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Salzburg startet neue Energie- und Wohnbauförderung

01.01.2026 - 23:24:12

Salzburg stellt seine Förderlandschaft neu auf: Ein verbindliches Registrierungssystem für Heizungstausch bringt Planungssicherheit, während die eigene Photovoltaik-Förderung ausläuft.

Ab heute gelten in Salzburg neue Regeln für Energie- und Wohnbauförderungen. Das Land setzt auf mehr Planungssicherheit, streicht aber die eigene Photovoltaik-Förderung. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen zum Jahresbeginn.

Neues System: Förderung muss jetzt registriert werden

Die größte Neuerung ist ein verbindliches Registrierungssystem. Wer eine Landesförderung für einen Heizungstausch beantragen will, muss sich jetzt vor Beginn der Arbeiten online registrieren. Das Land reserviert die beantragten Mittel dann für neun Monate. Diese Änderung soll das finanzielle Risiko für Hausbesitzer und Handwerker minimieren. Bisher galt oft das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, was zu Unsicherheit führte.

Heizungstausch: Pauschale von 3.000 Euro

Beim Austausch fossiler Heizungen setzt das Land auf eine klare Pauschale. Die wichtigsten Punkte:
* Einheitlicher Betrag: Es gibt pauschal maximal 3.000 Euro für den Einbau einer erneuerbaren Zentralheizung wie einer Wärmepumpe.
* Kombination möglich: Diese Landesförderung ist als Top-Up zur Bundesförderung gedacht. Beide können kombiniert werden.
* Fokus auf Erneuerbare: Gefördert werden weiterhin Biomasse- und Wärmepumpenheizungen.

Photovoltaik: Landesförderung läuft aus

Die einschneidendste Änderung betrifft Solarstrom. Die spezifische Landesförderung für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher ist mit dem 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Ab heute können beim Land Salzburg keine Anträge mehr gestellt werden.

Die Begründung: Photovoltaik sei marktreif und werde bereits stark durch Bundesprogramme wie das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) gefördert. Für private Haushalte bedeutet das, dass sie für neue Anlagen nur noch auf Bundesmittel setzen können. Wird der Solarboom dadurch gebremst?

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Wohnbauförderung startet nächste Woche

Für die klassische Wohnbau- und Sanierungsförderung gilt eine andere Timeline. Hier ist die Antragstellung erst ab 7. Jänner 2026 wieder möglich. Gefördert werden dann:
* Alten- und behindertengerechte Umbauten.
* Der Einbau von Personenaufzügen.

Rein energetische Maßnahmen wie Dämmungen sind 2026 nicht über das Salzburger Wohnbauförderungsgesetz förderbar. Der Fokus liegt auf Barrierefreiheit.

Heizkostenzuschuss: 250 Euro für einkommensschwache Haushalte

Parallel startet heute auch eine sozialpolitische Maßnahme. Bis 30. September 2026 können einkommensschwache Haushalte einen Heizkostenzuschuss von 250 Euro beantragen. Die Netto-Einkommensgrenzen liegen bei 1.424 Euro für Alleinstehende und 1.862 Euro für Paare. Bewohner der Stadt Salzburg erhalten automatisch einen weiteren Zuschuss von 100 Euro obendrauf.

Strategischer Rückzug des Landes

Die neuen Richtlinien markieren einen strategischen Wandel. Salzburg zieht sich aus der Doppelförderung etablierter Technologien zurück und konzentriert seine Mittel auf den teuren Heizungstausch und soziale Härtefälle. Die PV-Förderung war in die Kritik geraten, weil durch parallel laufende Bundesförderungen Mitnahmeeffekte befürchtet wurden. Das neue Registrierungssystem wird von der Handwerksbranche begrüßt, da es Planungssicherheit schafft.

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