Saab B, SE0000112385

Saab AB-Aktie (SE0000112385): Rüstungsboom, hoher Auftragsbestand und neue Kursfantasie

21.05.2026 - 14:42:41 | ad-hoc-news.de

Saab AB profitiert vom globalen Aufrüstungszyklus, meldet kräftiges Wachstum und einen Rekord-Auftragsbestand. Was steckt hinter der Dynamik und welche Faktoren sollten deutsche Anleger bei der Saab-Aktie im Blick behalten?

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Saab AB steht sinnbildlich für den aktuellen Rüstungsboom in Europa: Steigende Verteidigungsbudgets, neue Großaufträge und ein wachsender Auftragsbestand treiben das Geschäft des schwedischen Konzerns an. Für Anleger ist die Aktie damit eng mit geopolitischen Spannungen, sicherheitspolitischen Entscheidungen und langfristigen Beschaffungsprogrammen verknüpft.

Ein wichtiger jüngerer Treiber war der abermals stark gestiegene Auftragsbestand, den Saab am 25.04.2026 mit den Zahlen zum ersten Quartal 2026 meldete. Der Auftragseingang legte im Zeitraum Januar bis März 2026 deutlich zu, während der Umsatz im gleichen Zeitraum ebenfalls gewachsen ist, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht, der auf der Investor-Relations-Seite von Saab abrufbar ist, vgl. Saab IR Stand 25.04.2026. Der Konzern betonte dabei, dass insbesondere Flugabwehrsysteme und Sensorik gefragt waren.

Stand: 21.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Saab AB
  • Sektor/Branche: Luft- und Raumfahrt, Verteidigung
  • Sitz/Land: Stockholm, Schweden
  • Kernmärkte: Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik
  • Wichtige Umsatztreiber: Luftverteidigungssysteme, Radar- und Sensorsysteme, Kampfflugzeuge, Marine- und U-Bootlösungen
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Nasdaq Stockholm (Ticker: SAAB B)
  • Handelswährung: Schwedische Krone (SEK)

Saab AB: Kerngeschäftsmodell

Saab AB ist ein schwedischer Sicherheits- und Verteidigungskonzern mit Fokus auf militärische Luftfahrt, Luftverteidigung, Sensorik, Marineplattformen und damit verbundene Dienstleistungen. Historisch ist das Unternehmen vor allem für die Entwicklung und Produktion von Kampfflugzeugen bekannt, etwa des Mehrzweckkampfflugzeugs Gripen. Heute ist die Struktur deutlich breiter und auf mehrere Segmente verteilt, um technologisch und regional diversifizierter zu sein.

Im veröffentlichten Jahresbericht für 2025, der am 13.02.2026 erschien, weist Saab einen Umsatzanstieg gegenüber 2024 aus. Das Unternehmen berichtete, dass der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 bei rund 54 Milliarden schwedischen Kronen lag, nach etwa 46 Milliarden Kronen im Jahr 2024, wie aus dem Report hervorgeht, der über die Investor-Relations-Plattform verfügbar ist, vgl. Saab IR Stand 13.02.2026. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich im gleichen Zeitraum und die EBIT-Marge stieg im Jahresvergleich, was die Skalierbarkeit des Geschäfts im Aufschwung zeigt.

Das Geschäftsmodell basiert maßgeblich auf komplexen Beschaffungsprogrammen von Staaten und staatlichen Institutionen. Saab bündelt seine Aktivitäten in Segmenten wie Aeronautics, Dynamics, Surveillance, Kockums und Combitech. Im Segment Aeronautics fließen Kampfflugzeuge und militärische Trainingsflugzeuge zusammen. Dynamics umfasst unter anderem Boden-Luft-Raketen, Panzerabwehrsysteme und weitere Präzisionsbewaffnung. Im Bereich Surveillance bündelt Saab Radar-, Sensor- und Führungs- und Einsatzsysteme für Luft, Land und See. Kockums fokussiert sich auf Marineplattformen wie U-Boote und Überwasserschiffe, während Combitech technologieorientierte Beratungs- und IT-Dienstleistungen anbietet.

