Saab, Aktie

Saab Aktie: NLAW-Vertrag mit französischer DGA

24.06.2026 - 07:25:02 | boerse-global.de

Saab investiert in KI-Startup Comand AI und sichert sich Radaraufträge, während die Aktie 2026 deutliche Verluste verzeichnet.

Saab Aktie: KI-Invest und Radar-Deals trotz Kursrückgang
Saab - Ein modernes NLAW-System mit dem Eiffelturm im Hintergrund, in einer minimalistischen Ausstellungshalle. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Saab investiert 11,1 Millionen Euro für einen Anteil von zehn Prozent an Comand AI. Das Pariser Startup entwickelt Künstliche Intelligenz für den Einsatz auf dem Schlachtfeld — ein Bereich, der in europäischen Verteidigungsbudgets rasant an Gewicht gewinnt.

Strategische Weichenstellung

Saab-Chef Micael Johansson setzt damit ein klares Signal: Der schwedische Rüstungskonzern will KI nicht zukaufen, sondern früh mitgestalten. Comand-AI-CEO Loïc Mougeolle erhält damit einen kapitalstarken Partner mit direktem Zugang zu Nato-Kunden. Das Ziel: europäische Verteidigungsfähigkeiten durch moderne KI-Systeme stärken.

Der Schritt ist Teil einer dichten Aktivitätswoche. Ebenfalls am 17. Juni bestellte Dänemarks Beschaffungsbehörde DALO dauerhaft mehrere Giraffe-1X-Radarsysteme. Die Geräte hatten sich bereits beim Schutz der EU-Sicherheitsgipfel in Kopenhagen im Oktober 2025 bewährt. Einen Tag zuvor präsentierte Saab auf der Eurosatory 2026 in Paris das neue Giraffe-AMB-D-Radar — die jüngste Entwicklungsstufe der bewährten AMB-Familie.

Frankreich, Norwegen, Abspaltung

Ebenfalls am 16. Juni sicherte sich Saab einen Vertrag mit der französischen Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA. Geliefert werden NLAW-Panzerabwehrraketen samt Trainingsausrüstung, gestaffelt zwischen 2026 und 2030. Optionen für Folgebestellungen sind eingeschlossen.

Parallel dazu hat Saab angekündigt, sein Geschäft mit Lösungen für die öffentliche Sicherheit an den norwegischen Anbieter Omda AS zu verkaufen. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Das Unternehmen schärft damit sein Profil als reiner Verteidigungs- und Luft- und Raumfahrtkonzern.

Kurs unter Druck

All diese Aktivitäten kommen in einer Phase, in der die Aktie deutlich nachgibt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund 14 Prozent verloren und notiert mit 26,12 USD mehr als 35 Prozent unterhalb des Januarhochs von 40,77 USD. Der RSI liegt bei 38,5 — technisch nah an überverkauftem Terrain, aber noch kein klares Kaufsignal.

Ob die Kombination aus KI-Beteiligung, neuen Radarverträgen und dem schärferen Portfolioprofil ausreicht, um die Stimmung zu drehen, zeigt sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen.

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