S&P 500, Iran-Krieg

S&P 500 schließt schlechteste Woche seit Iran-Krieg ab: Fünfte Verlustwoche in Folge durch Ölpreisschock

28.03.2026 - 07:56:55 | ad-hoc-news.de

Der S&P 500 Index hat seine schwächste Woche seit Beginn des Iran-Kriegs beendet und verzeichnet die fünfte Verlustwoche hintereinander. Steigende Ölpreise und anhaltende geopolitische Unsicherheiten belasten den Index, der nun 8,7 Prozent unter seinem Jahreshoch liegt.

S&P 500,  Iran-Krieg,  Ölpreise - Foto: THN
S&P 500, Iran-Krieg, Ölpreise - Foto: THN

Der S&P 500 Index hat am Freitag, den 27. März 2026, seine schlechteste Woche seit Ausbruch des Iran-Kriegs abgeschlossen. Mit einem Rückgang von 1,6 Prozent vertieft der breite US-Aktienindex seine Verluste und markiert damit die fünfte Verlustwoche in Folge. Dies ist der längste negative Streak seit fast vier Jahren. Der Index schließt bei 6.477,16 Punkten und liegt nun 8,7 Prozent unter dem Allzeithoch aus dem Januar 2026.

Stand: Samstag, 28. März 2026, 07:56 Uhr MEZ (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation treibt Ölpreise in die Höhe

Der dominante Treiber des S&P-500-Rückgangs ist die anhaltende Eskalation des Iran-Kriegs, die die globalen Energiepreise in die Höhe treibt. Investoren fürchten langfristige Störungen in der Energieversorgung des Persischen Golfs, was zu einer Welle der globalen Inflation führen könnte. Brent-Rohöl stieg um 3,4 Prozent auf 105,32 US-Dollar pro Barrel, während das US-West-Texas-Intermediate (WTI) um 5,5 Prozent auf 99,64 Dollar zulegte. Diese Preisentwicklung überträgt sich direkt auf den S&P 500, da höhere Energiekosten die Unternehmensgewinne drücken und die Fed-Zinsaussichten verkomplizieren.

Der Mechanismus ist klar: Steigende Rohölpreise erhöhen die Produktionskosten für S&P-500-Konstituenten in energieintensiven Sektoren wie Industrie und Verbrauchsgütern. Gleichzeitig signalisieren sie Inflationsdruck, was die Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) steigert. Der S&P 500, als wachstumsorientierter Index mit hohem Tech-Anteil, reagiert besonders sensibel auf solche makroökonomischen Verschlechterungen.

S&P 500 vs. Dow und Nasdaq: Divergenzen im US-Markt

Während der S&P 500 um 1,6 Prozent fiel, verzeichnete der Dow Jones Industrial Average einen Rückgang von 1,7 Prozent oder 765 Punkten. Der Nasdaq Composite, techlastiger als der S&P 500, sank stärker um 2,1 Prozent. Diese Divergenz unterstreicht, dass der S&P 500 nicht einheitlich mit anderen Benchmarks bewegt: Tech-Schwergewichte wie Amazon (-3,8 Prozent), Meta Platforms (-4,4 Prozent) und Nvidia (-2,2 Prozent) zogen den Index besonders herunter. Im Gegensatz dazu profitierten energieexponierte Dow-Komponenten teilweise vom Ölpreisanstieg.

Der S&P 500 Cash-Index, der die Performance der 500 größten US-Unternehmen misst, unterscheidet sich klar von S&P-500-Futures oder ETFs. Die Futures kontrahierten über Nacht ähnlich, blieben jedoch aufgrund des Wochenendhandels volatil. Europäische Investoren, die über ETFs wie den iShares Core S&P 500 UCITS ETF (IE00B5BMR087) exponiert sind, spüren diesen Druck direkt, da der Euro-Dollar-Wechselkurs die Rendite moduliert.

Sektorrotation und Tech-Druck dominieren

Drei von vier S&P-500-Konstituenten fielen am Freitag, was auf breite Marktschwäche hinweist. Der Technologiesektor, mit dem höchsten Gewicht im Index, litt unter steigenden Renditen und Ölpreisschocks. Analysten prognostizieren jedoch trotz aktueller Turbulenzen ein starkes Potenzial: Basierend auf Daten vom 26. März liegt der bottom-up Target-Preis des S&P 500 bei 8.349,36 Punkten, was einem Aufwärtspotenzial von 28,9 Prozent entspricht. Informationstechnologie führt mit 40,9 Prozent Upside, während Energy sogar einen leichten Abwärtstrend (-2,4 Prozent) zeigt.