Ein wesentlicher Baustein des Geschäftsmodells sind langfristige Service- und Wartungsverträge. Zu den Projektphasen liefern Konstruktion, Fertigung und Integration zwar initial hohe Umsätze, über Jahre hinweg entstehen aber wiederkehrende Erlöse aus Wartung, Ersatzteilen, Modernisierungen und Upgrades. Diese hohe Visibilität der Einnahmeströme macht die Ergebnisse in vielen Bereichen planbarer, allerdings ist die Ausführung stark an politische Entscheidungen und Verteidigungsbudgets gekoppelt.

Ergänzend investiert Saab kontinuierlich in Forschung und Entwicklung, um neue Generationen von Systemen zu entwickeln. Im Jahresbericht 2025 wird dargestellt, dass die F&E-Aufwendungen einen spürbaren Anteil des Umsatzes ausmachen und sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht haben, um etwa die Entwicklung moderner Luftverteidigungssysteme und Radarlösungen voranzutreiben, vgl. Saab IR Stand 13.02.2026. Diese Innovationskraft ist zentral für die Wettbewerbsfähigkeit im Markt für Hochtechnologie in der Verteidigung.

Der Konzern adressiert nicht nur klassische militärische Anwendungen, sondern zunehmend auch sicherheitsrelevante zivile Anwendungen, etwa Luftverkehrsüberwachung oder Küstensicherheit. Dennoch bleibt der Schwerpunkt klar im militärischen Bereich, was das Unternehmen stark von sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen abhängig macht. Gleichzeitig ermöglicht diese Spezialisierung, von steigenden Verteidigungsbudgets in vielen NATO- und Partnerstaaten überproportional zu profitieren.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Saab AB

Für die Saab AB-Aktie zählen insbesondere die Segmente, die direkt vom Aufrüstungszyklus in Europa und anderen Regionen profitieren. Zu den wichtigsten Umsatztreibern gehört der Bereich Luftverteidigungssysteme. Hier bietet Saab etwa das Boden-Luft-Raketensystem RBS 70 und dessen Weiterentwicklungen sowie das System RBS 98 an. Mehrere europäische Staaten haben in den vergangenen Jahren entsprechende Systeme bestellt oder bestehende Kapazitäten ausgebaut. Im Jahr 2025 meldete Saab beispielsweise neue Aufträge für Luftverteidigungssysteme von europäischen Kunden, wodurch sich der Auftragsbestand in diesem Bereich weiter erhöhte, wie im Jahresbericht 2025 erläutert wird, vgl. Saab IR Stand 13.02.2026.

Ein weiterer zentraler Treiber ist das Segment Radar- und Sensorsysteme. Saab liefert Überwachungsradare für Luft- und Seeaufklärung sowie Feuerleitradare und elektronische Unterstützungssysteme. Die Nachfrage nach moderner Sensorik steigt, da viele Staaten ihre Luftverteidigung und ihre Fähigkeit zur Lageerfassung modernisieren. In den Quartalszahlen zum ersten Quartal 2026 betonte das Management, dass insbesondere Radar- und Sensorsysteme zu einem starken Auftragseingang beigetragen haben, vgl. Saab IR Stand 25.04.2026. Dies macht den Bereich zu einem Schlüssel für das zukünftige Wachstum.

Auch die Kampfflugzeugplattform Gripen bleibt ein wichtiges Aushängeschild. Schweden selbst nutzt Gripen-Jets als Rückgrat seiner Luftstreitkräfte, und Saab bemüht sich seit Jahren um Exportaufträge. In der Vergangenheit konnten bereits Verträge mit Ländern wie Brasilien geschlossen werden, die Gripen-Flugzeuge bestellen. Der Jahresbericht 2025 hebt hervor, dass das Gripen-Programm weiterhin Umsätze generiert und durch laufende Modernisierungen und die Auslieferung bestellter Maschinen zur Stabilität des Segments Aeronautics beiträgt, vgl. Saab IR Stand 13.02.2026. Neue Exportchancen hängen jedoch von politischen Entscheidungen und Wettbewerbsprozessen ab.

