Salutogenese: Was uns gesund hält
06.02.2026 - 05:10:12Statt Krankheiten zu bekämpfen, fragt die Salutogenese: Was erhält uns gesund? Dieser Ansatz gewinnt angesichts zunehmender psychischer Belastungen an Bedeutung. Er bietet einen dringend benötigten Perspektivwechsel für die Gesundheitsförderung.
Das Modell des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky stellt Gesundheit als dynamischen Prozess dar. Jeder Mensch bewegt sich ständig auf einem Kontinuum zwischen den Polen „gesund“ und „krank“. Der Schlüssel für die Bewegung in Richtung Gesundheit ist das Kohärenzgefühl.
Vom Reparieren zum Stärken: Ein neuer Fokus
Während die klassische Medizin (Pathogenese) fragt, was krank macht, konzentriert sich die Salutogenese auf schützende Faktoren. Sie lenkt den Blick weg von Defiziten und hin zu den Ressourcen, die Menschen für ihre Gesundheit nutzen können. Damit befähigt sie den Einzelnen zur aktiven Gestaltung seines Wohlbefindens.
Der innere Kompass: Das Kohärenzgefühl
Das Kohärenzgefühl ist die zentrale Kraft im salutogenetischen Modell. Es ist die grundlegende Überzeugung, dass das Leben strukturiert und bewältigbar ist. Dieses Gefühl setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
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- Verstehbarkeit: Die Welt erscheint geordnet und Ereignisse sind nachvollziehbar.
- Handhabbarkeit: Man vertraut darauf, über genug eigene Ressourcen oder Unterstützung zu verfügen, um Herausforderungen zu meistern.
- Sinnhaftigkeit: Man empfindet das Leben als bedeutungsvoll und es lohnt sich, Energie in die Bewältigung von Problemen zu investieren.
Ein starkes Kohärenzgefühl wirkt wie ein innerer Kompass in stressigen Zeiten.
Die Werkzeuge: Widerstandsressourcen nutzen
Doch wie entsteht dieses Gefühl? Es wird durch sogenannte generalisierte Widerstandsressourcen genährt. Das sind alle Faktoren, die helfen, Spannungen zu verarbeiten. Dazu zählen:
- Individuelle Ressourcen: Wissen, Selbstwertgefühl oder eine optimistische Haltung.
- Soziale Ressourcen: Ein stabiles Netzwerk aus Familie, Freunden oder Gemeinschaft.
- Materielle Ressourcen: Finanzielle Sicherheit oder der Zugang zum Gesundheitssystem.
Je besser man diese Werkzeuge kennt und nutzt, desto widerstandsfähiger wird man.
Warum dieser Ansatz heute so wichtig ist
In einer Zeit, die von Krisen und Leistungsdruck geprägt ist, stößt das rein reparatur-orientierte Gesundheitssystem an Grenzen. Die Salutogenese setzt hier einen entscheidenden Gegenpol. Sie fördert die Eigenverantwortung und liefert die Grundlage für präventive Maßnahmen – ob im Betrieb, in der Schule oder der Kommune.
Das Konzept der psychischen Resilienz ist eine direkte praktische Anwendung dieser Prinzipien. Die Frage ist also nicht, ob wir Stress haben, sondern wie wir mit ihm umgehen.


