RWE: Mengendeckel bremst Gaskraftwerke
Veröffentlicht am: 04.06.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundeskartellamt will RWEs Expansionspläne beschneiden. Ein geplanter Mengendeckel im neuen Kraftwerksgesetz könnte den Essener Konzern deutlich ausbremsen — ausgerechnet in einem Segment, auf das RWE stark setzt.
Zehn-Prozent-Grenze als Bremsklotz
Im Kern geht es um das geplante Stromversorgungskraftwerksgesetz. Die Wettbewerbshüter fordern: Kein einzelnes Unternehmen darf mehr als zehn Prozent der ausgeschriebenen Kapazität für sich beanspruchen. Ziel ist es, die marktführenden Stromerzeuger nicht weiter zu stärken.
RWE plant bis zu drei Gigawatt neue, wasserstofffähige Gaskraftwerke. Diese sollen die Versorgung absichern, wenn Wind und Sonne nicht liefern. Ein harter Mengendeckel würde diesen Zubau empfindlich begrenzen.
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RWE hält dagegen
Die Konzernführung nennt den Deckel kontraproduktiv. Wer die Kapazitäten auf viele Bieter verteilt, riskiert höhere Kosten und langsamere Umsetzung. Die Effizienz sinkt, die Rechnung zahlt am Ende der Verbraucher.
Trotz dieser Unsicherheit zeigt die Aktie eine starke Jahresbilanz. Seit Januar legte das Papier rund 21 Prozent zu. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 48,94 Euro — deutlich unter dem aktuellen Kurs von 56,62 Euro.
Analysten bleiben optimistisch
Die Mehrheit der Analysten sieht weiteres Potenzial. Barclays nennt 66 Euro als Ziel, JP Morgan 65 Euro. Goldman Sachs ist mit 68 Euro am zuversichtlichsten. Das mittlere Kursziel liegt bei rund 63 Euro — das wäre ein Aufschlag von gut elf Prozent zum aktuellen Kurs.
Im Juni berät der Bundesrat über die Empfehlungen zum Kraftwerksgesetz. Dann entscheidet sich, ob der Mengendeckel kommt und wie streng er ausfällt. Auch ein möglicher Standortbonus für Kraftwerke im industriereichen Süden Deutschlands steht auf der Tagesordnung. Für RWE ist das eine der wichtigsten regulatorischen Weichenstellungen des Jahres.
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