Säure-Basen-Haushalt, Ernährung

Säure-Basen-Haushalt: Wie die Ernährung das Herzinfarkt-Risiko beeinflusst

29.04.2026 - 04:50:00 | boerse-global.de

Aktuelle Studien belegen: Eine säurereiche Kost mit viel Fleisch verdoppelt das Risiko für schwere Herzerkrankungen und Todesfälle.

Säure-Basen-Haushalt: Wie die Ernährung das Herzinfarkt-Risiko beeinflusst - Foto: über boerse-global.de
Säure-Basen-Haushalt: Wie die Ernährung das Herzinfarkt-Risiko beeinflusst - Foto: über boerse-global.de

Das belegen mehrere aktuelle Studien aus dem Jahr 2025 und 2026.

Der unterschätzte Risikofaktor: Säurelast aus der Nahrung

Die moderne Ernährung ist reich an tierischen Proteinen, Käse und verarbeiteten Getreideprodukten. Die Folge: Der Körper produziert mehr Säure, als er neutralisieren kann. Eine chronische, leichte Übersäuerung – medizinisch als metabolische Azidose bezeichnet – steht im Verdacht, Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen anzutreiben.

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Forscher der Guilan University of Medical Sciences haben diesen Zusammenhang nun quantifiziert. Ihre Studie, veröffentlicht am 15. Mai 2025 im International Journal of Cardiology Cardiovascular Risk and Prevention, analysierte Daten von 895 Patienten, die sich einer Herzkatheteruntersuchung unterzogen. Das Ergebnis: Probanden mit der höchsten Säurebelastung (gemessen als PRAL-Wert) hatten ein 1,62-fach erhöhtes Risiko für eine schwere koronare Herzkrankheit im Vergleich zur Gruppe mit der niedrigsten Säurelast. Beim NEAP-Wert, einem weiteren Maß für die Säureproduktion, lag das Risiko sogar 1,67-fach höher.

„Die Dosis-Wirkungs-Beziehung ist linear", erklären die Studienautoren. Das bedeutet: Je säurehaltiger die Nahrung, desto stärker schreitet die Arteriosklerose voran – die Verhärtung und Verengung der Arterien, die oft zu Herzinfarkten führt.

Langzeitstudien bestätigen: Moderate Übersäuerung verdoppelt Sterberisiko

Doch nicht nur die Schwere der Erkrankung, auch die Sterblichkeit hängt mit der Ernährung zusammen. Eine große Kohortenstudie aus dem Iran, veröffentlicht am 27. November 2025, beobachtete 6.482 Erwachsene über zehn Jahre hinweg. Die Daten der MASHAD-Studie zeigen einen überraschenden Verlauf: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Todesfälle war in den mittleren Säurebereichen am höchsten.

Konkert: In der zweiten und dritten Säurestufe (Quartile) lag die Wahrscheinlichkeit für einen tödlichen Herzinfarkt 1,97- bzw. 2,32-mal höher als in der niedrigsten Stufe. Schon eine moderate Verschiebung hin zu einer säurereichen Kost kann das Risiko also mehr als verdoppeln.

Bestätigt wird dies durch die Fasa PERSIAN-Kohortenstudie vom 18. November 2024. Bei 2.158 Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden 59 Todesfälle innerhalb von drei Jahren dokumentiert. Auch hier war die Säurebelastung ein unabhängiger Risikofaktor – unabhängig von anderen Ernährungsfaktoren wie der entzündungshemmenden DASH-Diät.

Was im Körper passiert: Drei Mechanismen der Übersäuerung

Die biologische Erklärung liegt in der Aufrechterhaltung des engen pH-Bereichs im Blut. Wenn die Nahrung viele säurebildende Stoffe enthält, steigt die Konzentration von Wasserstoffionen. Zwar gleichen Nieren und Lungen dies normalerweise aus, doch eine dauerhafte Belastung führt zur chronischen, leichten Azidose. Experten für klinische Ernährung und Kardiologie nennen drei Hauptfolgen:

  • Bluthochdruck: Ein saures Milieu schädigt die Innenhaut der Blutgefäße (Endothel). Die Produktion von Stickstoffmonoxid sinkt, die Arterien werden steifer.
  • Insulinresistenz: Die Übersäuerung stört die Insulin-Signalwege – ein Haupttreiber von Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom.
  • Mineralstoffverlust: Um die Säure zu neutralisieren, entzieht der Körper Knochen und Gewebe basische Mineralien wie Calcium und Magnesium. Ein Mangel an Magnesium und Kalium wiederum begünstigt Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck.
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Die American Heart Association hat diese Zusammenhänge in einer wissenschaftlichen Stellungnahme vom 13. März 2026 bestätigt. Kaliumreiche Ernährung – vor allem durch Obst und Gemüse – wirke als natürlicher Alkalisierer, senke den Blutdruck und bremse den altersbedingten Anstieg des systolischen Drucks.

Praktische Konsequenzen: Was bedeutet das für Patienten?

Die Erkenntnisse der Jahre 2024 bis 2026 verändern die Art, wie Ärzte das Ernährungsrisiko bewerten. Statt allgemeiner „gesunder Ernährung" ermöglichen die PRAL- und NEAP-Werte eine präzise metabolische Einschätzung.

Für die Praxis bedeutet das: Eine herzgesunde Ernährung ist mehr als nur weniger rotes Fleisch. Sie erfordert einen strategischen Anstieg von Lebensmitteln mit negativem PRAL-Wert – also solchen, die basisch wirken. Dazu gehören:

  • Spinat und Grünkohl
  • Bananen und Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen

Diese Lebensmittel liefern Bikarbonat-Vorläufer, die die körpereigene Säure neutralisieren. Besonders wirksam sind diese Anpassungen bei älteren Menschen und Patienten mit beginnender Nierenschwäche, deren Nieren Säure nur noch eingeschränkt ausscheiden können.

Ausblick: Wird die pH-Messung zum Routine-Check?

Die Medizin bewegt sich auf das Jahr 2027 zu. Weitere Studien sollen klären, ob gezielte „alkalisierende Interventionen" – etwa Bikarbonat-Tabletten oder streng kontrollierte PRAL-Diäten – als Primärtherapie bei Herzinsuffizienz und schwerer koronarer Herzkrankheit dienen können. Die aktuellen Leitlinien, darunter die Blutdruck-Empfehlungen der American Heart Association und des American College of Cardiology von 2025, legen zunehmend Wert auf den „Food-as-Medicine"-Ansatz.

Für Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnte die Überwachung des Serum-Bikarbonat-Spiegels und des Urin-pH-Werts bald so selbstverständlich sein wie die Kontrolle von Cholesterin oder Blutzucker. Indem Ärzte die metabolische „Unterströmung" der Übersäuerung erkennen und korrigieren, hoffen sie, die Lücke zwischen Lebensstil-Intervention und langfristigem Überleben zu schließen – eine kosteneffektive Strategie zur Bekämpfung der globalen Herzinfarkt-Epidemie.

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