Salzburg, Fördertöpfe

Salzburg schließt Fördertöpfe für Altstadt-Sanierungen

04.01.2026 - 14:52:12

Eigentümer historischer Gebäude in Salzburg stehen 2026 vor massiven Herausforderungen: Der Förderstopp für thermische Sanierungen trifft auf teure Denkmalschutzauflagen, was zu einem Investitionsstau führen könnte.

Salzburger Altstadt-Besitzer stehen 2026 vor einem finanziellen Dilemma. Das Land schließt seine Fördertöpfe für thermische Sanierungen. Gleichzeitig fordern Denkmalschützer weiterhin teure Speziallösungen. Die Modernisierung des UNESCO-Weltkulturerbes wird zum kostspieligen Hindernislauf.

Förderstopp trifft Sanierungswillige ins Mark

Die einschneidendste Nachricht: Für 2026 sind keine Anträge auf Landesförderung für energetische Maßnahmen mehr möglich. Ab dem 7. Januar öffnet das Land Salzburg die Antragstellung wieder – aber nur für nicht-energetische Projekte wie barrierefreie Umbauten.

  • Die kostenintensivsten Posten wie Dämmung oder Fenstertausch müssen ohne Landesunterstützung gestemmt werden.
  • Zusätzlich fiel zum 1. Januar die Photovoltaik-Förderung der Stadt Salzburg weg.
  • Damit entfällt ein wichtiger Anreiz für Solaranlagen, gerade bei hohen Energiekosten.

Denkmalschutz diktiert teure Technik

Trotz fehlender Gelder bleiben die ästhetischen Auflagen streng. Die charakteristische Dachlandschaft – die „Fünfte Fassade“ – genießt höchsten Schutz. Standard-Solarmodule sind in den Kernzonen tabu.

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Erlaubt sind nur teure Speziallösungen:
* In die Dachhaut integrierte Module
* Solarziegel in Terrakotta-Optik

Diese müssen für das Bundesdenkmalamt (BDA) kaum von historischen Ziegeln zu unterscheiden sein. Ohne städtische Förderung wird die Amortisation für viele Eigentümer unrealistisch.

Auch bei der Dämmung gibt es keine Kompromisse: Außendämmungen sind verboten. Eigentümer müssen auf komplexe und kostspielige Innendämm-Systeme ausweichen, um Fassadenstuck nicht zu verändern.

Altstadterhaltungsfonds: Ein Tropfen auf den heißen Stein

Einziges Lichtblick: Der gemeinsame Altstadterhaltungsfonds von Stadt und Land wurde für 2026 wieder auf eine Million Euro aufgestockt. Er soll Mehrkosten durch den Ensembleschutz abfedern.

Branchenkenner sehen das jedoch kritisch. Eine Million Euro sei angesichts explodierender Baupreise und vieler sanierungsbedürftiger Objekte nur eine punktuelle Entlastung. Der Fonds fördere zudem primär die Substanzerhaltung, nicht die energetische Optimierung.

Markt droht weiter zu spalten

Die Situation könnte den Immobilienmarkt polarisieren:
* Sanierte Objekte in Top-Lagen erzielen bereits 10.000 bis 15.000 Euro pro Quadratmeter.
* Unsanierte Gebäude werden durch die hohen Investitionshürden für Käufer unattraktiver – ein Investitionsstau droht.

Im Vergleich zu Graz oder Wien ist die Lage in Salzburg besonders brisant. Die „Einsichtigkeit“ der Dächer von den Stadtbergen macht pragmatische Lösungen unmöglich. Experten beobachten bereits eine zunehmende Zurückhaltung privater Investoren.

Letzte Hoffnung: Der Bund

Für die Eigentümer bleibt der Blick nach Wien. Die bundesweite „Sanierungsoffensive“ mit ihrem Sanierungsbonus läuft weiter. Ob diese Bundesmittel die spezifischen Mehrkosten im Weltkulturerbe ohne Landesbeteiligung auffangen können, ist jedoch fraglich.

Ohne neue Anreize droht eine Verzögerung notwendiger Sanierungen. Das schadet sowohl der Klimabilanz als auch dem langfristigen Erhalt der historischen Bausubstanz.

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