Saab Aktie: Q2-Bericht am 17. Juli entscheidend
25.06.2026 - 22:10:02 | boerse-global.de
Saab legt am Donnerstag um knapp zwei Prozent zu. Das klingt besser, als es ist.
Der schwedische Rüstungskonzern notiert bei 25,50 USD — und liegt damit noch immer rund 37 Prozent unter dem Jahreshoch von 40,77 USD, das im Januar erreicht wurde. Auf Monatssicht steht ein Minus von gut zwölf Prozent. Wer den Chart betrachtet, sieht keinen Trendwechsel, sondern eine Gegenbewegung in einem anhaltenden Abwärtstrend.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Das Paradoxe: Saab liefert operativ. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz auf 19,2 Milliarden Schwedische Kronen — ein organisches Plus von 23,6 Prozent. Das EBIT stieg um 32 Prozent auf 1,92 Milliarden Kronen, die Marge lag bei 10,0 Prozent. Der operative Cashflow drehte von minus 14 Millionen auf plus 1,0 Milliarden Kronen.
Trotzdem notiert die Aktie unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 28,80 USD und dem 200-Tage-Durchschnitt von 30,84 USD. Der RSI liegt bei 37,3 — technisch kein überkauftes Niveau, aber auch kein Signal für eine Trendwende. Die annualisierte Volatilität von knapp 48 Prozent zeigt: Kursbewegungen in beide Richtungen können schnell und heftig ausfallen.
Dänemark bestellt, Markt wartet
Mitte Juni meldete Saab einen Auftrag aus Dänemark. Die dänische Beschaffungsbehörde bestellte Giraffe-1X-Radarsysteme dauerhaft — nachdem die dänischen Streitkräfte die Systeme bereits seit Herbst 2025 im Einsatz hatten, unter anderem rund um EU-Gipfeltreffen in Kopenhagen. Das Radar erkennt, verfolgt und klassifiziert Luftziele inklusive Drohnen.
Einen Auftragswert nannte Saab nicht. Für Investoren bleibt die Frage, ob sich solche Bestellungen in Europa zu einem verlässlichen Auftragsfluss verdichten — oder ob es bei Einzelereignissen bleibt.
Alles hängt am 17. Juli
Der eigentliche Prüfstein kommt in drei Wochen. Am 17. Juli veröffentlicht Saab die Zahlen für das zweite Quartal — um 7:30 Uhr MEZ, gefolgt von einem Management-Webcast um 10:00 Uhr. Investoren werden prüfen, ob die Wachstumsdynamik aus dem ersten Quartal anhält: Umsatz, Margen, Cashflow und vor allem die Auftragslage.
Die Ordereingänge lagen im ersten Quartal mit 18,2 Milliarden Kronen leicht unter dem Vorjahr. Saab erklärte das mit weniger Großaufträgen — mittlere Aufträge hätten sich dagegen stark entwickelt. Ob sich dieses Muster fortsetzt oder Großaufträge zurückkehren, wird der Q2-Bericht zeigen. Bis dahin bleibt das heutige Plus eine Momentaufnahme.
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