Im Bereich Marine- und U-Bootlösungen spielt das Segment Kockums eine tragende Rolle. Saab entwickelt und baut U-Boote und Marineplattformen, die sowohl für die schwedische Marine als auch für ausgewählte internationale Kunden bestimmt sind. Diese Projekte sind typischerweise langfristig angelegt, mit Bauzeiten von mehreren Jahren und komplexen vertraglichen Strukturen. Laut Jahresbericht 2025 trugen Marineprogramme signifikant zum Auftragsbestand bei und stützen den mittel- bis langfristigen Umsatz, vgl. Saab IR Stand 13.02.2026.

Daneben generieren Beratungs- und Technologie-Dienstleistungen von Combitech zusätzliche Einnahmen. Diese umfassen Cybersecurity, Systems Engineering und digitale Lösungen, die sowohl im Verteidigungsbereich als auch im zivilen Sektor eingesetzt werden. Damit ergänzt das Segment die klassischen Rüstungsgeschäfte um wachstumsstarke Technologiefelder, in denen die Nachfrage nach Schutz vor Cyberangriffen und nach digitaler Resilienz zunimmt.

Über alle Segmente hinweg sind die Margen von Saab stark davon abhängig, wie effizient Projekte umgesetzt werden und wie sich der Mix aus Entwicklungs-, Produktions- und Serviceumsätzen gestaltet. Großaufträge können kurzfristig zu Belastungen durch Anlaufkosten führen, liefern aber über den Lebenszyklus hinweg hohe Deckungsbeiträge. Der im Jahresbericht 2025 ausgewiesene Rekord-Auftragsbestand unterstreicht, dass Saab in den kommenden Jahren mit einer hohen Auslastung rechnen kann, was aus Sicht von Anlegern die Visibilität der künftigen Umsätze verbessert, vgl. Saab IR Stand 13.02.2026.

Warum Saab AB für deutsche Anleger interessant sein kann

Für Anleger in Deutschland ist die Saab AB-Aktie insbesondere deshalb relevant, weil sie eng mit Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa verknüpft ist. Der russische Angriff auf die Ukraine hat die Verteidigungsbudgets vieler europäischer Staaten deutlich erhöht. Auch Deutschland plant, seine Verteidigungsausgaben auf mind. 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Davon profitieren nicht nur heimische Unternehmen, sondern auch ausländische Rüstungsanbieter, die sich an Ausschreibungen und Programmen beteiligen.

Saab ist als schwedischer Anbieter geografisch und politisch eng in die europäische Sicherheitsarchitektur eingebettet. Schweden ist seit 2024 NATO-Mitglied, was die Integration des Landes in die Verteidigungsplanung der Allianz vertieft. Diese Konstellation schafft neue Chancen für Kooperationen, gemeinsame Beschaffungen und Technologietransfers. Für deutsche Anleger bedeutet dies, dass Saab potenziell von Projekten profitiert, die mittelbar auch mit deutschen Rüstungsprogrammen verknüpft sein können, etwa in Bereichen Luftverteidigung, Aufklärung und Marine.

Hinzu kommt, dass die Aktie von Saab auch an Handelsplätzen handelbar ist, die für deutsche Privatanleger gut zugänglich sind. Neben der Heimatbörse in Stockholm werden Derivate und teilweise Sekundärlistings oder Handelsmöglichkeiten über europäische Plattformen angeboten. Deutsche Anleger können über ihr Depot in der Regel problemlos auf Aktien aus Schweden zugreifen, was Saab als Anlageobjekt praktisch erreichbar macht. Gleichzeitig spielen Wechselkursrisiken zwischen Euro und schwedischer Krone eine Rolle, da die Aktie in SEK notiert.

