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Schweizer Bildungsexperten diskutieren KI-Zukunft in Fribourg

05.02.2026 - 01:12:12

Experten beraten in Fribourg über die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Unterricht und warnen vor einer digitalen Klufte zwischen den Schülern.

Die Schweiz sucht nach Wegen, ihre Schüler fit für das KI-Zeitalter zu machen. Bei der Jahreskonferenz von AI Swiss in Fribourg beraten heute Experten, wie Künstliche Intelligenz das Lernen und Lehren revolutionieren kann – und welche Risiken das birgt.

Die Tagung findet vor einer bedeutenden nationalen Kulisse statt. Die Schweiz hat sich mit der Swiss AI Initiative als globaler KI-Forschungsstandort etabliert. Mehr als 800 Forscher von Institutionen wie der ETH Zürich nutzen den Supercomputer „Alps“, um unter einer „Open-Science“-Philosophie zu arbeiten. Ein neues transatlantisches Projekt mit der Stanford University unterstreicht diesen Ansatz für werteorientierte, quelloffene KI-Modelle.

Die drängende Lücke: Schüler fühlen sich unvorbereitet

Ein zentrales Thema ist die akute Qualifikationslücke. Fast die Hälfte der Schüler fühlt sich laut einer aktuellen Erhebung für einen KI-geprägten Arbeitsmarkt nicht gerüstet; 58 Prozent geben an, zu wenig über KI zu wissen. Die Konferenz stellt sich dieser Herausforderung. Sie beleuchtet ein zentrales Paradoxon: KI macht das Erschaffen von Inhalten einfacher denn je, wirft aber gleichzeitig fundamentale Fragen nach Verantwortung und Urheberschaft auf, die das Bildungssystem beantworten muss.

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Vom Strategiepapier zur Unterrichtspraxis

Die Agenda ist darauf ausgelegt, die Brücke von der Theorie in den Klassenraum zu schlagen. Nach einem Plenum vertiefen praktische Workshops, wie Lehrkräfte KI konkret nutzen können. Eine Podiumsdiskussion widmet sich den ethischen und gesellschaftlichen Folgen der Technologie. Diese praxisnahe Ausrichtung folgt einem globalen Trend: Die erfolgreichsten KI-Projekte in Schulen sind jene, die Lehrkräfte in den Mittelpunkt stellen und ihre Arbeit erleichtern.

Die Gefahr einer digitalen Zweiklassengesellschaft

Trotz aller Chancen warnen Experten vor ungleichen Voraussetzungen. Die sogenannte „Generative-KI-Produktivitätslücke“ droht: Gut ausgestattete Institutionen mit hoher Rechenleistung könnten einen Vorsprung erlangen, den andere nicht aufholen können. In Fribourg wird diskutiert, wie die Schweiz einen gerechten Zugang zu KI-Werkzeugen in allen öffentlichen Schulen sicherstellen kann. Für den Veranstalter AI Swiss ist dies ein Kernanliegen seines Engagements für einen ethischen und breiten KI-Einsatz.

Die Konferenz soll mehr sein als ein Diskussionsforum. Sie ist ein Schritt auf dem Weg zu einem nationalen Fahrplan, der Innovation mit Verantwortung und Chancengerechtigkeit verbindet. Das Ziel ist klar: Schüler sollen nicht nur in einer von KI geprägten Welt bestehen, sondern sie aktiv mitgestalten können – gestützt auf kritisches Denken und menschliche Werte.

@ boerse-global.de