Scheinproduktivität, Wirtschaftshemmnis

Scheinproduktivität wird zum größten Wirtschaftshemmnis

30.01.2026 - 10:15:12

Fast ein Viertel der Arbeitszeit wird für Selbstdarstellung ohne Mehrwert verbraucht. Experten fordern für 2026 einen radikalen Wechsel von Zeit- zu strategischem Aufmerksamkeitsmanagement.

Wissensarbeiter sind trotz KI so überlastet wie nie. Fast ein Viertel der Arbeitswoche verpufft in reiner Selbstdarstellung – ohne jeden Mehrwert. Experten fordern für 2026 einen radikalen Wandel: Weg vom Zeitmanagement, hin zum strategischen Aufmerksamkeitsmanagement.

Die Falle des „Productivity Theater“

Das Phänomen hat einen Namen: „Productivity Theater“ oder Scheinproduktivität. Aktuelle Daten zeigen das Ausmaß. Rund zwei Drittel der US-Arbeitskräfte geben an, performative Verhaltensweisen an den Tag zu legen, um beschäftigt zu wirken.

Dazu zählen das unnötige In-die-Länge-Ziehen von Aufgaben oder das strategische Versenden von E-Mails zu späten Uhrzeiten. Die Motivation ist alarmierend: 64 Prozent haben das Gefühl, ihre Chefs belohnen „Produktivitäts-Optik“ stärker als echte Ergebnisse.

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Analysen des People-Analytics-Anbieters Visier untermauern den Trend. Mitarbeiter verbringen im Schnitt über 10 Stunden pro Woche mit sinnfreier Selbstdarstellung. In einer Effizienz-getriebenen Welt verpufft so fast ein Viertel der Arbeitszeit.

Digitale Schulden ersticken die Konzentration

Die Ursache liegt auch in der Technologie. Der Microsoft Work Trend Index spricht von „Digitalen Schulden“. Mitarbeiter wenden über die Hälfte ihrer Zeit nur für Koordination auf – für Meetings, E-Mails und Chats.

Die KI hat das Problem nicht gelöst, sondern teilweise verschärft. Zwar beschleunigen Tools Routinen, doch sie erhöhen gleichzeitig das Informationsvolumen. 68 Prozent der Belegschaft kämpfen mit Tempo und Umfang der Arbeit.

Das Ergebnis ist fragmentierte Aufmerksamkeit. Die „Focus Efficiency“ – also Zeiten konzentrierter Tiefenarbeit – ist zuletzt auf nur noch 62 Prozent gesunken. Ständige Erreichbarkeit und Benachrichtigungen zwingen das Gehirn zum ineffizienten Multitasking.

Drei Hebel für echte Produktivität 2026

Fortschrittliche Unternehmen vollziehen jetzt einen Paradigmenwechsel. Es geht nicht mehr um Kalender-Slots, sondern um kognitive Energie. Experten sehen drei zentrale Hebel:

  • Ergebnisorientierte Führung: Statt Anwesenheit belohnen Unternehmen messbare Output-Ziele. Nur 23 Prozent der Mitarbeiter werden aktuell nach solchen klaren Kriterien bewertet – eine Zahl, die steigen muss.
  • Asynchrone Kommunikation als Standard: Teams schaffen den Sofortnachrichten-Zwang ab. Reaktionen werden nicht mehr in Minuten erwartet, um Deep Work zu ermöglichen.
  • Job Redesign durch KI: Es geht um die Neugestaltung von Rollen. Aufgaben werden danach aufgeteilt, was die Maschine erledigt und wofür menschliche Aufmerksamkeit unersetzlich ist.

Die hohen Kosten der Betriebsamkeit

Die Folgen sind weitreichend. Die psychische Belastung, ständig beschäftigt wirken zu müssen, ist enorm. Burnout-Raten verharren auf hohem Niveau.

Ökonomisch betrachtet ist Scheinproduktivität eine stille Inflation der Arbeitskosten. Unternehmen bezahlen für Zeit, die nicht in Wertschöpfung fließt. Analysten warnen: Firmen, die nicht auf Output-Messung umstellen, werden im Wettbewerb zurückfallen.

Die Diskussion verschiebt sich fundamental. Die Frage lautet nicht mehr „Wie sparen wir Zeit?“, sondern „Wie investieren wir Aufmerksamkeit?“. In einer Welt, in der KI Inhalte generiert, wird die menschliche Fähigkeit zur Tiefenarbeit zur wertvollsten Währung.

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