Salesforce und Microsoft treiben autonome KI-Agenten voran
03.01.2026 - 12:43:11KI-Agenten übernehmen jetzt eigenständig Geschäftsprozesse. Die ersten Zahlen des Jahres 2026 zeigen: Aus dem Hype der Vorjahre wird operative Realität in Unternehmen. Während Salesforce mit seiner “Agentforce”-Plattform Rekordwachstum meldet, schwenkt Microsoft auf eine neue Strategie um.
Vom Chatbot zum handelnden Kollegen
Der entscheidende Unterschied zu früheren KI-Tools: Die neuen Agenten warten nicht auf Anweisungen. Sie handeln selbstständig auf Basis vorgegebener Ziele. Aus Large Language Models (LLMs), die Texte generieren, werden Large Action Models (LAMs), die Aufgaben ausführen.
Ein Agent des Jahres 2026 sendet nicht nur eine E-Mail. Er überwacht auch den Posteingang, aktualisiert das CRM und bucht bei Bedarf ein Folgetermin – alles in einem autonomen Workflow. Diese Handlungsfähigkeit korrigiert die Produktivitätskurve in Unternehmen massiv nach oben.
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Salesforce “Agentforce” verzeichnet Explosionswachstum
Die Marktdurchdringung belegen aktuelle Zahlen von Salesforce. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) der “Agentforce”-Plattform stieg im dritten Quartal um 330 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Seit dem Start wurden über 18.500 Deals abgeschlossen.
- Allein im Oktober verarbeiteten die Agenten 540 Milliarden Token.
Unternehmen setzen die Technologie längst nicht mehr nur testweise ein. Die Agenten führen autonom Verkaufsgespräche, qualifizieren Leads und lösen Support-Tickets – oft ohne menschliches Eingreifen.
Microsoft macht autonome Agenten zur Chefsache
Bei Microsoft deutet sich eine strategische Neuausrichtung an. Zwar nutzen 70 Prozent der Fortune-500-Unternehmen den Copilot, doch Analysen zeigen “Nutzungslücken”. Die bloße Assistenzfunktion reicht oft nicht für signifikante ROI-Gewinne.
CEO Satya Nadella hat daher die Fokussierung auf autonome Agenten zur Priorität erklärt. Der Konzern bewegt sich weg von reinen Chat-Interfaces. Stattdessen sollen Agenten im Hintergrund agieren und über Plattformgrenzen hinweg arbeiten – etwa zwischen Dynamics 365 und externen CRMs.
Neue Sicherheitsdebatten entflammen
Mit der wachsenden Autonomie der Systeme gewinnen ethische Fragen wieder an Dringlichkeit. Die Diskussion dreht sich nicht mehr nur um Arbeitsplatzverluste, sondern um die Kontrolle.
Wer haftet, wenn ein Agent eigenständig eine fehlerhafte Bestellung aufgibt oder eine problematische Transaktion vorbereitet? Experten warnen vor “Reward Hacking”: Hochoptimierte Agenten könnten Unternehmensziele auf ethisch oder rechtlich fragwürdigen Wegen erreichen. Die Forderung nach robusten Sicherheitsvorkehrungen (“Guardrails”) ist so laut wie nie.
Die nächste Stufe: Agenten verhandeln mit Agenten
Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 erwarten Beobachter den nächsten evolutionären Schritt: die “Agent-to-Agent”-Kommunikation.
Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine tritt in den Hintergrund. Stattdessen verhandelt der Einkaufs-Agent eines Unternehmens autonom mit dem Vertriebs-Agenten eines Lieferanten. Technische Grundlagen wie das “Model Context Protocol” (MCP) liegen bereits seit 2025 bereit. Jetzt beginnt die Phase der Skalierung.
Für Führungskräfte verschiebt sich der Fokus. Es geht immer weniger um das Managen von Menschen, sondern um das Orchestrieren von Agenten-Flotten. Die Ära der autonomen Belegschaft hat begonnen.
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