S&P 500, Iran-Krieg

S&P 500 vertieft Verluste: Iran-Krieg treibt Index auf 6.368 Punkte – technische Signale warnen vor weiterem Abstieg

31.03.2026 - 16:45:04 | ad-hoc-news.de

Der S&P 500 Index hat seine Verluste im Konflikt mit Iran weiter ausgebaut und schloss die Woche bei 6.368 Punkten. Technische Indikatoren deuten auf weitere Rückgänge hin, während steigende Ölpreise die Unsicherheit verstärken – Auswirkungen auf europäische Anleger.

S&P 500, Iran-Krieg, Börsenverluste - Foto: THN

Der S&P 500 Index hat seine Abwärtstendenz im Zuge des Iran-Kriegs fortgesetzt und endete die Handelswoche am 30. März 2026 bei 6.368,85 Punkten, was einem wöchentlichen Rückgang von 2,12 Prozent entspricht. Dieser Abstieg markiert die schlechteste Woche seit Beginn des Konflikts Ende Februar und unterstreicht die anhaltende Belastung durch geopolitische Risiken.

Stand: Dienstag, 31. März 2026, 16:44 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation als Haupttreiber

Seit dem US- und israelischen Schlag gegen Iran Ende Februar ist der S&P 500 um rund 8 Prozent von seinen Höchstständen gefallen. Der Konflikt hat die Ölpreise auf 102,88 Dollar pro Barrel getrieben, was eine Steigerung von 3,3 Prozent am Montag darstellt. Diese Entwicklung belastet die US-Wirtschaft durch höhere Energiekosten und treibt die Inflationserwartungen in die Höhe, was wiederum die Bewertungen der S&P-500-Komponenten drückt. Der Index, der die 500 größten US-Notierungen abbildet, reagiert empfindlich auf solche Risiken, da Energiepreise die Gewinnmargen vieler Unternehmen schmälern.

Technische Warnsignale häufen sich

Ned Davis Research (NDR) identifiziert drei ominöse Signale im S&P 500. Erstens hat der Index letzte Woche um 9 Prozent von seinem kürzlichen Hoch abgerutscht – ein Rückgang von mindestens 7,2 Prozent vom Vorwochenhoch löst historisch einen Verkaufssignal aus, basierend auf 79 Jahren Datenanalyse. Zweitens nähert sich der 50-Tage-Durchschnitt (bei ca. 6.803 Punkten) dem 200-Tage-Durchschnitt (ca. 6.636 Punkte), was ein 'Death Cross' androht – ein klassisches Bärensignal. Drittens sinkt die Volumennachfrage bei steigender Volumenversorgung; der Spread liegt bei 1,25 und unter 0,8 würde zu einem klaren Verkaufsrat empfehlen.

Diese Konstellation hat die meisten großen Modelle von NDR bearish gedreht, was auf weitere Verluste hindeutet. Der S&P 500 fiel am Montag um 0,3 Prozent und testete Tiefs um 6.506 Punkte, bevor er sich leicht stabilisierte.

Unterschiede zu anderen US-Indizes

Im Gegensatz zum S&P 500, der breit gestreut ist, stieg der Dow Jones Industrial Average am Montag um 0,3 Prozent (130 Punkte), getrieben von defensiven Wertpapieren. Der Nasdaq Composite fiel um 0,6 Prozent, stärker betroffen durch Tech-Titel. Der Russell 2000 legte wöchentlich sogar 0,46 Prozent zu und schloss bei 2.449,70. Diese Divergenz zeigt, dass der S&P 500 vor allem durch seine Tech- und Wachstumskomponenten leidet, während kleinere Werte resilienter sind.

Index-Performance im März im Detail

Laut S&P Dow Jones Indices verzeichnete der S&P 500 im März einen Monatsrückgang von etwa 4 Prozent (basierend auf Varianten wie dem S&P 500 Ex-Financials TR bei -3,3 Prozent MTD). YTD steht der Index bei -3,52 Prozent (S&P 500 Ex-Consumer Staples TR als Proxy). Sektorale Varianten wie S&P 500 Ex-Health Care (-2,82 Prozent YTD) oder Ex-Energy (-3,79 Prozent) verdeutlichen die breite Belastung. Der Cboe S&P 500 Dispersion Basket Index TR fiel MTD um 2,29 Prozent, was auf zunehmende Streuung hinweist.

Die offizielle Index-Schlussnotierung vom 28. März lag bei 6.368,85 Punkten, nach einem Hoch von 6.845,50 zu Wochenbeginn. Dies entspricht einem Verlust von über 400 Punkten in der Woche.

Auswirkungen auf europäische und DACH-Anleger

Für Investoren in Europa und der DACH-Region, die über ETFs wie den iShares Core S&P 500 UCITS ETF (IE00B5BMR087) exponiert sind, bedeutet der Abstieg eine direkte Wertminderung. Der Euro-Dollar-Kurs verstärkt den Effekt, da der Index in USD notiert. Europäische Börsen stiegen leicht, doch asiatische Märkte brachen ein, was auf globale Risikoaversion hinweist. Deutsche Anleger sollten ihre S&P-500-Allocationen prüfen, da der Konflikt Spillover-Effekte auf Energieimporte und Inflation haben könnte.

In Zeiten steigender Unsicherheit gewinnen S&P-500-Futures an Relevanz; diese handeln getrennt vom Cash-Index und signalisieren oft nächtliche Erwartungen. Am 30. März öffnete der SPX höher als der Vortagesschluss, per Polymarket-Daten.

Bewertungskontext und Gewinnerwartungen

Trotz der Verluste wirkt der S&P 500 nach Morgan Stanley etwa 17 Prozent günstiger als vor dem Krieg, bereinigt um erwartete Gewinnwachstumsprognosen. Dies liegt im Bereich vergangener Wachstumssorgen, solange keine Rezession oder Fed-Zinserhöhung eintritt. Der Forward-P/E-Multiplikator hat sich gesenkt, was ein Puffer für langfristige Investoren bietet. Dennoch warnen Analysten vor Volatilität, da Ölpreise weiter klettern könnten.

Mögliche Szenarien und nächste Katalysatoren

Ein Deeskalation im Iran-Konflikt könnte den S&P 500 schnell rebounden lassen, ähnlich wie bei früheren Schocks. Bleibt die Eskalation, droht ein tieferer Einbruch, verstärkt durch technische Signale. Wichtige Beobachtungspunkte: Ölpreisentwicklung, Fed-Kommentare zu Inflation und nächste S&P-500-Gewinnberichte. Sektorenrotation könnte zu Financials und Staples greifen, weg von Tech.

Für DACH-Investoren relevant: Der S&P 500 beeinflusst globale Portfolios stark; eine Diversifikation in Eurozone-Indizes oder Anleihen lohnt sich derzeit.

Weiterführende Quellen

S&P Dow Jones Indices: März-Returns
Business Insider: NDR-Warnsignale
Fortune: Markt-Reaktion auf Iran-Krieg
Bogart Wealth: Market Week March 30

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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