Sächsische Wohnungsgenossenschaften stoppen Neubau
29.01.2026 - 22:03:12Der genossenschaftliche Wohnungsneubau in Sachsen ist faktisch zum Erliegen gekommen. Explodierende Baukosten, hohe Zinsen und langwierige Genehmigungsverfahren zwingen die Unternehmen zum radikalen Kurswechsel. Statt auf Wachstum setzen sie jetzt voll auf die Sanierung ihrer Bestandsimmobilien.
Diese strategische Kehrtwende verschärft die Debatte um bezahlbaren Wohnraum im Freistaat. Für sozial orientierte Vermieter rechnen sich Neubauprojekte schlicht nicht mehr. Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) rechnet vor: Aktuelle Baukosten würden Mieten von 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter erfordern. Das ist mit den genossenschaftlichen Prinzipien unvereinbar.
Baukosten und Zinsen bremsen alles aus
Zwei Hauptfaktoren bringen die Neubaupläne zum Kippen:
* Explodierende Baukosten durch Materialengpässe und hohe Auslastung der Baufirmen.
* Die Zinswende der letzten Jahre, die die Finanzierung deutlich verteuert hat.
„Der Neubau ist für viele unserer Mitglieder zu einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko geworden“, so die Einschätzung des VSWG. Das vergangene Jahr stand daher ganz im Zeichen der Stabilisierung, nicht der Expansion.
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Diese Entwicklung ist bundesweit zu beobachten, hat in Ostdeutschland aber eine besondere Note. Sachsen verzeichnet weiterhin eine Leerstandsquote von 8,6 Prozent. Das macht Investitionen in neue Wohnungen noch unattraktiver.
Fokus verschiebt sich auf den Bestand
Die Genossenschaften lenken ihr Geld jetzt in die etwa 310.000 Wohnungen, die sie bereits besitzen. Die Strategie: Modernisieren statt neu bauen.
Im Vordergrund stehen dabei:
* Energetische Sanierungen, um die Dekarbonisierung voranzutreiben.
* Altersgerechte Umbauten für eine älter werdende Bevölkerung.
* Allgemeine Instandhaltung zum langfristigen Werterhalt.
Das Ziel ist klar: Die Qualität des vorhandenen Wohnraums sichern und die Mieten für die Mitglieder stabil halten. Die Priorität liegt auf Sicherheit, nicht auf risikoreichem Wachstum.
Staatliche Förderung reicht nicht aus
Die sächsische Staatsregierung versucht gegenzusteuern. Für den Doppelhaushalt 2025/26 sind über 400 Millionen Euro für Wohnraumförderung eingeplant. Allein 2026 sollen rund 215 Millionen Euro in den sozialen Wohnungsbau fließen.
Doch Branchenvertreter halten dagegen: Die Förderung kompensiere bei weitem nicht die explodierenden Kosten. Die Lücke zwischen wirtschaftlich notwendiger und sozial verträglicher Miete bleibe zu groß. Ohne tragfähigere Rahmenbedingungen werde sich an der Blockade kaum etwas ändern.
Wann kommt der Neubau wieder in Gang?
Eine schnelle Trendwende ist nicht in Sicht. Solange Baukosten und Zinsen hoch bleiben, wird die Zahl der Neubauprojekte gering bleiben. Die Genossenschaften konzentrieren sich weiter auf ihre Rolle als Stabilitätsanker.
Langfristig hängt eine Wiederbelebung von drei Faktoren ab:
1. Einer Normalisierung der Baupreise.
2. Verlässlichen und ausreichenden Förderbedingungen.
3. Deutlich beschleunigten Genehmigungsverfahren.
Bis dahin gilt für Sachsens Wohnungsgenossenschaften: Die Sicherung des Bestands hat Vorrang.
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