S&P 500, Iran-Konflikt

S&P 500 auf dem Weg zum größten Monatsverlust seit März 2025: Iran-Konflikt treibt Index in die roten Zahlen

25.03.2026 - 07:01:15 | ad-hoc-news.de

Der S&P 500 Index hat im März 2026 bisher 4,3 Prozent verloren und ist auf Kurs zum schwersten Monatsrückgang seit einem Jahr. Geopolitische Spannungen durch US- und israelische Angriffe auf den Iran sowie anhaltend hohe Bewertungen belasten den US-Aktienindex nachhaltig.

S&P 500,  Iran-Konflikt,  Indexrückgang - Foto: THN
S&P 500, Iran-Konflikt, Indexrückgang - Foto: THN

Der S&P 500 Index verzeichnet im März 2026 einen Rückgang von 4,3 Prozent und ist damit auf dem Weg zu seinem größten monatlichen Verlust seit März 2025. Dieser Abwärtstrend wird primär durch geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten angetrieben, insbesondere die US- und israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar, die zu steigenden Ölpreisen und Inflationsängsten geführt haben. Der Index steht mittags am Dienstag bei einem Jahresverlust von 3,8 Prozent und notiert auch vierteljährlich im Minus, was der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2025 wäre.

Stand: Mittwoch, 25. März 2026, 8:00 Uhr MEZ (Europe/Berlin)

Geopolitische Risiken als Haupttreiber des S&P 500-Rückgangs

Die Eskalation des Konflikts mit dem Iran hat die Märkte seit Ende Februar 2026 dominiert. Nach den Luftangriffen der USA und Israels sind Ölpreise gestiegen, was Inflationserwartungen schürt und die Bewertungen im S&P 500 belastet. Experten wie Nicholas Colas von DataTrek betonen, dass schlechte Jahre für den Index typischerweise durch spezifische Faktoren wie Rezessionsängste, hohe Bewertungen und externe Schocks entstehen – alle drei sind derzeit präsent. Der Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) des S&P 500 liegt bei 37,5, deutlich über dem Durchschnitt von 21,3 in Rezessionsjahren mit doppelstelligen Indexverlusten.

Dieser Shift von idosynkratischen Risiken hin zu makroökonomischen Sorgen hat die Streuung innerhalb des S&P 500 reduziert. Die stock-level dispersion fiel von einem Höchststand von 38 Prozent am 27. Februar auf 25 Prozent zum 18. März. Gleichzeitig steigen die Korrelationen zwischen den Aktien, was auf eine breitere Marktsorge hinweist. Der Cboe S&P 500 Dispersion Index (DSPX) ist von 35,9 auf 29,3 gesunken, während implizite Korrelationen zugenommen haben.

Unterschiede zum Dow Jones und Nasdaq: S&P 500 leidet stärker unter Sektordruck

Im Gegensatz zum Nasdaq, der durch Tech-Resilienz gestützt wird, leidet der S&P 500 stärker unter breiten makroökonomischen Druckfaktoren. Während der S&P Semiconductors Select Industry Index quartalsweise um 2 Prozent zulegte, brach der S&P Software & Services Select Industry Index um 20 Prozent ein. Der breitere S&P 500, der alle Sektoren abbildet, spiegelt diese Crosscurrents wider und zeigt einen Quartalsrückgang von 3 Prozent. Der Dow Jones, fokussierter auf Value-Titel, weicht ebenfalls ab, bleibt aber weniger volatil als der Tech-lastige Nasdaq.

Diese Divergenz unterstreicht, dass der S&P 500 nicht als monolithischer Block zu betrachten ist. Seine 500 Konstituenten reagieren unterschiedlich auf Ölpreissteigerungen: Energy- und Financials-Sektoren sehen Volumenanstiege in zugehörigen ETPs und Futures, während Health Care, Consumer Discretionary und Communication Services nachlassen.

