Samsung, Electronics

Samsung Electronics Aktie: 59 Milliarden Dollar Gewinn

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 22:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Samsung Electronics verzeichnet Rekordgewinn, Aktie erholt sich nach starken Verlusten. Analysten sehen keine Blase im KI-Speichermarkt.

Samsung Aktie: Erholung nach Gewinnmitnahmen trotz Rekordquartal
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die eine florierende Technologiebranche mit bedeutendem finanziellem Erfolg darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Rekordgewinn von 59 Milliarden Dollar, dazu zwei Tage mit Kursverlusten von jeweils rund sieben Prozent. Bei Samsung Electronics zeigt sich diese Woche, wie unberechenbar Anleger auf gute Nachrichten reagieren können. Am Freitag legte die Aktie um 2,52 Prozent auf 285.000 Won zu und baute damit die Erholung vom Donnerstag weiter aus.

Verkaufswelle trotz Bestmarke

Samsung zählt nach dem zweiten Quartal zu den profitabelsten Unternehmen der Welt. Der Betriebsgewinn von 59 Milliarden Dollar übertraf die bisherigen Bestmarken von Apple und Nvidia. Treiber waren die stark gestiegenen Preise für Speicherchips.

Die Marktreaktion verlief trotzdem holprig. Am Dienstag verlor die Aktie 6,92 Prozent, am Mittwoch weitere 6,25 Prozent. Der KOSPI-Index gab im gleichen Zeitraum um 4,91 und 5,35 Prozent nach, bevor er sich um 0,62 Prozent erholte.

Greg Noh, Analystenchef bei HMC Investment Securities, erklärt den Ausverkauf mit der vorangegangenen Kursrally. Die Aktie sei „bereits so stark gestiegen, dass sie anfällig für Gewinnmitnahmen wurde." Trotz der Erholung bleibt Samsung 23,9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 374.500 Won vom 19. Juni. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 303.340 Won — auch davon ist die Aktie noch spürbar entfernt.

Analysten widersprechen der Blasen-Sorge

Marktbeobachter halten die Gewinndynamik für intakt. Die Nachfrage nach Speicherchips übersteigt das Angebot, weil die Produktionskapazitäten begrenzt bleiben. Kim Sun-woo von Meritz Securities rechnet damit, dass das Angebot mindestens bis zum vierten Quartal 2027 deutlich hinter der Nachfrage zurückbleibt.

Auf die Sorge vor einer KI-getriebenen Bewertungsblase reagiert Kim scharf. Solche Argumente seien nur „die Klage eines Kutschers beim Anblick des Verbrennungsmotors" — angesichts des harten Wettlaufs um künstliche allgemeine Intelligenz.

Choi Bo-young von Kyobo Securities teilt diese Einschätzung. Die schnelle Verbreitung von agentenbasierter KI werde die Nachfrage nach Speicherchips breit befeuern. Choi rechnet bis 2028 mit einer strukturellen Angebotsknappheit. Samsung bleibe dabei klarer Marktführer: 38 Prozent Marktanteil bei klassischem DRAM, 29 Prozent bei NAND-Flash-Speicher. Zudem führe der Konzern den jüngsten Preisanstieg bei Speicherchips an.

Gewinnprognosen für die kommenden Jahre

Für das laufende Jahr rechnet HMC Investment Securities mit einem Betriebsgewinn von 250 Milliarden Dollar, für 2027 mit 370 Milliarden Dollar. Analyst Son geht sogar von 235 Milliarden Dollar für 2026 und 385 Milliarden Dollar für 2027 aus.

Die offizielle Konzernprognose für das zweite Quartal nennt einen Konzernumsatz von rund 171 Billionen Won. Der Betriebsgewinn soll bei etwa 89,4 Billionen Won liegen, berechnet nach K-IFRS-Standard.

Rückstand bei HBM-Speicher bleibt

Ein Wermutstropfen bleibt trotz der Dominanz im klassischen Speichergeschäft. Samsung startete zwar als erster Hersteller die Massenproduktion der sechsten HBM-Generation, nachdem der Konzern Nvidias strenges Qualifikationsverfahren bestanden hatte. Im lukrativen HBM-Markt für High-Bandwidth-Memory führt jedoch weiterhin der heimische Rivale SK Hynix. Samsung investiert seit Jahren erheblich, um hier aufzuholen.

Die Aktie hat sich binnen zwölf Monate mehr als vervierfacht, aktuell steht ein Plus von 372,56 Prozent zu Buche. Die annualisierte Volatilität von knapp 99 Prozent über die vergangenen 30 Handelstage zeigt aber, wie nervös der Markt die Bewertung neu einordnet. Die vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal stehen noch aus — sie dürften zeigen, wie sich der Speicher-Boom konkret in Samsungs Bilanz niederschlägt.

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