Saab Aktie: 2.000 NLAW-Einheiten für Frankreich
22.06.2026 - 05:37:06 | boerse-global.de
Saab rüstet die französische Infanterie massiv auf. Der schwedische Rüstungskonzern hat einen umfangreichen Vertrag über die Lieferung von NLAW-Panzerabwehrsystemen unterzeichnet.
Die Vereinbarung mit der französischen Beschaffungsbehörde DGA umfasst neben den Raketensystemen auch passende Trainingssimulatoren. Die Auslieferungen beginnen noch in diesem Jahr und laufen bis 2030. Branchenkenner schätzen das Volumen der ersten Bestellung auf mehr als 2.000 Einheiten.
Lückenschluss im Arsenal
Frankreich reagiert mit dem Kauf auf die veränderte Sicherheitslage in Europa. Das 12,5 Kilogramm schwere NLAW-System schließt eine taktische Lücke zwischen der tragbaren AT4 und der schwereren Akeron-MP-Rakete. Militärexperten sehen in der Beschaffung eine direkte Reaktion auf die Lehren aus dem Ukraine-Konflikt.
Die Technik erlaubt Angriffe von oben oder im Direktschuss auf Distanzen bis zu 1.000 Metern. Rund 60 Prozent der Produktion finden in Großbritannien bei Thales UK statt. Dieser Schritt festigt die industrielle Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Schweden. Ursprünglich wollte Paris diese Modernisierung bereits Ende 2025 abschließen.
Elektronische Kampfführung und KI
Parallel dazu baut Saab seine Präsenz in Asien aus. Die malaysische Luftwaffe hat dem Konzern eine Absichtserklärung für ein elektronisches Überwachungssystem erteilt. Die Technik soll die Kompetenzen des nationalen Zentrums für elektronische Kampfführung in Malaysia stärken.
Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentiert Saab zudem das neue Giraffe-AMB-D-Radar. Das System nutzt eine softwaredefinierte Architektur für flexible Updates und die Erkennung von Bedrohungen in verschiedenen Bereichen. Flankierend investiert Saab als strategischer Partner in das Start-up Comand AI. Das Unternehmen entwickelt KI-native Führungssysteme und schloss kürzlich eine Finanzierungsrunde ab.
Die langfristige Auftragslage stabilisiert sich durch den Paris-Deal bis 2030. Am 21. Juli folgen die nächsten Quartalszahlen, die Aufschluss über die aktuelle Margenentwicklung geben.
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