SanDisk: 42 Milliarden aus Lieferverträgen
02.06.2026 - 12:01:29 | boerse-global.deFast 600 Prozent Kursgewinn seit Jahresbeginn — und die Aktie klettert weiter. SanDisk hat sich in wenigen Monaten zu einem der auffälligsten Titel im KI-Speichermarkt entwickelt. Hinter der Rally stecken mehr als nur gute Stimmung.
Zahlen, die kaum jemand erwartet hat
Die Ergebnisse für das dritte Fiskalquartal 2026, veröffentlicht Ende April, übertrafen die Erwartungen deutlich. Der Umsatz stieg auf 5,95 Milliarden Dollar — ein Plus von 251 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders das Rechenzentrumsgeschäft legte explosiv zu: 645 Prozent Wachstum auf 1,47 Milliarden Dollar.
Der GAAP-Nettogewinn erreichte 3,62 Milliarden Dollar, was 23,03 Dollar je verwässerter Aktie entspricht. Das Unternehmen ist schuldenfrei, was dem Management erheblichen finanziellen Spielraum lässt.
Langfristige Absicherung gegen Zyklik
SanDisk geht nicht davon aus, dass die KI-getriebene Speichernachfrage ein vorübergehendes Phänomen ist. Cheftechnologe Alper Ilkbahar bezeichnete den aktuellen Engpass im Speichermarkt als langfristigen Trend. Das schlägt sich in der Strategie nieder.
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Das Unternehmen hat fünf mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen. Allein die ersten drei sichern mindestens 42 Milliarden Dollar an vertraglich garantierten Einnahmen — mit über 11 Milliarden Dollar an Finanzgarantien. Das Joint Venture mit Kioxia läuft bis 2034, mit vereinbarten Preis-Ober- und Untergrenzen zur Umsatzstabilisierung.
Parallel entwickelt SanDisk die sogenannte High Bandwidth Flash-Technologie (HBF), die künftig eine zentrale Rolle bei KI-Inferenzanwendungen spielen soll.
Rekordkurs trifft auf Rekord-Leerverkäufe
Der Ausblick für das vierte Quartal ist ambitioniert: SanDisk erwartet Umsätze zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden Dollar. Ein neues Aktienrückkaufprogramm über 6 Milliarden Dollar unterstreicht das Vertrauen des Managements in die eigene Entwicklung.
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Kein Wunder, dass mehrere Analysehäuser ihre Kursziele zuletzt angehoben haben. Allerdings zeigt der Markt auch eine ungewöhnliche Spaltung: Während die Aktie am 28. Mai bei 1.641 Dollar schloss und diese Woche erneut ein Allzeithoch markierte, erreichten die Leerverkaufspositionen ihren höchsten Stand seit Quartalen. Auf der einen Seite stehen überzeugte Bullen, auf der anderen Seite Investoren, die das Tempo der Bewertungsexpansion für nicht nachhaltig halten.
Ob die Quartalszahlen für das vierte Fiskalquartal — mit einer Umsatzerwartung, die den aktuellen Wert um fast 40 Prozent übertreffen soll — diese Überzeugungslücke schließen können, wird sich zeigen, wenn SanDisk die Ergebnisse vorlegt.
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