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Samsung setzt 2026 auf KI in jedem Gerät

15.01.2026 - 04:21:12

Samsung Electronics integriert künstliche Intelligenz bis Ende 2026 in seine gesamte Produktpalette. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas kündigte der Konzern diese Woche eine der größten Strategiewechsel seiner Geschichte an. Vom Smartphone über den Fernseher bis zur Waschmaschine – jedes Gerät soll künftig mit KI-Funktionen ausgestattet sein und ein nahtlos vernetztes Ökosystem bilden.

Die Initiative mit dem Titel „AI for All“ soll KI vom Add-on zur Grundlage der Nutzererfahrung machen. Statt isolierter Funktionen strebt Samsung eine allgegenwärtige Intelligenz an, die Bedürfnisse vorhersehen kann. Bis Ende 2026 sollen nach Unternehmensangaben 800 Millionen KI-fähige Geräte bei Verbrauchern im Einsatz sein – eine Vervierfachung gegenüber 2024. Diese Offensive positioniert KI als zentralen Wachstumspfeiler für alle Geschäftsbereiche.

Der Plan unterstreicht den weltweiten Wettlauf um die Definition der nächsten Konsumelektronik-Generation. Das Smartphone wird als zentrale Schaltstelle eines riesigen Ökosystems aus Dienstleistungen und Hardware visioniert. Die KI-Integration soll nicht nur Spitzenprodukte, sondern das gesamte Sortiment erfassen und so fortgeschrittene Intelligenz zum Standard machen.

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Die Technik: Neue Chips und hybride KI

Herzstück der Mobilfunk-Strategie ist der neu angekündigte Exynos 2600. Der Chip soll der erste mobile 2-Nanometer-Prozessor der Branche sein. Seine deutlich leistungsstärkere Neural Processing Unit (NPU) ermöglicht eine neue Klasse von KI auf dem Gerät. Sie soll den Wechsel von reaktiver zu „agentischer“ KI schaffen, die Kontext versteht und mehrstufige Aufgaben lokal ausführen kann.

Samsung setzt auf einen hybriden KI-Ansatz. Alltägliche Aufgaben werden on-device für Datenschutz und Geschwindigkeit verarbeitet. Rechenintensive Prozesse nutzen selektiv Cloud-Intelligenz. Diese Strategie reagiert auf das wachsende Bewusstsein für Datenschutz im Zeitalter generativer KI. Die Marke „Galaxy AI“ kombiniert weiterhin Googles Gemini-Modelle mit Samsungs eigenem Bixby.

Das intelligente Zuhause und mehr

Die Integration geht weit über Smartphones hinaus. Die TV-Modelle 2026 führen die „Vision AI Companion“-Plattform ein. Sie versteht Nutzergespräche dank mehrerer Sprachmodelle, darunter Technologien von Microsoft Copilot und Perplexity, tiefer. Die neuen Fernseher unterstützen zudem HDR10 Plus Advanced für bessere Bildqualität.

In der Haushaltslinie Bespoke erhalten Geräte massive KI-Upgrades. Kühlschränke erkennen mit erweiterter „AI Vision“ tausende Lebensmittel zur Bestandsführung. Die Bespoke AI Laundry Combo wäscht schneller und effizienter. Klimaanlagen optimieren Raumklima und Energieverbrauch. Alle Geräte sind über die erweiterte SmartThings-Plattform vernetzt.

Auch Samsung Health erhält neue KI-Funktionen. Sie analysieren Schlaf-, Ernährungs- und Aktivitätsdaten für personalisierte Einblicke und warnt vor Risiken für chronische Krankheiten.

Marktauswirkungen und Wettbewerb

Die umfassende KI-Strategie ist eine klare Kampfansage an Wettbewerber wie Apple. Samsung will seine Führungsposition im Smartphone-Markt zurückerobern, indem es generative KI zum Verbraucherstandard macht. Die Strategie scheint anzukommen: Die Bekanntheit der Marke „Galaxy AI“ stieg internen Daten zufolge binnen eines Jahres von 30 auf 80 Prozent.

Die enge Partnerschaft mit Google ist symbiotisch. Sie bringt Googles Gemini-Modelle eine riesige, eingebaute Nutzerbasis. Offen bleibt jedoch die Umsetzung. Analysten merken an, dass Samsung zentrale Hardware-Spezifikationen wie die NPU-Rechenleistung oder APIs für Entwickler noch nicht offengelegt hat.

Ausblick: KI als Fundament

Samsungs Roadmap ist eindeutig: KI wird zur Grundlage seines gesamten Ökosystems. Das Unternehmen will ein umfassendes „KI-IT-Unternehmen“ werden, das die Kundenerfahrung durch Vernetzung aller Produktkategorien optimiert. Dazu gehört ein Bekenntnis zu Software-Updates. Ab 2026 sollen alle Haushaltsgeräte serienmäßig WLAN erhalten, um neue Features nachrüsten zu können.

Zur Kostenfrage stellt Samsung klar: Die Kernfunktionen unter der eigenen „Galaxy AI“-Marke bleiben kostenfrei. Erweiterte oder Drittanbieter-Funktionen könnten künftig jedoch kostenpflichtig werden. Der Erfolg der Strategie hängt nicht nur von der Technik, sondern auch vom Aufbau von Verbrauchervertrauen durch Transparenz und einen klaren Mehrwert ab.

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