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Safran S.A.: Höhenflug der Luftfahrttechnik – wie viel Potenzial die Aktie nach der jüngsten Rally noch hat

04.02.2026 - 13:06:07

Die Safran-Aktie nähert sich ihrem Rekordhoch, getragen von starkem Auftragseingang und robusten Margen. Doch nach dem Kursfeuerwerk stellt sich die Frage: Einstieg, Nachkauf oder Gewinnmitnahme?

Die Safran-Aktie ist in den vergangenen Monaten zum Gradmesser für den Aufschwung der zivilen Luftfahrt geworden. Während viele Industriewerte noch mit Nachwehen der Energiekrise und schwacher Konjunktur kämpfen, preist der Markt bei Safran bereits eine neue Wachstumsphase ein: volle Auftragsbücher, steigender Flugverkehr, hoher Bedarf an effizienteren Triebwerken und ein profitables Wartungsgeschäft. Die Erwartungen sind entsprechend hoch – und mit ihnen auch der Kurs.

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Ein-Jahres-Rückblick: Das Investment-Szenario

Wer vor rund einem Jahr bei Safran eingestiegen ist, dürfte heute äußerst zufrieden auf sein Depot blicken. Damals lag der Schlusskurs der Safran-Aktie – ISIN FR0000073272 – bei etwa 162 Euro (Xetra/Handel via Frankfurt, gerundet). Aktuell notiert die Aktie auf Basis der letzten verfügbaren Schlusskurse und Realtime-Indikationen je nach Börsenplatz im Bereich von rund 215 bis 220 Euro. Die Kursdaten mehrerer Quellen wie Reuters, Yahoo Finance und Börsendienste für Euronext Paris zeigen ein sehr ähnliches Bild, leichte Abweichungen ergeben sich lediglich durch Währungskurse und Börsenplatz-spezifische Spreads.

Rechnerisch bedeutet das für langfristig orientierte Anleger ein Plus von grob 32 bis 35 Prozent innerhalb eines Jahres – vor Dividenden. Aus 10.000 Euro Investment wären damit etwa 13.200 bis 13.500 Euro geworden. Für einen etablierten Blue Chip aus dem Luft- und Raumfahrtsektor ist das ein bemerkenswerter Wertzuwachs, zumal der Kursanstieg nicht auf einen kurzfristigen Hype, sondern auf einen kontinuierlichen Aufwärtstrend über mehrere Quartale zurückzuführen ist.

Auch im kürzeren Zeitfenster überzeugt die Aktie: Über fünf Handelstage zeigt sich zwar ein eher seitwärts bis leicht volatiler Verlauf, doch der 90-Tage-Trend ist klar aufwärtsgerichtet. Charttechnisch bewegt sich Safran in der Nähe seines 52-Wochen-Hochs, das – je nach Datenquelle – knapp oberhalb von 220 Euro liegt. Das 52-Wochen-Tief lag dagegen noch deutlich unter der Marke von 150 Euro. Damit signalisiert der Markt ein anhaltend bullishes Sentiment, wenngleich die Nähe zum Rekordhoch das Rückschlagpotenzial bei negativen Überraschungen erhöht.

Aktuelle Impulse und Nachrichten

In den vergangenen Tagen wurde die Safran-Aktie vor allem von zwei Entwicklungslinien geprägt: zum einen von neuen Auftrags- und Partnerschaftsmeldungen, zum anderen von einer zunehmend konstruktiven Einschätzung der Gewinnentwicklung durch Analysten. Mehrere Agenturberichte von Bloomberg und Reuters verweisen darauf, dass der zivile Luftverkehr inzwischen vielerorts wieder das oder sogar ein über dem Vorkrisenniveau liegendes Passagieraufkommen erreicht hat. Für Triebwerks- und Ausrüstungshersteller wie Safran bedeutet das nicht nur steigende Nachfrage nach Neuausrüstungen, sondern vor allem ein wachsendes, sehr margenträchtiges Service- und Wartungsgeschäft.

Vor wenigen Tagen sorgten zudem Berichte über neue oder erweiterte Lieferverträge mit großen Flugzeugbauern für zusätzliche Fantasie. Safran ist unter anderem als Partner von CFM International – dem Joint Venture mit General Electric – tief in die Triebwerksprogramme für Kurz- und Mittelstreckenjets eingebunden. Das CFM LEAP-Triebwerk treibt beispielsweise viele Maschinen der Airbus-A320neo-Familie sowie Boeing-737-Max-Flugzeuge an. Die anhaltend hohe Nachfrage nach diesen spritsparenden Jets stützt die Visibilität der künftigen Erlöse. Ergänzend kommen Nachrichten aus dem Rüstungs- und Raumfahrtsegment hinzu: In Zeiten geopolitischer Spannungen fließen zusätzliche Verteidigungsausgaben in Sensorik, Navigation und Antriebssysteme – Bereiche, in denen Safran gut positioniert ist.

