten warnen bereits vor möglichen Abwertungen bei großen Privatbeteiligungen wie Stripe oder Revolut. Trotz eines Kursplus von gut 16 Prozent seit Jahresbeginn bleibt die Lage angespannt. Die Aktionäre stimmen am 2. Juli direkt darüber ab, wie viel Risiko der Fonds künftig eingehen darf.
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