Die zunehmende Fokussierung vieler Portfolios auf Themen wie Sicherheit, Verteidigung und Geopolitik rückt Titel wie Saab in den Vordergrund. Während klassische Branchen wie Konsumgüter oder Technologie zyklisch von Konjunkturtrends abhängig sind, wird die Verteidigung als politisch motivierter Ausgabenblock häufig als relativ resilient wahrgenommen. Allerdings sind politische Entscheidungen und Exportregeln auch eine wesentliche Quelle für Unsicherheiten. Gerade im deutschen Markt, in dem Rüstungstitel kontrovers diskutiert werden, ist die Aktie von Saab für Anleger interessant, die gezielt an langfristigen Verteidigungstrends partizipieren wollen, ohne ausschließlich auf deutsche Anbieter angewiesen zu sein.

Einen zusätzlichen Aspekt stellt die Diversifikation dar. Saab bietet nicht nur klassische Waffenplattformen, sondern ebenso hochentwickelte Sensorik und elektronische Systeme. Für Anleger, die bereits in deutsche oder europäische Rüstungstitel investiert sind, kann Saab eine Ergänzung darstellen, die andere Schwerpunkte in der Wertschöpfungskette abdeckt. Damit lässt sich das Risiko einzelner Programme streuen, wenngleich der gesamte Sektor naturgemäß stark von geopolitischen Entwicklungen abhängt.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die globale Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsbranche befindet sich in einem strukturellen Wandel. Während nach dem Ende des Kalten Krieges viele Länder ihre Verteidigungsausgaben reduzierten, ist seit einigen Jahren eine Umkehr zu beobachten. Insbesondere in Europa wachsen die Verteidigungsbudgets spürbar, getrieben durch neue Bedrohungsszenarien, hybride Konflikte und den Bedarf an moderner Luft- und Raketenabwehr. Marktanalysten gehen davon aus, dass die weltweiten Verteidigungsausgaben in den kommenden Jahren weiter steigen werden, wobei Europa überdurchschnittliche Zuwachsraten aufweisen dürfte, wie mehrere Branchenstudien im Jahr 2025 vermerkt haben, vgl. etwa die Berichterstattung von Reuters Stand 18.11.2025.

Saab positioniert sich in diesem Umfeld als technologisch anspruchsvoller Anbieter mit Schwerpunkten in Luftverteidigung, Sensorik und Marine. Im Wettbewerb steht der Konzern mit großen internationalen Verteidigungsunternehmen wie Lockheed Martin, BAE Systems, Thales, Rheinmetall oder Leonardo. Während einige dieser Konzerne deutlich größer sind und ein breiteres Produktportfolio besitzen, fokussiert Saab bestimmte Nischen, in denen das Unternehmen technologisch sehr gut aufgestellt ist, etwa in Kurz- und Mittelstrecken-Luftverteidigungssystemen und in speziellen Radaranwendungen. Diese Fokussierung kann in Ausschreibungen ein Vorteil sein, wenn es um maßgeschneiderte Lösungen und hohe Systemintegration geht.

Ein wesentlicher Trend ist ferner die zunehmende Digitalisierung der Streitkräfte. Sensorfusion, vernetzte Gefechtsführung, Datenanalyse in Echtzeit und Cyberabwehr spielen eine immer größere Rolle. Saab investiert in diesen Bereichen, indem es klassische Hardware mit Software, Datenanalyse und KI-basierten Unterstützungsfunktionen kombiniert. Der Geschäftsbereich Combitech ist dabei ein Bindeglied zur zivilen Wirtschaft und ermöglicht es Saab, technologische Impulse aus anderen Branchen aufzunehmen und in Verteidigungsanwendungen zu übertragen.