Darüber hinaus steht das Unternehmen regelmäßig mit Technologieinitiativen im Fokus: Safran arbeitet an effizienteren, leiseren Triebwerken, an Hybrid- und Elektroantriebslösungen und an leichteren Materialien. Marktbeobachter interpretieren diese Innovationsagenda als klares Signal, dass der Konzern nicht nur von der aktuellen Erholung der Luftfahrt profitiert, sondern sich auch strategisch auf strengere Klimaregeln und veränderte Kundenanforderungen vorbereitet. Kurzfristig treiben vor allem solide Quartalszahlen und ein optimistischer Ausblick den Kurs, mittelfristig dürften vor allem Technologie- und Effizienzvorteile entscheidend sein.

Das Urteil der Analysten & Kursziele

Das jüngste Analystenecho zur Safran-Aktie fällt mehrheitlich positiv aus. In den zurückliegenden Wochen haben mehrere große Investmentbanken und Research-Häuser ihre Einschätzungen aktualisiert. Der Tenor: überwiegend dKaufene oder dÜbergewichtene, flankiert von wenigen neutralen Bewertungen und kaum expliziten Verkaufsempfehlungen.

So hat beispielsweise Goldman Sachs ihr Kursziel für Safran zuletzt angehoben und die Aktie weiterhin mit einer Kaufempfehlung versehen. Als zentrale Begründung nennen die Analysten die starke Marktstellung im Single-Aisle-Segment, den hohen Anteil wiederkehrender Service-Umsätze sowie die kontinuierliche Margenverbesserung. Aus US-Sicht spielt zudem die robuste Nachfrage nach Flugreisen in Nordamerika und Asien eine Rolle, die über höhere Flugstunden direkt in steigende Wartungsumsätze einfließt.

Ähnlich argumentiert JPMorgan, wo Safran mit dOverweighte eingestuft wird. Das Kursziel liegt – je nach aktueller Veröffentlichung – über dem aktuellen Kursniveau und impliziert damit weiteres Aufwärtspotenzial im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Hervorgehoben werden insbesondere die starke Preissetzungsmacht im Aftermarket, die operative Hebelwirkung bei steigenden Produktionsraten und die solide Bilanzstruktur, die Spielräume für Dividendensteigerungen und selektive Akquisitionen lässt.

Auch europäische Häuser wie die Deutsche Bank oder BNP Paribas sehen in Safran weiterhin einen Qualitätstitel der Luftfahrtindustrie. Teilweise wurden die Kursziele im Zuge der letzten Quartalsberichte noch einmal moderat nach oben angepasst. Die Bandbreite der Konsensziele liegt in vielen Auswertungen oberhalb des aktuellen Kurses, was auf eine überwiegend optimistische Erwartungshaltung schließen lässt. Der Analystenkonsens bewegt sich nach gängigen Datendiensten im Bereich dModerates Kaufene bis dStarkes Kaufene, während der Anteil von Halte-Empfehlungen eher auf Vorsicht hinsichtlich der ambitionierten Bewertung als auf Zweifel an der operativen Qualität des Unternehmens zurückzuführen ist.

Gleichzeitig mahnen einige Research-Noten zur Vorsicht: Nach der starken Kursrally seien ein Großteil der positiven Nachrichten bereits eingepreist, heißt es. Negative Überraschungen – etwa Verzögerungen in der Lieferkette, schwächere Margen durch Kosteninflation oder eine temporär nachlassende Dynamik im Flugverkehr – könnten angesichts der hohen Erwartungen schnell zu deutlicheren Kursrücksetzern führen. In Summe dominiert dennoch das Bild eines strukturell wachsenden, hochprofitablen Konzerns, dessen Aktie vor allem für langfristig orientierte Anleger interessant bleibt.

Ausblick und Strategie

Mit Blick auf die kommenden Monate steht Safran an einem Punkt, an dem operative Stärke und anspruchsvolle Bewertung aufeinandertreffen. Fundamental spricht vieles dafür, dass der Konzern weiter wachsen kann: Die weltweite Flottenverjüngung zugunsten effizienterer Maschinen ist längst nicht abgeschlossen, Airlines investieren in neuere Triebwerke und Kabinenausstattung, während der Trend zu mehr Flugverkehr in Schwellenländern den Bedarf an Kurz- und Mittelstreckenjets zusätzlich ankurbelt. Safran profitiert dabei gleich in mehreren Wertschöpfungsstufen – von der Ausrüstung neuer Flugzeuge bis hin zu langfristigen Wartungsverträgen.

