Santander, Aktie

Santander Aktie: Kehrtwende an der Börse

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 16:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Gewinnanstieg und Expansionsplänen belasten höhere Risikovorsorgen die Bilanz der spanischen Großbank.

Santander Aktie: Quartalszahlen sorgen für Kurswechsel
Moderne Glasfassade eines Hochhauses im Licht des Sonnenaufgangs als Symbol für eine positive Börsenentwicklung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Erst ging es runter, dann drehte die Aktie ins Plus — ein Muster, das die Reaktion auf die Quartalszahlen von Santander an diesem Mittwoch gut zusammenfasst. Kurz nach Handelsbeginn verlor das Papier noch, zur Mittagszeit stand es bereits klar im Grün. Kein Wunder, dass Anleger zunächst zögerten: Die Zahlen selbst fielen solide aus, doch ein Blick unter die Oberfläche zeigt auch Schattenseiten.

Unter dem Strich verdiente die spanische Großbank im zweiten Quartal gut 3,5 Milliarden Euro — drei Prozent mehr als vor einem Jahr und über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Die gesamten Erträge legten um neun Prozent auf 15,7 Milliarden Euro zu, getragen von höheren Zinseinnahmen. Die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle stieg jedoch um 13 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro — mehr als erwartet.

Genau darauf richtete Branchenexpertin Miruna Chirea von Jefferies ihren Blick. Die Zinseinnahmen hätten sich zwar gut entwickelt, Abschreibungen und Risikovorsorge seien aber höher ausgefallen als gedacht — Grund für Begeisterung sieht sie darin nicht. Im laufenden Jahr hat die Aktie trotzdem bereits rund 18 Prozent zugelegt.

Botín treibt Expansion voran

Bankchefin Ana Botín sieht das größte Geldhaus Spaniens weiterhin auf Kurs zu den Jahreszielen. Dazu zählt auch ein milliardenschweres Rückkaufprogramm über 6,9 Milliarden Euro, von dem die Europäische Zentralbank bereits einen Teil in Höhe von 1,8 Milliarden Euro freigegeben hat.

Im laufenden Jahr will Botín den Gewinn über die 14,1 Milliarden Euro aus dem Vorjahr hinaus steigern, bis 2028 sollen es mehr als 20 Milliarden Euro werden. Ein wichtiger Baustein dafür ist der im Februar angekündigte Kauf der US-Bank Webster Financial für rund 12 Milliarden US-Dollar — die größte Übernahme einer US-Bank durch ein europäisches Geldhaus überhaupt.

Ergänzend dazu hat Santander die Integration der britischen Bank TSB Ende April abgeschlossen, die zuvor für rund 3,1 Milliarden Euro erworben wurde und mehr als vier Millionen zusätzliche Kunden brachte. Insgesamt wuchs die Kundenzahl binnen zwölf Monaten um zwölf Millionen auf 182 Millionen.

Mit Webster Financial und dem laufenden Rückkaufprogramm hat Botín zwei zentrale Hebel für die Gewinnsteigerung bis 2028 bereits in Bewegung gesetzt. Ob die höhere Risikovorsorge in den kommenden Quartalen zur Belastung wird, entscheidet sich an der Entwicklung der Kreditqualität in den kommenden Berichtsperioden.

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