Ryanair, Aktie

Ryanair Aktie: Regulierer im Nacken

11.06.2026 - 11:39:05 | boerse-global.de

Die CMA untersucht Ryanairs Pflichtgebühr für Sitzplätze neben Kindern auf mögliche Verstöße gegen Verbraucherrechte.

Ryanair Aktie: Britische Wettbewerbsbehörde prüft Familiengebühren
Ryanair - Ein Schatten, der eine Aufsichtsbehörde darstellt, liegt über einem Modellflugzeug von Ryanair vor einem Finanzhintergrund. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Britische Behörden setzen Ryanair unter Druck — diesmal wegen Familien. Die Competition & Markets Authority (CMA) hat eine formelle Untersuchung eingeleitet, die einen verbreiteten Kritikpunkt an der Preispolitik der irischen Billigairline ins Visier nimmt.

Was die Behörde beanstandet

Ryanair verpflichtet Eltern auf Flügen, einen sogenannten "Mandatory Family Seat" zu buchen, wenn sie neben ihren Kindern zwischen zwei und elf Jahren sitzen möchten. Diese Pflichtreservierung kostet rund acht Pfund pro Strecke — für Hin- und Rückflug also 16 Pfund pro Elternteil. Andere Passagiere können frei entscheiden, ob sie überhaupt eine Sitzplatzbuchung vornehmen. Ryanair ist laut CMA die einzige große UK-Airline, die diese Gebühr erhebt.

Die Behörde prüft zwei Kernfragen: Erstens, ob das Unternehmen mit der Gebühr letztlich Kosten auf Eltern abwälzt, die es nach Luftfahrt- und Sicherheitsvorschriften ohnehin erfüllen müsste. Zweitens, ob die Kosten beim Buchungsprozess klar ausgewiesen werden — oder ob sie erst später im Zahlungsvorgang auftauchen, was gegen das Gebot verstößt, den Gesamtpreis inkl. aller unvermeidbarer Aufschläge von Anfang an anzuzeigen. Die eigene Website von Ryanair bewirbt die Familiensitze als "kostenlos für Kinder unter 12 Jahren" — eine Formulierung, die die CMA für irreführend hält, da Eltern dennoch eine kostenpflichtige Buchung vornehmen müssen.

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Ryanairs scharfe Reaktion

Die Fluggesellschaft hat die Untersuchung umgehend abgewehrt. Ryanair bezeichnete die Prüfung als "fadenscheinig" und als politisch motivierten Versuch der britischen Regierung, Konsumentennähe zu simulieren. Das ist kein ungewöhnlicher Ton für Michael O'Learys Unternehmen — regulatorische Konflikte führt Ryanair seit jeher lautstark und offensiv.

Rechtliche Konsequenzen drohen allerdings nur dann, wenn die CMA tatsächlich einen Verstoß gegen das Verbraucherrecht feststellt. Bis dahin ist die Untersuchung ergebnisoffen. Die Behörde erwartet, innerhalb von sechs Monaten — also bis spätestens Ende 2026 — ein erstes Update zu liefern. Sanktionen oder erzwungene Preisänderungen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht beschlossen.

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