Liquiditätsverschiebungen in S&P 500-Sektoren

Ab März 2026 bieten Index-Anbieter detailliertere Liquiditätsdaten für S&P 500-Sektoren. Im Februar stiegen die Gesamtvolumina, getrieben von Technology, Financials und Energy. ETP-Volumina wuchsen breit, Futures-Aktivität sank hingegen in sensiblen Sektoren. Diese Verschiebungen spiegeln eine Rotation wider, die durch Iran-bedingte Ölpreise verstärkt wird. Für europäische Investoren, die über S&P-500-ETFs exponiert sind, bedeutet dies erhöhtes Risiko in energieabhängigen Holdings.

Die monatlichen absoluten Differenzen in notionalen Volumina unterstreichen diese Dynamik. Saisonbereinigte Daten zeigen, dass der Übergang zu makro Risiken die Liquidität in defensiven Sektoren dämpft. Der S&P 500 als Cash-Index profitiert nicht direkt von Futures-Positionierungen, doch diese signalisieren Markterwartungen.

Historischer Kontext: Warum 2026 ein schlechtes Jahr werden könnte

DataTrek-Analyse zeigt, dass große S&P-500-Rückgänge selten zufällig sind. Drei Faktoren dominieren: Rezessionssignale (fehlend, aber Inflationsängste als Proxy), hohe Bewertungen (CAPE bei 37,5) und externe Schocks wie der Iran-Konflikt. Historisch führten solche Kombinationen zu Verlusten über 10 Prozent. Trotz Abkühlung der Bewertungen bleiben Aktien teuer, was den Abwärtstrend verstärkt.

Im Vergleich zu 2025, als März ähnlich schwach war, eskaliert 2026 durch Geopolitik. Der Index ist seit Jahresbeginn um 3,8 Prozent gefallen, was für DACH-Investoren, die den S&P 500 über UCITS-ETFs tracken, Portfoliounterstützung erfordert. Der starke US-Dollar verstärkt Verluste in Euro gerechnet.

Ausblick: Marktstimmung und Polymarket-Wetten

Die Marktstimmung ist geteilt: Polymarket gibt 74 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass der S&P 500 am 25. März höher öffnet als der Vortagesclose. Dies basiert auf Futures und Options-Positionierung, trennt sich klar vom Cash-Index. Dennoch dominieren Inflations- und Ölängste. Erwartete Fed-Entscheidungen könnten stützen, doch geopolitische Risiken überwiegen.

Für europäische Anleger relevant: Spillover-Effekte auf DAX und Euro Stoxx 50 durch risikoscheues Sentiment. S&P-500-Futures notieren premarket tendenziell höher, doch der Cash-Index bleibt unter Druck.

Implikationen für ETFs und Futures

S&P-500-gekoppelte ETFs wie der iShares Core S&P 500 UCITS ETF (IE00B5BMR087) spiegeln den Indexverlust direkt wider, ohne Hebel. Volumenanstiege in Energy-ETPs deuten auf Rotation hin. CME S&P 500 Futures zeigen Positionierungen, die auf kurzfristigen Rebound hindeuten, unterscheiden sich jedoch vom Spot-Index. Options-Aktivität im Dispersion-Index signalisiert fallende Erwartungen an Streuung.

DACH-Investoren sollten Diversifikation prüfen: Während Tech-Komponenten resilient sind, belasten Value- und Energy-Titel den Index. Rebalancing-Effekte Ende Quartal könnten Volatilität erhöhen.

Risiken und Chancen für Investoren

Hauptrisiken: Eskalation im Iran-Konflikt, anhaltend hohe Ölpreise und CAPE-Multiples. Chancen: Sektorrotation zu Financials und Energy, potenzielle Fed-Kürzungen. Der S&P 500 bleibt Kern für globale Portfolios, doch Hedging via Options oder inverse ETFs ratsam.

In Europa wirken sich steigende US-Yields und Dollarstärke negativ aus. Historisch erholte sich der Index nach geopolitischen Schocks, doch 2026-Konstellation ist einzigartig.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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