SANDISK, Aktie

SANDISK Aktie: 11,81-Prozent-Absturz auf 1.120 Euro

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 10:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinesischer Durchbruch in der Lithografie und ein Börsendebüt setzen SanDisk massiv unter Druck. Der Kurs fällt um fast zwölf Prozent.

SanDisk-Aktie: Chinas Chip-Fortschritt löst Kursrutsch aus
Abstrakte Darstellung eines volatilen Technologiemarktes mit fallender Tendenz und düsterer Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

SanDisk-Aktien brechen ein. Der Grund: China rückt dem Speicherchip-Monopol des Westens gefährlich nahe. Am Montag stürzte der Kurs um 11,81 Prozent auf 1.120,00 Euro ab und liegt damit nur noch 3,70 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 1.080,00 Euro.

Chinesischer Lithografie-Durchbruch verunsichert die Branche

Auslöser der jüngsten Talfahrt ist eine Meldung aus Shanghai. Ein staatliches chinesisches Unternehmen hat die Massenproduktion von Immersions-DUV-Lithografiesystemen gestartet — Technologie, die bislang vor allem ASML beherrscht. Für 2027 plant das Unternehmen bereits eine Ausweitung der Produktion.

Die Nachricht traf einen ohnehin nervösen Markt. Der Philadelphia Semiconductor Index schloss am Dienstag rund 2 Prozent im Minus. Nvidia verlor 5 Prozent, ASML brach um mehr als 5 Prozent ein. Bei den Speicherchip-Herstellern traf es SK Hynix mit einem Minus von über 7 Prozent besonders hart — der Kurs fiel damit unter den eigenen Börsengangspreis.

Ein brutaler Monat für SanDisk

Die Zahlen hinter dem Ausverkauf sind drastisch. SanDisks Marktkapitalisierung ist innerhalb eines Monats um rund 170 Milliarden Dollar geschrumpft. Auch SK-Hynix-Papiere und Micron gerieten im selben Zeitraum stark unter Druck.

Ein zweiter Faktor verschärfte die Lage zusätzlich. Der chinesische Speicherchip-Hersteller CXMT ging an der Börse Shanghai — und legte am ersten Handelstag um 466 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung erreichte damit 487 Milliarden Dollar, eine der größten Debüts der jüngeren Börsengeschichte.

Investoren fürchten nun, dass als nächstes ein chinesischer NAND-Hersteller den Markt betritt. Das wäre eine direkte Bedrohung für SanDisks operative Marge von rund 70 Prozent. Einige Marktbeobachter relativieren die Gefahr allerdings: CXMT stellt DRAM-Speicher her, der vor allem für KI-Chips wichtig ist. SanDisk konzentriert sich auf NAND-Flash-Speicher — ein anderes Marktsegment.

Der Absturz nach dem historischen Höhenflug

So heftig die Korrektur wirkt — sie relativiert sich vor dem Hintergrund der vergangenen zwölf Monate. SanDisk zählt trotz der jüngsten Verluste zu den größten Gewinnern des Marktes, mit einem Kursplus von mehr als 3.329 Prozent seit letztem Jahr. Genau diese Rallye macht die Aktie jetzt anfällig für Gewinnmitnahmen.

Die technischen Signale bestätigen den Stimmungsumschwung. Der 20-Tage-Durchschnitt ist unter den 50-Tage-Durchschnitt gefallen — ein klassisches Bärensignal. Der RSI von 38,4 zeigt: Verkaufsdruck dominiert, ohne dass die Aktie bereits überverkauft wäre.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Anfang August steht der nächste Quartalsbericht an. Die Wall Street erwartet einen Gewinn von 33,38 Dollar je Aktie, verglichen mit 29 Cent im Vorjahr. Beim Umsatz rechnen Analysten mit einem Sprung auf 8,24 Milliarden Dollar gegenüber 1,90 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Die Analystenmeinungen zur Aktie gehen weit auseinander. Susquehanna senkte sein Kursziel jüngst auf 3.050 Dollar, bleibt damit aber deutlich über dem aktuellen Niveau. Wells Fargo hob sein Ziel auf 1.620 Dollar an, vergibt jedoch nur ein "Equal-Weight"-Rating. Bank of America Securities hält an "Buy" fest, mit einem Kursziel von 2.500 Dollar.

Der Bericht Anfang August dürfte zeigen, ob das China-Risiko die operative Substanz des Unternehmens wirklich gefährdet — oder ob die Wachstumsdynamik bei Umsatz und Gewinn die Verkaufswelle relativiert.

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