SaludIAAcademy, KI-Training

SaludIA.Academy startet KI-Training für Europas Gesundheitswesen

10.01.2026 - 10:33:12

Europäische Gesundheitsbranche startet mit neuen Plattformen wie der SaludIA.Academy eine umfassende Schulungsoffensive, um das medizinische Personal auf die verschärfte EU-KI-Verordnung ab August 2026 vorzubereiten.

Die europäische Gesundheitsbranche startet eine Offensive für KI-Kompetenz. Grund ist der Countdown zur verschärften EU-KI-Verordnung, die ab August 2026 voll durchschlägt. Neue Trainingsplattformen sollen Ärzte und Klinikpersonal auf den digitalen Wandel vorbereiten.

Barcelona startet digitale Gesundheitsakademie

Am 26. Januar 2026 geht die Lernplattform SaludIA.Academy online. Entwickelt vom Barcelona Health Hub und Magnore Healthcare Training, will sie medizinisches Personal praxisnah schulen. Der Fokus liegt auf der sicheren Integration von Künstlicher Intelligenz in den klinischen Alltag.

„Es gibt viele allgemeine KI-Kurse, aber kaum welche für die spezifischen Anforderungen der Medizin“, erklärt eine Branchenbeobachterin. Die Plattform soll diese Lücke schließen. Die Technologie dahinter wurde bereits ausgezeichnet: Bei den TIC Catalunya Sud Awards gewann Magnore im November 2025 in der Kategorie „Disruptive Technology“.

Parallel startet die Europäische Public-Health-Vereinigung (EUPHA) am 14. Januar einen zwölfwöchigen Pilotkurs. „KI für Gesundheits- und Public-Health-Experten“ soll rund 40 Teilnehmer in drei kernbereichen fit machen:
1. KI-Grundwissen im Public-Health-Kontext
2. Ethische Anwendung, etwa zu Bias und Patienteneinwilligung
3. Regulierungskonformität mit europäischen Vorgaben

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Viele Kliniken und Praxisbetriebe unterschätzen die konkreten Anforderungen der EU‑KI‑Verordnung – ab dem 2. August 2026 drohen bei nicht konformen Diagnose‑ oder Therapie‑Algorithmen rechtliche Risiken. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt Risikoklassen, Nachweispflichten, Dokumentationspflichten und praktische Schritte, wie Sie Trainings- und Governance‑Prozesse einführen. Besonders geeignet für Klinikmanager, Datenschutzbeauftragte und Fortbildungsverantwortliche. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Das Ziel ist ein „Train-the-Trainer“-Ansatz. Die ersten Absolventen sollen als KI-Botschafter in ihren Heimatländern fungieren und Best Practices verbreiten.

August 2026: Die regulatorische Deadline

Der Handlungsdruck kommt von der EU-KI-Verordnung. Ein verbreiteter Irrglaube war, dass die strengen Regeln für Hochrisiko-KI bereits seit Februar 2025 gelten. Doch der wahre Stichtag rückt näher: Der 2. August 2026.

Ab dann müssen „hochriskante“ KI-Systeme, die etwa bei Diagnose oder Therapieplanung helfen, vollständig konform sein. Kliniken benötigen dann qualitätsgesicherte Prozesse, Mechanismen zur menschlichen Aufsicht und lückenlose Dokumentation. Für KI als Sicherheitskomponente in Medizinprodukten gilt sogar erst der 2. August 2027 als Deadline.

„Ohne geschultes Personal, das KI-Ergebnisse interpretieren und hinterfragen kann, riskieren Krankenhäuser Rechtsverstöße“, warnt ein Rechtsexperte. Die aktuellen Trainingsinitiativen sind daher eine präventive Maßnahme.

Branche konsolidiert sich

Der Schulungsbedarf verändert auch die Unternehmenslandschaft. Der globale Beratungsriese Accenture kündigte am 8. Januar die Übernahme der britischen KI-Firma Faculty an. Analysten sehen darin einen Schachzug, um Kunden bei KI-Sicherheit und Governance unter die Arme zu greifen.

Eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) vom 5. Januar unterstreicht den Trend. Demnach ist der größte Engpass nicht mehr die Technologie, sondern die Qualifikation der Mitarbeiter. Unternehmen, die nicht jetzt in „menschenzentrierte“ KI-Schulungen investieren, riskieren später operative Lähmung.

Ausblick: Von der Hype-Phase zur Praxis

Mit dem Start der SaludIA.Academy erwarten Branchenkenner eine Welle ähnlicher Zertifizierungsplattformen in 2026. Der Fokus verschiebt sich vom allgemeinen KI-Hype zu rollenspezifischen Kompetenzen.

Kann ein Radiologe die Fehlerquote eines Algorithmus bewerten? Weiß ein Klinikmanager, ob ein Anbieter die EU-Vorgaben erfüllt? Diese Fragen werden entscheidend. Die erste Jahreshälfte 2026 ist das letzte Zeitfenster, um Europas Gesundheitspersonal fit für die KI-Ära zu machen – bevor die Regulierung voll zuschlägt.

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