Diese Prognosen basieren auf aggregierten Median-Zielkursen der Industrieanalysten und berücksichtigen keine geopolitischen Risiken wie den Iran-Krieg. Für DACH-Investoren relevant: Der S&P 500 macht einen Großteil der globalen Aktienportfolios aus, und steigende US-Energiepreise könnten durch Importe die Inflation in der Eurozone anheizen, was EZB-Politik beeinflusst.

Ausblick: Fokus auf Friedenssignale und Fed

Die Wall Street schwankte diese Woche zwischen Gewinn- und Verlusttagen, getrieben von Hoffnungen und Enttäuschungen um ein Kriegsende. Ohne klare Deeskalation droht der S&P 500 weitere Verluste. Wichtige Katalysatoren in den kommenden Tagen sind Friedensverhandlungen, neue Ölpreisdaten und Fed-Kommentare zu Inflation. Der Index steht nun unter dem psychologischen Marken von 6.500 Punkten, was technische Unterstützungslinien testet.

Für europäische Anleger bietet sich eine Kaufgelegenheit bei anhaltendem Upside-Potenzial, doch das Risiko einer prolongierten Energiekrise bleibt hoch. S&P-500-ETFs in Europa, gehandelt an Xetra oder SIX, spiegeln den Cash-Index wider, jedoch mit Dividendensteuerabzügen und Währungsrisiken.

Historischer Kontext der Verlustserie

Die fünfte Verlustwoche in Folge ist ein rares Ereignis für den S&P 500, das zuletzt 2022 während der Zinswende beobachtet wurde. Damals führte hohe Inflation zu Fed-Rate-Hikes, ähnlich dem aktuellen Szenario durch Kriegsinduzierte Energiepreise. Der Index hat seit dem Hoch im Januar über 8 Prozent verloren, was Wachstumsaktien disproportional trifft. Im Vergleich: Während des Ukraine-Kriegs 2022 stieg Öl temporär, erholte sich der S&P 500 jedoch schneller durch Diversifikation.

Der Iran-Krieg unterscheidet sich durch die zentrale Lage im Persischen Golf, der 20 Prozent des globalen Öls liefert. Jede Störung wirkt sich direkt auf S&P-500-Energie- (ca. 4 Prozent Gewicht) und verbrauchsnahe Sektoren aus. Konstituenten wie ExxonMobil oder Chevron könnten profitieren, während Airlines wie Delta oder Norwegian Cruise Line (-7,2 Prozent) leiden.

Implikationen für DACH-Investoren

Aus europäischer Sicht verstärkt der S&P-500-Rückgang das Risiko-Off im globalen Portfolio. Deutsche Anleger, die über Sparkassen oder Online-Broker S&P-500-ETPs halten, sehen ihre Renditen schmälern. Der DAX40 korreliert historisch mit 0,8 zum S&P 500; ein prolongierter Abwärtstrend könnte Tech-Werte wie SAP oder Infineon belasten. Zudem treiben höhere US-Ölpreise die Benzinpreise in Deutschland, was den privaten Konsum dämpft.

Strategien: Diversifikation in defensive Sektoren wie Gesundheit (ca. 12 Prozent Indexgewicht) oder Utilities. Analysten sehen hier stabiles Wachstum. Langfristig bleibt der S&P 500 attraktiv mit einem prognostizierten EPS-Wachstum von über 10 Prozent jährlich.

Risiken und Chancen im Detail

Risiken: Eskalation des Konflikts könnte Öl auf 120 Dollar treiben, was eine Rezession auslöst und den S&P 500 unter 6.000 Punkte drückt. Chancen: Schnelle Deeskalation würde zu einem Relief-Rally führen, unterstützt durch das hohe Upside-Potenzial. Optionspositioning zeigt erhöhte Put-Käufe, was Volatilität signalisiert, doch Futures-Positioning bleibt neutral.

Sektor-spezifisch: Während Tech leidet, gewinnen Value-Sektoren an. Der S&P 500 Value Index outperformt den Growth derzeit um 5 Prozent. Für ETF-Investoren: UCITS-konforme Produkte wie Vanguard S&P 500 UCITS ETF bieten kostengünstigen Zugang ohne Währungshedge.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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