Safe Sport Code kommt, Kontrollzentrum verzögert sich
05.02.2026 - 15:15:12Während erste Sportverbände den neuen Safe Sport Code umsetzen, stockt der Aufbau des unabhängigen Kontrollzentrums. Neue Daten zeigen unterdessen eine alarmierende psychische Belastung junger Athleten.
Frankfurt/Berlin – Der Schutz der mentalen Gesundheit im Jugendsport steht 2026 ganz oben auf der Agenda. Doch die Umsetzung verläuft holprig. Große Fachverbände wie der Deutsche Ruderverband (DRV) arbeiten aktuell an der Integration des neuen Regelwerks. Gleichzeitig verzögert sich die Etablierung der übergeordneten Kontrollinstanz, des Zentrums für Safe Sport.
Verbände setzen erstmals einheitliche Regeln um
Der vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) entwickelte Safe Sport Code soll eine rechtssichere Grundlage schaffen. Ziel ist es, psychische Gewalt und Machtmissbrauch auch unterhalb der Strafbarkeit zu sanktionieren.
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Erste Spitzenverbände gehen nun in die Umsetzung. Der Deutsche Ruderverband beriet Ende Januar mit DOSB-Experten über notwendige Satzungsänderungen. Diese müssen bis zum Verbandstag im November beschlossen werden. Der Kodex verbietet explizit „seelische Gewalt“ und „Vernachlässigung“. Diese abstrakten Normen müssen nun in die konkreten Disziplinarordnungen der über 90.000 Vereine übersetzt werden.
Experten sprechen von einem Paradigmenwechsel. Bisher scheiterten Sanktionen bei psychischen Übergriffen oft an fehlenden rechtlichen Handhaben. Der neue Kodex schließt diese Lücke und definiert klare Verhaltenspflichten für Trainer.
Unabhängiges Zentrum lässt auf sich warten
Diese Fortschritte werden von einer zähen Debatte überschattet: Das geplante unabhängige Zentrum für Safe Sport kommt nicht voran. Laut Informationen aus Regierungskreisen startet der Regelbetrieb frühestens Mitte 2027. Eine erste Arbeitsaufnahme wird für Herbst 2026 angestrebt – deutlich später als ursprünglich geplant.
Der Streitpunkt ist die Verbindlichkeit. Politik und Sportverbände setzen teilweise auf Freiwilligkeit. Athletenvertreter fordern dagegen eine verpflichtende Anbindung aller geförderten Verbände an das Zentrum. Ihre Kritik: Ohne eine unabhängige Instanz liegt die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen weiter bei denen, die auch für den sportlichen Erfolg verantwortlich sind – ein klarer Interessenkonflikt.
Studie zeigt: Jugendsportler unter enormem Druck
Die Dringlichkeit der Reformen belegt eine aktuelle Datenlage. Der „Präventionsradar“ zeichnet ein ernstes Bild der psychischen Verfassung von Heranwachsenden.
- Zwar bestätigen Analysen der Deutschen Sportjugend (dsj): Jugendliche im Verein sind zufriedener und fühlen sich seltener einsam.
- Gleichzeitig warnen Fachleute vor den spezifischen Belastungen im Leistungssport. Internationale Studien deuten auf neue Risikofaktoren hin.
- Der Druck durch frühe Professionalisierung und die ständige Präsenz in sozialen Medien („Online Social Burnout“) kann die positive Wirkung des Sports ins Gegenteil verkehren.
Wearables: Fluch oder Segen für die Psyche?
Ein Trend 2026 ist der wachsende Einsatz von Technologie zur Überwachung der mentalen Belastung. Neue Wearables erfassen nicht nur Leistung, sondern auch Parameter wie:
- Herzratenvariabilität (HRV)
- Schlafqualität
- Stresslevel
Sportpsychologen sehen diese Entwicklung ambivalent. Die Daten können helfen, Überlastungen früh zu erkennen. Sie bergen aber auch die Gefahr einer totalen Überwachung. Wenn junge Athleten das Gefühl haben, dass selbst ihre Erholung bewertet wird, kann der psychische Druck weiter steigen.
Das Jahr 2026 wird zur Bewährungsprobe. Der im April in Köln stattfindende „International Congress on Competitive Youth Sports“ wird ein wichtiger Gradmesser sein. Die Verbände stehen in der Pflicht, den Safe Sport Code nicht nur auf dem Papier zu verabschieden, sondern im Alltag zu leben. Doch ohne ein funktionierendes, unabhängiges Zentrum bleibt das Schutznetz für junge Talente vorerst löchrig.
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