Auch Nachhaltigkeit, ESG-Kriterien und gesellschaftliche Debatten beeinflussen die Branche. Während Rüstungsunternehmen lange Zeit von vielen nachhaltigkeitsorientierten Investoren gemieden wurden, gibt es inzwischen differenziertere Ansätze. Einige institutionelle Investoren in Europa unterscheiden zwischen defensiven und offensiven Kapazitäten und bewerten Anbieter, die vor allem defensive Systeme wie Luftverteidigung und Schutztechnologien liefern, teilweise anders als Hersteller offensiver Angriffswaffen. Saab betont in seinen ESG-Berichten, dass man besonders stark in Schutz- und Verteidigungssystemen aktiv sei, und veröffentlicht Nachhaltigkeitskennzahlen in den Geschäftsberichten, vgl. Saab IR Stand 15.03.2026. Wie Investoren diese Argumentation bewerten, bleibt individuell.

Die Wettbewerbsposition von Saab hängt auch davon ab, wie gut es dem Unternehmen gelingt, in internationale Kooperationen eingebunden zu bleiben. Gemeinsame Programme, etwa mit europäischen Partnern, sind häufig Voraussetzung, um Großprojekte wirtschaftlich darstellen zu können. Gleichzeitig müssen Exportgenehmigungen und politische Beziehungen berücksichtigt werden. Schweden und die EU als Rahmen geben eine gewisse Stabilität, trotzdem können Exportrestriktionen bestimmte Märkte verschließen. Für Saab bedeutet dies, dass die Fokussierung auf NATO- und EU-Partner für Planbarkeit sorgt, während Chancen in anderen Regionen politisch sensibel sein können.

Risiken und offene Fragen

Die Saab AB-Aktie ist wie alle Rüstungstitel mit speziellen Risiken verbunden. An erster Stelle stehen politische Risiken. Verteidigungsbudgets können nach Regierungswechseln oder veränderten Prioritäten angepasst werden. Ein Trend zu Abrüstung oder eine stärkere Zurückhaltung bei Waffenexporten würde das Wachstum von Saab bremsen. Umgekehrt kann eine weitere Verschärfung geopolitischer Konflikte zwar zu mehr Aufträgen führen, aber auch generell die Volatilität an den Kapitalmärkten erhöhen.

Auch Projektrisiken sind relevant. Großprojekte im Verteidigungsbereich sind komplex, technisch anspruchsvoll und langwierig. Verzögerungen, Kostenüberschreitungen oder technische Probleme können Margen belasten und zu Rückstellungen führen. Für Anleger zeigt sich dies oft erst zeitversetzt in den Zahlen. Saab versucht, durch striktes Projektmanagement und Risikokontrolle gegenzusteuern, verweist in den Geschäftsberichten jedoch selbst auf diese Unsicherheiten. Die Profitabilität einzelner Programme kann über die Jahre schwanken, was in manchen Quartalen zu sprunghaften Ergebnissen führen kann.

Wechselkursrisiken sind ein weiterer Faktor. Saab berichtet in schwedischer Krone, erzielt Umsätze jedoch global. Für deutsche Anleger, die in Euro rechnen, kommen zusätzlich Wechselkursschwankungen zwischen Euro und schwedischer Krone hinzu. Ein schwächerer Euro kann den Wert der in SEK notierten Aktie im Euro-Depot erhöhen, ein stärkerer Euro dagegen belasten. Gleichzeitig kann eine veränderte Währungsrelation die Wettbewerbsfähigkeit von Saab gegenüber Anbietern aus anderen Währungsräumen beeinflussen.

