Samsung setzt bei KI-Haus auf Sicherheit und Vertrauen
06.01.2026 - 08:25:12Samsung stellt auf der CES 2026 eine neue Strategie vor, bei der ein sicheres KI-Ökosystem im Mittelpunkt steht. Der Konzern erweitert sein Knox-Sicherheitssystem und setzt auf lokale Datenverarbeitung.
Samsung stellt auf der CES 2026 eine neue Strategie vor: Nicht mehr die Geräte, sondern das Vertrauen der Nutzer soll im Mittelpunkt des intelligenten Zuhauses stehen. Der südkoreanische Konzern reagiert damit auf wachsende Datenschutz-Bedenken.
Die neue Grundlage: „Vertrauen durch Design“
Der Tech-Riese vollzieht einen strategischen Schwenk. Statt reiner Gerätevernetzung propagiert Samsung nun ein voll integriertes, vertrauenszentriertes KI-Ökosystem. Auf der Technikmesse in Las Vegas betonten die Manager, dass die Akzeptanz von Heim-KI ausschließlich vom Verbrauchervertrauen abhänge. Die KI müsse vorhersehbar, transparent und kontrollierbar sein, um vom Spielzeug zum echten Alltagsbegleiter zu werden.
Kern dieser Philosophie ist die Erweiterung von Samsung Knox Matrix. Das Sicherheits-Framework fungiert nun als blockchain-basierte Schutzschicht für vernetzte Geräte. Kommt ein Gerät im Smart Home unter Beschuss, soll die Bedrohung isoliert werden, um eine Ausbreitung auf sensible Knoten wie Sicherheitskameras zu verhindern. Sensible Daten werden bevorzugt lokal auf dem Gerät verarbeitet, nicht in der Cloud.
Offenheit als Sicherheits-Feature
In einem bemerkenswerten Schachzug setzt Samsung auf offene Ökosysteme als Treiber für sichere KI. Die SmartThings-Plattform vertieft ihre Integration mit den Standards der Home Connectivity Alliance (HCA). Diese Offenheit demonstriert eine neue Partnerschaft mit dem Spezialversicherer Hartford Steam Boiler (HSB).
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Das Programm „Smart Home Savings“ erlaubt Nutzern, Daten von vernetzten Geräten wie Leckage-Detektoren freiwillig zu teilen, um möglicherweise die Hausratversicherungs-Prämien zu senken. Das Modell basiert auf einer expliziten Einwilligung mit detaillierten Transparenz-Kontrollen. Samsung zeigt so, wie sich Smart-Home-Daten monetarisieren lassen, ohne das Nutzervertrauen zu verspielen.
Zudem wurde die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsunternehmen Arlo ausgebaut. Dessen „Smart Security“-Plattform wird direkt in die SmartThings-App integriert – mit KI zur Objekterkennung, aber unter Einhaltung der strengen Samsung-Datenschutzprotokolle.
Der unsichtbare KI-Butler wird kontextfähig
Die praktische Anwendung dieser sicheren Infrastruktur zeigt sich in neuen Geräten mit Vision AI Companion (VAC). Diese KI-Schicht versteht Kontext, nicht nur explizite Befehle. Das System analysiert etwa die Sehgewohnheiten am neuen 130-Zoll-Micro-RGB-Fernseher, um Inhalte vorzuschlagen. Oder es koordiniert mit dem Bespoke AI Family Hub-Kühlschrank Rezepte basierend auf vorhandenen Zutaten.
Die Integration reicht bis zur neuen Bespoke AI Laundry Combo-Waschmaschine und dem Jet Bot Steam Ultra-Saugroboter. Diese Geräte kartieren die Wohnung und identifizieren Wartungsbedarf. Die durch „Map View“ und räumliche KI erfassten visuellen Daten – etwa zu Haustierverhalten – bleiben jedoch durch Knox gesichert. Videoaufnahmen aus dem privaten Wohnbereich sollen für Unbefugte unzugänglich sein.
Warum Sicherheit zum neuen Wettbewerbsvorteil wird
Die Fokussierung auf „Life-centric AI“ markiert eine Reifung des Smart-Home-Marktes. Wurde früher mit Hardware-Spezifikationen geworben, ist das Schlachtfeld 2026 die Software-Intelligenz und das Vertrauen. Studien zeigen, dass Sicherheitsbedenken nach wie vor das größte Hindernis für die Smart-Home-Adoption sind. Samsung versucht, diese Hürde mit Knox Matrix und transparenten Datenrichtlinien aus dem Weg zu räumen.
Für das Jahr 2026 plant Samsung die schrittweise Einführung dieser KI-Features in seiner gesamten Produktpalette, inklusive Mobilgeräte und Wearables. Beta-Versionen proaktiver Gesundheitsüberwachungs-Funktionen – etwa zur Demenzerkennung – sollen noch in diesem Jahr folgen.
Die Zukunftsvision eines „KI-Lebensbegleiters“ steht und fällt mit der Zuverlässigkeit der Knox-Matrix-Infrastruktur in der realen Welt. Gelingt es Samsung, eine makellose Sicherheitsbilanz zu wahren und dabei wirklich hilfreiche, unsichtbare KI-Assistenz zu liefern, könnte der Konzern den Standard für das datenschutzorientierte Smart Home der Zukunft setzen.
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