SABER-System, Zollcodes

SABER-System: Neue Zollcodes und strikte Kontrollen in Kraft

05.01.2026 - 20:52:12

Seit Januar 2026 setzt Saudi-Arabien sein digitales SABER-System strikt durch. Deutsche Exporteure müssen ihre Produktcodes anpassen, sonst werden Sendungen am Hafen abgewiesen.

Saudi-Arabien verschärft ab sofort die Einfuhrkontrollen durch vollständige Digitalisierung. Für deutsche Exporteure bedeutet das: Wer die neuen Vorgaben nicht exakt einhält, dessen Ware bleibt am Hafen stehen.

Seit dieser Woche setzt das Königreich die letzte Phase seiner Handelsreform um. Das aktualisierte SABER-Zertifizierungssystem und die neuen Zolltarifcodes werden nun vollständig durchgesetzt. Die saudischen Behörden SASO und ZATCA haben ihre Systeme synchronisiert. Sendungen, die nicht konform sind, passieren den Zoll nicht mehr.

Dieser Schritt beendet eine seit Ende 2025 angekündigte regulatorische Überholung. Aus den großen Logistikzentren in Dschidda und Dammam wird berichtet, dass Zollbeamte die digitale Abgleichung nun strikt anwenden. Lieferungen, deren Harmonisierte System (HS)-Codes nicht mit der aktualisierten SABER-Plattform übereinstimmen, werden abgewiesen. Die Schonfrist ist vorbei. Für Exporteure und Logistiker geht es jetzt nur noch darum, kostspielige Liegegebühren und Zurückweisungen zu vermeiden.

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Januar 2026: Die große Zollcode-Reform

Kern der neuen Maßnahmen ist eine umfassende Aktualisierung der Zolltarifcodes im elektronischen SABER-System, die am 1. Januar 2026 in Kraft trat. Laut Compliance-Beratungsunternehmen wie Pincvision wurden zahlreiche bestehende Codes ersetzt, um sie an das neue Klassifizierungssystem der ZATCA anzupassen.

Die Änderungen betreffen eine breite Palette regulierter Sektoren: von Textilien und Baumaterialien bis hin zu Elektrogeräten und Maschinen. Das SABER-System verlangt nun eine exakte Übereinstimmung der HS-Codes auf den Produktkonformitätszertifikaten (PCoC) und Sendungskonformitätszertifikaten (SCoC) mit der neuen ZATCA-Struktur.

Branchenanalysten weisen darauf hin: Zwar behalten unter alten Codes ausgestellte PCoCs ihre Gültigkeit bis zum Ablaufdatum. Der Zollabfertigungsprozess prüft jedoch automatisch gegen die neue Codeliste von 2026. Sendungen, die diese Woche mit veralteten Codes eintreffen, müssen manuell neu zugeordnet werden. Bei größeren Abweichungen droht die komplette Zurückweisung. Diese strikte digitale Validierung beendet bisherige manuelle Umwege.

Folgen für globale Lieferketten

Die sofortigen Auswirkungen der verschärften Durchsetzung sind in den globalen Lieferketten spürbar, die auf den saudischen Markt abzielen. Logistikdienstleister berichten, dass der Mechanismus der „Verpflichtungserklärungen“ (Undertaking Letters) weiterhin abgeschafft bleibt. Diese Möglichkeit, Ware gegen das Versprechen späterer Dokumentenvorlage zu verzollen, wurde 2025 beendet und wird nun mit neuer Strenge überwacht.

Die Synchronisation der SASO- und ZATCA-Systeme hat die letzten Schlupflöcher für nicht zertifizierte Waren geschlossen. Compliance-Experten warnen vor einem zentralen Engpass: dem SCoC. Dieses Zertifikat muss vor Ankunft der Sendung ausgestellt werden. Exporteure, die ihre Produktregistrierungen nicht an die neuen Tarifcodes angepasst haben, können kein gültiges SCoC mehr generieren. Die Folge: Ihre Ware strandet im Abgangshafen oder auf See.

Zudem weisen Handelsförderungsagenturen darauf hin, dass der saudische Zoll für Alt-Zertifikate während der Abfertigung neue Codes zuweist. Das soll den Handel erleichtern, lastet dem Importeur aber die Verantwortung auf. Er muss prüfen, ob der neu zugewiesene code das Produkt nicht versehentlich in eine andere Regulierungskategorie einstuft – was zusätzliche Prüfanforderungen auslösen würde.

Strategischer Hintergrund: Vision 2030

Die aktuellen Maßnahmen stehen im Einklang mit Saudi-Arabiens Vision 2030. Diese Initiative priorisiert die Digitalisierung des Handels und den Verbraucherschutz durch rigorose Standards. Die vollständige Automatisierung der SABER-Compliance soll gefälschte und mangelhafte Waren vom Markt fernhalten.

Durch die direkte Integration der SABER-Plattform in die Zollabfertigungssysteme (FASAH) haben die Behörden eine digitale Firewall errichtet. Die Updates für 2026 bauen auf der regulatorischen Grundlage der Vorjahre auf, insbesondere der verpflichtenden Integration von PCoC und SCoC für alle Importe. Das Königreich geht bei der Automatisierung technischer Handelshemmnisse schneller vor als viele andere Märkte. Exporteure müssen agile Compliance-Teams vorhalten, die auf digitale System-Updates in Echtzeit reagieren können.

Ausblick für das erste Quartal 2026

Handelsexperten rechnen im Rest des ersten Quartals 2026 mit einer Stabilisierungsphase, während sich Exporteure an die neuen Codes gewöhnen. Das unmittelbare Risiko bleibt jedoch hoch. Unternehmen wird dringend geraten, ihre Produktportfolios im SABER-System zeilenweise zu überprüfen.

In Compliance-Kreisen wird spekuliert, dass die SASO später im Jahr für bestimmte Hochrisikokategorien weitere Integrationsanforderungen einführen könnte, etwa eine strengere Prüfung von Testberichten. Die Botschaft aus Riad ist derzeit klar: Die digitale Compliance-Infrastruktur ist voll funktionsfähig. Die Einhaltung der SABER-Protokolle ist eine nicht verhandelbare Voraussetzung für den Marktzugang. Unternehmen sollten ihre Versanddokumente vor dem Abgang überprüfen, um hohe Geldstrafen und langfristigen Reputationsschaden bei den saudischen Zollbehörden zu vermeiden.

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