RWE: 411 Millionen für Proxima Fusion
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 17:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
RWE investiert in die nächste Generation der Energieerzeugung. Der Essener Konzern beteiligt sich an einer großen Finanzierungsrunde des Münchner Start-ups Proxima Fusion. Damit sichert sich RWE einen Platz an der Spitze der europäischen Kernfusions-Forschung.
Ein neues Einhorn für München
Das Unternehmen Proxima Fusion sammelte insgesamt 411 Millionen Euro bei Investoren ein. Neben RWE beteiligten sich auch Schwergewichte wie Google an der Runde. Die aktuelle Bewertung steigt damit auf über 2,4 Milliarden Euro. Proxima Fusion ist nun das erste „Fusions-Einhorn“ Europas.
Dazu stellt RWE eine entscheidende Ressource für das Projekt bereit. Das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen dient als künftiger Standort. Dort soll in den 2030er Jahren das erste kommerzielle Kraftwerk entstehen. RWE-Chef Markus Krebber sieht darin eine große Chance für den Forschungsstandort Deutschland.
Ehrgeiziger Zeitplan bis 2030
Die technische Roadmap ist eng getaktet. Bis Ende 2027 will das junge Unternehmen den ersten Hochleistungs-Magneten fertigstellen. Danach folgt der Bau des Demonstrationsreaktors namens „Alpha“.
Dieser Reaktor soll rund zwei Milliarden Euro kosten. Parallel dazu fließt massives Fördergeld in das Projekt. Das Land Bayern stellte 400 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in Aussicht.
In weniger als drei Jahren sicherte sich das Start-up über 650 Millionen Euro. Das Ziel bleibt der Nachweis eines Nettoenergiegewinns Anfang der 2030er Jahre. Garching bei München dient dabei als primärer Forschungsstandort für die frühen Phasen.
Kurs korrigiert trotz Wachstumsfantasie
An der Börse löste die Nachricht heute dennoch Gewinnmitnahmen aus. Die RWE Aktie verliert 1,80 Prozent und notiert bei 56,62 Euro. Investoren bewerten die Fusionspläne offenbar als sehr langfristige Wette ohne sofortigen Einfluss auf das aktuelle Geschäft.
Im Jahresvergleich zeigt das Papier dennoch eine starke Dynamik. Seit Januar legte der Kurs um fast 21 Prozent zu. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Plus sogar rund 58 Prozent.
Der Kurs notiert aktuell knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 62,00 Euro bleibt ein deutlicher Abstand. Charttechnisch verweilt die Aktie mit einem RSI von 51,9 in einer neutralen Zone.
Die strategische Beteiligung unterstreicht die langfristige Transformation von RWE. Während der Konzern heute massiv in erneuerbare Energien investiert, bereitet er die Grundlastfähigkeit der Zukunft vor. Ein erster technischer Beweis für den Erfolg der Partnerschaft steht Ende 2027 mit der geplanten Magnet-Fertigstellung an.
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