Schach: Ist Genie im Kopf oder Fleiß am Brett entscheidend?
22.02.2026 - 22:22:12 | boerse-global.deDie Auslosung für das Kandidatenturnier 2026 ist abgeschlossen. Ab Ende März kämpfen die weltbesten Spieler auf Zypern um das Recht, Weltmeister Gukesh Dommaraju herauszufordern. Das hochkarätige Teilnehmerfeld mit Größen wie Fabiano Caruana und Anish Giri wirft eine alte Frage neu auf: Macht Schachspielen intelligent, oder braucht man hohe Intelligenz für Schach?
Die moderne Wissenschaft liefert darauf keine einfache Antwort. Sie zeigt ein komplexes Bild jenseits reiner IQ-Werte.
Das Gehirn eines Großmeisters unter Strom
Auf dem Niveau des Kandidatenturniers zählt mehr als bloßes Berechnen. Spieler müssen tausende Eröffnungsvarianten parat haben und strategische Muster intuitiv erkennen. Neurowissenschaftler beobachten bei Partien eine Hochaktivität im gesamten Gehirn.
Der präfrontale Kortex, zuständig für Logik und Planung, arbeitet ebenso auf Hochtouren wie Areale für visuelle Verarbeitung und Gedächtnis. Der entscheidende Unterschied zwischen der Elite und sehr guten Spielern liegt aber oft in der psychologischen Stärke. Sie müssen stundenlange Höchstkonzentration halten und mit dem enormen Druck des Wettkampfs umgehen können.
Leistung im Schach hängt maßgeblich von Konzentration und Gedächtnis ab. Wer seine mentale Fitness gezielt stärken möchte, findet praktische, alltagstaugliche Übungen im kostenlosen PDF-Ratgeber „Gehirntraining leicht gemacht“ – mit 7 Geheimnissen, 11 Übungen und einem Selbsttest zur Steigerung von Fokus und Gedächtnis. Ideal für alle, die länger aufmerksam bleiben und ihre Spielstärke durch gezieltes Training verbessern wollen. Gratis-Report jetzt herunterladen
Was sagt die Forschung zu Intelligenz und Training?
Studien finden eine moderate Verbindung zwischen Schachstärke und IQ. Eine große Meta-Analyse aus dem Jahr 2016 bestätigte diesen Zusammenhang. Doch er erklärt bei weitem nicht alles.
Forscher betonen heute die überragende Rolle von gezieltem Training und jahrelanger Übung. Tausende Stunden mit Partiestudium und Fehleranalyse formen das Schachgehirn stärker als angeborene Intelligenz allein. Ein anfänglicher Lernvorteil wird durch pure Trainingsmasse oft überlagert.
KI verändert die Forschung – und das Training
Künstliche Intelligenz revolutioniert nicht nur das Training der Spieler, sondern auch die Wissenschaft. Schach-Engines ermöglichen eine nahezu perfekte Analyse und werfen neue Fragen auf.
Eine aktuelle Online-Studie der Universität Duisburg-Essen untersucht seit Januar, wie Schachspieler mit KI-Empfehlungen in Entscheidungssituationen umgehen. Der Fokus verschiebt sich: Es geht nicht mehr nur um die Intelligenz des Spielers, sondern darum, wie der menschliche Geist mit KI zusammenarbeitet, um komplexe Probleme zu lösen.
Der Teufelskreis der Geschlechterklischees
Die Debatte um Begabung im Schach hat auch eine gesellschaftliche Dimension. Eine kürzliche Netflix-Doku über Rekordspielerin Judit Polgär und ein SPIEGEL-Artikel fragten: Warum ist Schach immer noch eine Männerdomäne?
Neurowissenschaftler wie Wei Ji Ma von der New York University beschreiben einen Teufelskreis aus Vorurteilen. Das verbreitete Klischee, Frauen seien weniger schachbegabt, schaffe eine abschreckende Atmosphäre. In Regionen, wo mehr Mädchen spielen, schrumpft die Leistungslücke – ein Hinweis auf soziale statt angeborener Ursachen.
Das Kandidatenturnier auf Zypern wird also mehr sein als ein sportlicher Wettkampf. Es ist ein Schaufenster für das Zusammenspiel von menschlichem Intellekt, eiserner Disziplin und der Fähigkeit, unter höchstem Druck kreative Lösungen zu finden.
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