RWE, Aktie

RWE Aktie: Milliardenprojekt fixiert

23.02.2026 - 12:54:29 | boerse-global.de

RWE treibt Offshore-Ausbau voran und bestellt 92 Windturbinen für das Großprojekt Norfolk Vanguard West. Der Energiekonzern sichert sich damit kritische Komponenten für die geplante Inbetriebnahme 2029.

RWE hat einen entscheidenden Schritt bei der Entwicklung seiner britischen Offshore-Windparks gemacht. Durch einen Großauftrag über 92 Turbinen an den dänischen Hersteller Vestas nimmt das Projekt „Norfolk Vanguard West“ konkrete Formen an. Für den Energiekonzern geht es dabei um weit mehr als nur neue Kapazitäten – es ist ein Kernstück der Wachstumsstrategie in Nordwesteuropa. Doch wie sicher ist die wirtschaftliche Basis dieses Mammutvorhabens?

Technik der Superlative vor Norfolk

Die technischen Details des Auftrags unterstreichen die Dimensionen des Projekts. Mit einer Gesamtkapazität von 1.380 Megawatt soll der Windpark künftig rund 1,5 Millionen britische Haushalte mit grünem Strom versorgen. RWE setzt dabei auf die V236-15.0-MW-Turbinen von Vestas, die mit einer Nabenhöhe von über 260 Metern zu den größten Anlagen weltweit gehören. Der Vertrag umfasst neben der Lieferung auch eine fünfjährige Wartung sowie langfristigen operativen Support, was die Betriebssicherheit des Standorts 47 Kilometer vor der Küste von Norfolk gewährleisten soll.

Vanguard West ist dabei nur ein Teil eines noch größeren regionalen Clusters. Gemeinsam mit den Projekten Vanguard East und Boreas wird die Anlage letztlich ein Feld von insgesamt 276 Turbinen bilden. Mit der aktuellen Bestellung sichert sich RWE frühzeitig kritische Komponenten in einem Marktumfeld, das zunehmend durch Engpässe in der Lieferkette geprägt ist.

Finanzielle Absicherung und starke Partner

Die wirtschaftliche Grundlage des Vorhabens beruht auf einer strategischen Partnerschaft und staatlichen Garantien. RWE entwickelt das Projekt in einem 50:50-Joint-Venture mit dem Finanzinvestor KKR. Zudem konnte sich das Unternehmen im Januar 2026 einen sogenannten „Contract for Difference“ (CfD) zu einem Preis von 91,20 GBP pro Megawattstunde sichern. Diese staatlich garantierte Vergütung sorgt für die notwendige Planungssicherheit, um die massiven Investitionen zu rechtfertigen.

Hintergrund der Entwicklung ist die Übernahme des Norfolk-Portfolios von Vattenfall, für das RWE rund 1,1 Milliarden Euro aufgewendet hat. Marktbeobachter werten die nun erfolgte Auftragsvergabe als Bestätigung, dass die Integration und Weiterentwicklung dieser Zukäufe nach Plan verläuft.

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Blick auf die Aktie

An der Börse zeigt sich die RWE-Aktie derzeit in einer stabilen Verfassung. Mit einem aktuellen Kurs von 50,50 Euro notiert das Papier zwar rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, hält sich jedoch weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 44,51 Euro. Die Absicherung der Turbinenlieferungen wird als wichtiges Signal gewertet, um das Risiko von Kostensteigerungen oder Bauverzögerungen zu minimieren.

Die endgültige Investitionsentscheidung für Norfolk Vanguard West ist für den Sommer 2026 geplant. Sollte dieser Meilenstein wie vorgesehen erreicht werden, steht der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2029 kaum noch etwas im Weg. Bis dahin liegt der Fokus darauf, die logistischen Voraussetzungen für den Bau des gigantischen Windkraft-Clusters abzuschließen.

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