Strategisch setzt das Management dabei auf mehrere Pfeiler. Erstens auf Technologie-Leadership: Mit dem CFM-Programm und der Entwicklung der nächsten Triebwerksgeneration, etwa im Rahmen des RISE-Programms, adressiert Safran die Notwendigkeit, den Treibstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß weiter zu senken. Das verschafft dem Unternehmen eine starke Position gegenüber Wettbewerbern und erhöht die Eintrittsbarrieren für neue Player. Zweitens auf Diversifikation: Neben dem zivilen Luftfahrtgeschäft baut Safran auch seine Aktivitäten in den Bereichen Verteidigung, Raumfahrt, Avionik und Sicherheitssysteme aus. Diese Segmente sind zum Teil weniger zyklisch und können in Phasen schwächerer zivilen Nachfrage stabilisierend wirken.

Drittens setzt Safran auf Effizienzsteigerung und Kostenkontrolle. Nach den pandemiebedingten Einbrüchen wurden Produktionsstrukturen gestrafft, Lieferketten optimiert und digitale Prozesse ausgebaut. Diese Maßnahmen schlagen sich inzwischen in einer verbesserten operativen Marge nieder. Gelingt es, die höheren Produktionsraten mit konsequenter Kostendisziplin zu kombinieren, könnten die Gewinnmargen weiter steigen – ein Szenario, das viele Analysten in ihren Bewertungsmodellen bereits anlegen.

Für Anleger ergeben sich daraus unterschiedliche Handlungsoptionen. Wer bereits investiert ist und den Kursanstieg der vergangenen Monate mitgenommen hat, steht vor der klassischen Frage: Gewinne sichern oder weiterlaufen lassen? Angesichts der soliden Fundamentaldaten und der intakten Branchenperspektive spricht viel dafür, langfristige Positionen beizubehalten, gegebenenfalls mit einer teilweisen Gewinnmitnahme, um das Risiko zu reduzieren. Die Nähe zum 52-Wochen-Hoch mahnt jedoch zu einer nüchternen Risikobetrachtung: Kurzfristige Rückschläge – etwa aufgrund allgemeiner Marktvolatilität, konjunktureller Sorgen oder branchenspezifischer Meldungen – sind jederzeit möglich.

Für Neueinsteiger ist die Bewertung der Knackpunkt. Die Aktie wird – gemessen an Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis – inzwischen mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber traditionellen Industriewerten gehandelt. Dieser Aufschlag basiert auf der Erwartung hoher, relativ stabiler Cashflows und steigender Dividenden. Wer an diese Story glaubt und einen Anlagehorizont von mehreren Jahren mitbringt, kann Rücksetzer als Chance zum schrittweisen Aufbau einer Position betrachten. Kurzfristig orientierte Trader dagegen sollten sich des erhöhten Rückschlagsrisikos in einem Umfeld hoher Erwartungen bewusst sein.

Ein weiterer Faktor ist die makroökonomische Lage: Steigende Zinsen, schwächere globale Konjunkturdaten oder geopolitische Verwerfungen könnten die Risikobereitschaft der Investoren dämpfen und gerade zyklische Qualitätswerte wie Safran zeitweise unter Druck setzen. Dem steht gegenüber, dass der Luftfahrtsektor strukturell von anhaltendem Wachstum beim Passagierverkehr, wachsenden Flotten und dem Zwang zur Dekarbonisierung profitiert. In diesem Spannungsfeld dürfte Safran als einer der führenden Akteure weiterhin eine Schlüsselrolle spielen.

Unterm Strich bleibt Safran eine Qualitätsaktie aus dem Luft- und Raumfahrtsektor mit solider Bilanz, hoher technologischer Kompetenz und attraktiven Wachstumschancen. Das jüngste Kursniveau reflektiert diese Stärken bereits zu einem guten Teil, lässt aber – je nach Eintritt der optimistischen Szenarien – weiteres Potenzial offen. Für Anleger im deutschsprachigen Raum, die ihr Depot um einen internationalen Technologiewert mit starker industrieller Basis ergänzen wollen, bleibt Safran damit ein spannender, wenn auch nicht mehr ganz preiswerter Baustein.

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