SCAM Act: US-Senatoren starten Offensive gegen digitale Betrugswelle
05.02.2026 - 08:13:12Die USA starten einen neuen Vorstoß gegen die milliardenschwere Flut digitaler Bezahlbetrügereien. Ein neues, parteiübergreifendes Gesetz soll Banken-Imitationen und betrügerische Werbung eindämmen. Der sogenannte SCAM Act signalisiert den wachsenden Druck auf die Politik, mehr Branchen für die jährlichen Milliardenschäden durch Online-Betrug verantwortlich zu machen. Hintergrund ist eine dramatisch veränderte Bedrohungslage, in der Kriminelle zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) und raffinierte Social-Engineering-Taktiken setzen.
Finanzbranche fordert branchenübergreifenden Kampf
Die Industrie selbst drängt auf einen umfassenderen Ansatz. Ein aktueller Bericht des Bank Policy Institute zeigt: Der Großteil der Betrugsaktivitäten startet außerhalb des klassischen Bankensystems, vor allem in Social Media und Messengern. Diese Erkenntnis erzwingt einen Strategiewechsel. Weltweit entstehen neue Sicherheitsprotokolle und Regulierungen, um das digitale Zahlungsökosystem widerstandsffähiger zu machen. Die Strategie für 2026 lautet: weg von der reaktiven Abwehr, hin zu proaktiver, KI-gestützter Sicherheit und strengeren Datentransfer-Regeln.
Die neue Bedrohung: KI-Betrug und Konten-Übernahmen
Das Gesicht des Betrugs hat sich radikal gewandelt. Finanzinstitute kämpfen 2026 gegen industrialisierte Betrugsoperationen, die KI für täuschend echte Deepfake-Videos und Stimmenklone nutzen. Diese Technologien umgehen traditionelle Sicherheitsmaßnahmen bei betrügerischen E-Mail-Kompromittierungen.
Eine kritische Schwachstelle sind moderne Konten-Übernahmen (ATO). Angreifer fokussieren sich laut einer aktuellen Sicherheitsanalyse zunehmend auf die Phase vor der Anmeldung. Durch Phishing auf täuschend echten Webseiten erbeuten sie in Echtzeit Zugangsdaten und Session-Cookies. So übernehmen sie aktive Sitzungen – und machen viele herkömmliche Abwehrmaßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung wirkungslos. Auch die australische Finanzaufsicht ASIC stuft fortschrittliche KI, die Verbraucher schädigt, als Top-Priorität für 2026 ein.
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Regulierungen werden schärfer: Von Krypto bis Massenzahlungen
Die Aufsichtsbehörden ziehen nach. In Europa bereitet sich der Finanzsektor auf die Transfer of Funds Regulation (TFR) vor, die bis 1. Juli 2026 vollständig gilt. Sie schreibt vor, dass jeder Kryptotransfer zwischen Dienstleistern einen Datensatz mit persönlichen Informationen des Senders enthalten muss. Diese „Travel Rule“ soll Transparenz schaffen und illegale Transaktionen eindämmen.
In den USA stehen große Änderungen für das Automated Clearing House (ACH)-Netzwerk an, über das Millionen Gehalts- und Lieferantenzahlungen laufen. Neue Regeln von Nacha verpflichten Unternehmen ab März 2026, robustere, risikobasierte Prozesse zur Überwachung betrügerischer Auszahlungen einzuführen. Die Verantwortung, verdächtige Aktivitäten vor der endgültigen Überweisung zu erkennen, liegt damit stärker beim Zahlungsauslöser.
Die Gegenoffensive der Industrie: Biometrie und „smart friction“
Als Reaktion auf die eskalierenden Bedrohungen setzt die Fintech-Branche verstärkt auf Biometrie. Gesichtsscans, Fingerabdruck- und Lebenderkennung werden zur Grundlage digitaler Zahlungssicherheit. Diese Methoden sind für Betrüger deutlich schwerer zu fälschen als Passwörter.
Zudem gestalten Banken ihre Zahlungsbestätigungen um und führen „smart friction“ ein. Statt störender Pauschal-Checks für alle Transaktionen kommen nuancenreiche, risikobasierte Prüfungen zum Einsatz – etwa bei hohen Beträgen oder Zahlungen an neue Empfänger. Das Ziel: potenziell betrügerische Zahlungen auszubremsen, ohne Routine-Transaktionen zu behindern. Dies ist besonders für P2P-Apps wie Zelle und Venmo entscheidend, die häufig Ziel von Betrug sind.
Geteilte Verantwortung als Schlüssel zum Erfolg
Ein Konsens zeichnet sich ab: Betrugsbekämpfung kann nicht länger allein Aufgabe der Banken sein. Der SCAM Act unterstreicht den Kurswechsel hin zu mehr Verantwortung für Technologie- und Social-Media-Konzerne. Da die meisten Betrügereien über Anrufe, SMS und soziale Netzwerke starten, fordert das Bank Policy Institute eine „gesamthafte staatliche Reaktion“, um internationale „Betrugsfarmen“ – oft in Südostasien – zu zerschlagen.
Diese Zusammenarbeit ist zwingend nötig, weil Kriminelle die Nahtstellen zwischen den Branchen ausnutzen: Sie sammeln Daten in Social Media, versenden Phishing-SMS über Telekom-Netze und plündern schließlich Bankkonten. Ein vernetzter Abwehransatz muss die Methoden der Angreifer spiegeln.
Ausblick: Ein sichereres, aber komplexeres Umfeld
Die Zukunft der digitalen Zahlungen wird ein permanentes Wettrüsten bleiben. Investitionen in KI-gestützte Betrugsprävention werden stark steigen, um Anomalien in Echtzeit zu erkennen. Verbraucher dürften nahtlosere, aber ausgefeiltere Checks erleben, wie Verhaltensbiometrie, die die Interaktion mit dem Gerät analysiert.
Neue Regulierungen wie die TFR in Europa werden das Finanzsystem transparenter machen. Für Unternehmen bedeuten sie jedoch erheblichen Anpassungsaufwand. Für Verbraucher bleibt Wachsamkeit der beste Schutz: Zahlungsaufforderungen über einen separaten, vertrauenswürdigen Kanal zu prüfen und bei Drängeln misstrauisch zu sein, ist die erste und wichtigste Verteidigungslinie.
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