Darüber hinaus spielen ethische und regulatorische Themen eine Rolle. Einige institutionelle Anleger schließen Rüstungsunternehmen grundsätzlich aus, andere definieren strenge ESG-Kriterien. Sollte sich ein breiterer Ausschluss konstruktionsbedingt verschärfen, könnte dies die Nachfrage nach der Saab-Aktie begrenzen. Umgekehrt könnte eine differenziertere Sicht auf defensive Systeme und die Rolle von Rüstung für die Sicherheitspolitik zu einer Neubewertung führen. Diese Debatte ist in Deutschland besonders ausgeprägt und kann sich auf die Wahrnehmung von Saab bei hiesigen Anlegern auswirken.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Für die weitere Kursentwicklung der Saab AB-Aktie sind neben der allgemeinen Branchenstimmung konkrete Termine und Ereignisse maßgeblich. Dazu gehören insbesondere Quartals- und Jahreszahlen. Saab veröffentlicht typischerweise viermal im Jahr Berichte zum Geschäftsverlauf. Für 2026 ist nach dem bereits erschienenen Bericht zum ersten Quartal 2026 der Halbjahresbericht ein wichtiger nächster Termin. Das Unternehmen hat angekündigt, den Bericht zum zweiten Quartal 2026 im Juli 2026 zu veröffentlichen, wie aus dem Finanzkalender auf der Investor-Relations-Seite hervorgeht, vgl. Saab IR Stand 20.05.2026. An solchen Tagen reagieren Märkte häufig sensibel auf Abweichungen von den Erwartungen.

Auch Hauptversammlungen sind relevant. Auf der ordentlichen Hauptversammlung 2026, die im April 2026 stattfand, standen unter anderem Dividendenvorschlag, Wahl des Board of Directors und Vergütungsthemen auf der Agenda. Saab hatte eine Dividende für das Geschäftsjahr 2025 vorgeschlagen, deren Höhe im Vergleich zum Vorjahr moderat erhöht wurde, wie aus den Unterlagen zur Hauptversammlung hervorgeht, vgl. Saab IR Stand 10.04.2026. Für Anleger spielen Dividendenpolitik und Kapitalallokation eine wichtige Rolle, da sie Hinweise geben, wie das Unternehmen seine Cashflows zwischen Investitionen, Schuldenabbau und Ausschüttungen austariert.

Weitere Katalysatoren sind mögliche Großaufträge. Bekanntgaben neuer Beschaffungsprogramme etwa im Bereich Luftverteidigung, Radar oder Marine können den Auftragsbestand weiter erhöhen und die mittelfristige Planungssicherheit stärken. Solche Meldungen werden häufig per Pressemitteilung veröffentlicht und können zu kurzfristigen Kursreaktionen führen. Gleichzeitig reagieren Anleger auf Hinweise zur langfristigen Strategie, etwa wenn Saab seine Produktionskapazitäten ausbauen will, um den hohen Auftragseingang effizient abzuarbeiten. Investitionsentscheidungen in neue Werke oder die Erweiterung bestehender Standorte sind in diesem Zusammenhang wichtige Signale.

Nicht zuletzt können auch Analysteneinschätzungen Katalysatoren darstellen. Wenn größere Banken oder Researchhäuser ihre Einstufungen oder Kursziele für Saab anpassen, kann dies die Wahrnehmung am Markt beeinflussen. In den vergangenen Jahren haben verschiedene skandinavische und internationale Banken Saab häufig mit Hinweisen auf den hohen Auftragsbestand und das Wachstumspotenzial im europäischen Verteidigungsmarkt diskutiert, wie aus Berichten von Branchenmedien hervorgeht, vgl. etwa die Zusammenfassungen von Bloomberg Stand 30.01.2026. Für Privatanleger sind solche Einschätzungen zwar nur ein Baustein, sie tragen jedoch zur Marktstimmung bei.

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Fazit

Die Saab AB-Aktie steht exemplarisch für den anhaltenden Aufrüstungszyklus in Europa. Das Unternehmen meldet steigende Umsätze, eine verbesserte Profitabilität und einen hohen Auftragsbestand, wie die veröffentlichten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 und das erste Quartal 2026 zeigen. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählen Luftverteidigungssysteme, Radar- und Sensorsysteme, Marineprogramme sowie das Kampfflugzeug Gripen. Gleichzeitig bringen politische Rahmenbedingungen, Projektrisiken, ESG-Debatten und Wechselkursschwankungen spezifische Unsicherheiten mit sich. Für deutsche Anleger, die an langfristigen Entwicklungen im Verteidigungssektor interessiert sind und Diversifikation im europäischen Kontext suchen, bleibt Saab AB ein Titel, bei dem Chancen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden sollten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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