Schweiz, Sanktionen

Schweiz verschärft Sanktionen gegen Russlands Krypto- und LNG-Sektor

27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.de

Die Schweiz führt ein umfassendes Krypto-Dienstleistungsverbot für Russland ein und stoppt LNG-Importe, um die Kriegsfinanzierung zu unterbinden. Die EU ringt derweil um ein noch schärferes Sanktionspaket.

Schweiz verschärft Sanktionen gegen Russlands Krypto- und LNG-Sektor - Foto: über boerse-global.de
Schweiz verschärft Sanktionen gegen Russlands Krypto- und LNG-Sektor - Foto: über boerse-global.de

Die Schweiz zieht die Schrauben an: Ab sofort gelten neue, weitreichende Sanktionen gegen Russlands Krypto- und Flüssigerdgassektor. Damit schließt sich die Eidgenossenschaft dem jüngsten EU-Sanktionspaket an und erhöht den Druck auf Moskaus Kriegsfinanzierung – zu einem Zeitpunkt, da in Brüssel bereits über noch schärfere Maßnahmen gestritten wird.

Umfassendes Krypto-Verbot tritt sofort in Kraft

Ein Kernstück der neuen Schweizer Regeln ist ein vollständiges Verbot von Krypto-Dienstleistungen für russische Staatsbürger und Unternehmen. Die Finanzmarktaufsicht FINMA bestätigte das Verbot, das Wallet-Anbieter und Tauschbörsen betrifft. Ziel ist es, die wachsende Nutzung digitaler Währungen zur Umgehung von Finanzsanktionen zu unterbinden. Erstmals wird auch ein spezifischer, Rubel-gestützter Stablecoin „A7A5“ verboten, der als Umgehungsinstrument identifiziert wurde. Die Strategie hat sich gewandelt: Statt einzelne Plattformen zu sanktionieren, wird nun der gesamte Sektor ins Visier genommen.

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LNG-Importe werden ab April gestoppt

Parallel zu den Finanzmaßnahmen hat der Bundesrat ein vollständiges Importverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) beschlossen. Es tritt am 25. April 2026 in Kraft; für bestehende Langzeitverträge gilt eine Übergangsfrist bis Ende des Jahres. Damit soll eine der letzten großen Einnahmequellen für den Kreml-Krieg weiter ausgetrocknet werden. Die Schweiz folgt damit dem europäischen Kurs, die Abhängigkeit von russischer Energie zu beenden. Auch Großbritannien hat neue Sanktionen gegen LNG-Transportschiffe verhängt. Die EU prüft derweil ein Verbot maritimer Dienstleistungen für russische Öltransporte – in Abstimmung mit den G7-Partnern.

EU ringt um Einigung bei nächster Sanktionsrunde

Während die Schweiz handelt, stocken die Verhandlungen über das noch ambitioniertere 20. EU-Sanktionspaket. Bei einem Treffen der Außenminister blockierten Ungarn und die Slowakei eine Einigung. Das geplante Paket sieht unter anderem ein generelles Verbot aller Krypto-Transaktionen mit russischen Entitäten vor. Damit soll verhindert werden, dass sanktionierte Plattformen einfach neue Tochterfirmen gründen. Trotz der Blockade zeigte sich EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird.

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Strategiewechsel: Vom Einzelziel zur Sektor-Sanktion

Die jüngsten Entwicklungen markieren einen klaren Strategiewechsel. Im Finanzbereich geht der Trend zu umfassenden, sektorweiten Verboten, um die schwer fassbare Natur von Kryptowährungen besser in den Griff zu bekommen. Regulierungen wie die EU-weite MiCA-Verordnung schaffen hierfür den nötigen rechtlichen Rahmen. Im Energiesektor wird nach Öl und Pipeline-Gas nun die letzte verbliebene große Einnahmequelle, LNG, systematisch angegangen.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die EU ihre internen Gräben überwinden kann. Die bereits in Kraft getretenen Schweizer Maßnahmen werden den finanziellen und energiewirtschaftlichen Druck auf Russland indes sofort weiter erhöhen.

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