Sacramento: Datenzentren-Boom belastet Wasser- und Stromnetze
25.02.2026 - 00:30:37 | boerse-global.deSacramento wird zum Hotspot für Datenzentren in Nordkalifornien – doch der Boom treibt den Verbrauch von Wasser und Strom in die Höhe. Lokale Gemeinden und Umweltgruppen schlagen Alarm.
Die Stadt profitiert wirtschaftlich von der Ansiedlung als günstigere und erdbebensichere Alternative zum teuren Silicon Valley. Doch der explosionsartige Bedarf an Rechenleistung durch künstliche Intelligenz (KI) stellt die Region vor massive ökologische Herausforderungen. Ein aktueller Bericht zeigt: Große Anlagen verbrauchen bis zu 19 Millionen Liter Wasser täglich – so viel wie eine Stadt mit 50.000 Einwohnern.
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KI-Boom treibt Expansion voran
Trotz der Arbeit schreitet der Ausbau ungebremst voran. Ein Schlüsselprojekt ist die zweite Bauphase von Prime Data Centers auf dem Gelände des ehemaligen Luftwaffenstützpunkts McClellan Park. Für den Neubau wurde Anfang des Jahres eine Vereinbarung mit Baugewerkschaften unterzeichnet.
Die Investition von rund 150 Millionen Euro soll bis zu 16 Megawatt zusätzliche Kapazität bringen. Das würde die bestehende Anlage mehr als verdoppeln. Der Grund für die Nachfrage ist klar: Im traditionellen Tech-Zentrum Silicon Valley werden Stromengpässe und hohe Kosten zum Problem. Sacramento lockt mit günstigeren Preisen und verfügbaren Ressourcen.
Attraktivität mit seismischem Vorteil
Die Region hat sich strategisch klug positioniert. Neben niedrigeren Grundstücks- und Betriebskosten punktet Sacramento mit einer geologischen Besonderheit: Die Stadt liegt auf einer anderen tektonischen Platte als die San Francisco Bay Area.
Diese erdbebentechnische Stabilität ist ein entscheidender Faktor für Ausfallsicherheit und Datenreplikation. Zusammen mit einem zuverlässigen Stromnetz des lokalen Versorgers SMUD und guter Konnektivität entsteht ein attraktives Ökosystem für Dateninfrastruktur.
Auch der japanische Konzern NTT betreibt hier bereits einen großen Campus mit drei Rechenzentren und 52,7 Megawatt Kapazität. Für die Region bedeuten diese Projekte Hunderte von Arbeitsplätzen im Baugewerbe und eine Diversifizierung der Wirtschaft.
Kritik: Massive Umweltbelastung droht
Doch der Preis des Wachstums wird immer sichtbarer. Ein Bericht vom 23. Februar 2026 macht die lokalen Sorgen konkret: Die riesigen Mengen an Wasser und Strom für Kühlung und Betrieb der KI-Server belasten die Ressourcen der Region.
Das Problem verschärft sich durch den Energiehunger der KI. Experten prognostizieren, dass der Stromverbrauch von Datenzentren in den kommenden Jahren um das Dreifache steigen könnte. Eine Studie von Restore the Delta warnt bereits vor den Folgen für das ökologisch sensible Sacramento-San Joaquin Delta.
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Die Kritiker argumentieren: Diese industrielle Expansion könnte die Wasserknappheit verschärfen und Gemeinden zusätzlich belasten, die bereits überdurchschnittlich von Umweltproblemen betroffen sind. Die lokale Unsicherheit spiegelt einen nationalen Trend wider – Gemeindegruppen haben bereits Datenzentren-Projekte im Wert von Milliarden Euro gestoppt.
Zwickmühle zwischen Wirtschaft und Ökologie
Die Stadt steht vor einer schwierigen Abwägungsfrage. Auf der einen Seite locken wirtschaftliche Vorteile: Gut bezahlte Bau- und Technikjobs sowie höhere Steuereinnahmen. Die Projekte positionieren Sacramento als zukunftsorientierten Technologiestandort.
Auf der anderen Seite werden die ökologischen und sozialen Kosten immer deutlicher. Die Auslastung der Datenzentren in den USA lag 2025 bei rekordverdächtigen 96,5 Prozent – die Nachfrage bleibt also hoch. Doch Netzengpässe und lokaler Widerstand haben allein im letzten Jahr zur Absage von mindestens 25 geplanten Projekten geführt.
Nachhaltigkeit als Schlüsselfrage
Die Zukunft Sacramentos als Datenzentrum-Standort scheint gesichert. Prime Data Centers plant bereits ein schärferes drittes Gebäude auf dem McClellan-Gelände. Doch der weitere Ausbau wird wohl unter schärferer Beobachtung und intensiverer öffentlicher Diskussion stattfinden.
Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich dieses Wachstum nachhaltig gestalten? Einige Tech-Giganten haben zwar angekündigt, bis 2027 wasserneutrale Datenzentren zu entwickeln. Doch diese Technologie ist bei aktuellen Neubauten noch nicht Standard.
Der Dialog zwischen Entwicklern, Versorgern, Kommunalverwaltung und Bürgern wird entscheidend sein. Nur so kann eine Strategie entstehen, die technologischen Fortschritt ermöglicht – ohne die natürlichen Ressourcen der Region zu gefährden.
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