Salesforce Aktie: 3,6 Milliarden für Fin
24.06.2026 - 19:40:01 | boerse-global.de
Salesforce bricht einen Negativrekord. Nach 14 Handelstagen ohne Kursgewinn — die längste Durststrecke der Unternehmensgeschichte — stabilisiert sich das Papier nur mühsam. Hinter den Kulissen baut der Konzern sein gesamtes Geschäftsmodell um, um den Anschluss an die künstliche Intelligenz nicht zu verlieren.
Suche nach dem Boden
Der Kurs notiert aktuell bei 135,32 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 37 Prozent an Wert verloren. Analysten blicken nun auf die Zone zwischen 116 und 121 Euro. Dieses Niveau gilt als wichtige technische Unterstützung für die kommenden Wochen.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 37,2 Punkten. Das deutet auf einen überverkauften Zustand der Aktie hin. Eine breite Trendwende lässt indes noch auf sich warten.
Agentforce als Wachstumsmotor
Salesforce setzt voll auf autonome KI-Agenten. Die neue Plattform „Agentforce“ generiert bereits jährlich wiederkehrende Umsätze von 1,2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr.
Parallel dazu vertieft der Konzern die Zusammenarbeit mit Anthropic. Die Integration von „Claude Tag“ in Slack ermöglicht es KI-Agenten, Aufgaben eigenständig auszuführen. Sie agieren dabei wie digitale Kollegen direkt in den Arbeitsabläufen der Kunden.
Ergänzend dazu kaufte Salesforce für 3,6 Milliarden US-Dollar den Spezialisten Fin. Dessen Technologie löst drei Viertel aller Kundenservice-Anfragen ohne menschliche Hilfe. Über 30.000 Kunden nutzen das System bereits. KI-Vertriebsmitarbeiter generierten zudem eine Pipeline von rund 130 Millionen US-Dollar.
Starke Zahlen im schwachen Sektor
Trotz der Kursverluste übertrafen die jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 11,13 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 3,88 US-Dollar deutlich über den Prognosen der Analysten.
Das Management nutzt den hohen Cashflow für massive Aktienrückkäufe. Ein Programm über 25 Milliarden US-Dollar ist derzeit autorisiert. Parallel dazu zahlt das Unternehmen eine Quartalsdividende von 0,44 US-Dollar je Aktie.
Der gesamte Software-Sektor steht unter Druck. Der Branchen-ETF IGV verlor allein im Juni 13 Prozent an Wert. Investoren zweifeln, ob die neuen KI-Umsätze die Schwäche bei klassischen Abonnements schnell genug ausgleichen können. Das bisherige Modell der Abrechnung pro Nutzer steht durch die Automatisierung massiv infrage.
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