Sadfishing, Angeln

Sadfishing: Das emotionale Angeln nach Aufmerksamkeit

18.01.2026 - 19:56:12

Der Trend, emotionale Probleme online zu inszenieren, führt zu Mitgefühlsmüdigkeit und Cybermobbing. Experten zeigen Risiken auf und geben Tipps für einen gesunden Umgang.

Sadfishing ist zum Trend in sozialen Netzwerken geworden. Nutzer stellen emotionale Probleme übertrieben oder inszeniert dar, um Mitgefühl und Likes zu erhaschen. Experten warnen vor den Folgen: Echte Hilferufe werden überhört, und die „Angler“ selbst riskieren Cybermobbing.

Was steckt hinter dem Mitleids-Haken?

Der Begriff lehnt sich an „Catfishing“ an und beschreibt das „Angeln“ nach Aufmerksamkeit durch dramatische Posts. Die Bandbreite reicht von kryptischen Andeutungen bis zu detaillierten Leidensgeschichten. Das Ziel ist immer eine Flut an tröstenden Kommentaren und privaten Nachrichten.

Die Motive sind komplex. Sie reichen von echter Einsamkeit bis zum kalkulierten Versuch, die Reichweite zu steigern. In einer Welt, in der Aufmerksamkeit Währung ist, wird Verletzlichkeit zum Werkzeug. Die große Frage bleibt: Wo hört der authentische Hilferuf auf und wo beginnt die Inszenierung?

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Die Risiken für alle Beteiligten

Für die „Sadfisher“ kann der Schuss nach hinten losgehen. Statt Unterstützung ernten sie oft Häme oder den Vorwurf, nur Aufmerksamkeit zu wollen. Das kann echte psychische Probleme noch verschlimmern. Zudem verstärkt das ständige Kreisen um negative Gefühle diese oft, statt Lösungen zu finden.

Das Publikum stumpft ab. Wer ständig mit dramatisierten Geschichten konfrontiert wird, entwickelt eine Mitgefühlsmüdigkeit. Die Folge: Man wird zynisch und reagiert nicht mehr auf echte Notlagen. Das untergräbt die Möglichkeit sozialer Netzwerke, in Krisen zu unterstützen.

So setzt man gesunde Grenzen

Der Umgang mit verdächtigen Posts erfordert Fingerspitzengefühl. Schnelles Urteilen hilft niemandem.

Für Freunde und Follower:
* Lieber privat nachfragen: Eine direkte Nachricht zeigt echtes Interesse, ohne öffentliches Drama zu befeuern.
* Konkret anbieten: Fragen wie „Wie kann ich dich unterstützen?“ sind besser als allgemeines Mitleid.
* Hilfe vorschlagen: Bei ernsten Anzeichen sollte man behutsam auf professionelle Angebote hinweisen.
* Eigene Batterien schonen: Man trägt nicht die Verantwortung für das Wohlbefinden aller Online-Kontakte.

Für die, die zum Posten neigen:
* Motive checken: Was erhoffe ich mir von diesem Post? Echtes Gespräch oder nur Bestätigung?
* Direkte Wege wählen: Vertraute Personen oder Profis sind verlässlichere Ansprechpartner als ein unberechenbares Online-Publikum.

Ein Symptom der Social-Media-Kultur

Sadfishing ist kein Zufall, sondern ein Produkt des Systems. Algorithmen belohnen emotionale und dramatische Inhalte, weil sie viel Interaktion generieren. Der ständige Vergleich mit den perfekten Leben anderer erhöht den Druck, durch eigene Dramatik aufzufallen.

Studien deuten darauf hin, dass besonders Jugendliche mit psychischen Belastungen anfällig sind. Eine Untersuchung von 2023 zeigte, dass Jungen tendenziell häufiger „sadfishten“, dieses Verhalten mit dem Alter aber abnahm. Das unterstreicht, wie wichtig frühe Medienkompetenz ist.

Wohin entwickelt sich die Online-Kommunikation?

Das wachsende Bewusstsein für Phänomene wie Sadfishing könnte ein Umdenken einläuten. Nutzer durchschauen die Mechanismen emotional Inszenierung immer besser. Das könnte zu mehr Authentizität und privateren, aber tieferen Gesprächen führen.

Die Zukunft liegt in digitalen Räumen, in denen echte Verletzlichkeit ohne Stigma geteilt werden kann. Dafür müssen Nutzer empathisch kommunizieren und Plattformen verantwortungsvollere Algorithmen entwickeln. Der Schlüssel bleibt eine gesunde Medienkompetenz für alle.

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