RTL, Deutschland

RTL Deutschland startet radikalen Sparkurs mit 600 Stellenabbau

07.01.2026 - 11:12:12

RTL Deutschland beginnt umfangreichen Stellenabbau, um die Streaming-Plattform RTL+ zu finanzieren. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Werbeeinnahmen im klassischen TV-Geschäft.

Der Kölner Medienkonzern RTL Deutschland beginnt heute die Umsetzung seines harten Sanierungsplans. Rund 600 Mitarbeiter – etwa zehn Prozent der Belegschaft – sollen gehen, um den Streaming-Dienst RTL+ zu finanzieren.

Sozialplan tritt in Kraft: Abfindungen und „Sprinter-Prämien“

Für die betroffenen Mitarbeiter endet die Ungewissheit, doch die Nachrichten sind hart. Der mit dem Betriebsrat ausgehandelte Sozialplan sieht gestaffelte Abfindungen vor. Basis ist das durchschnittliche Monatsbruttogehalt – gedeckelt auf 10.000 Euro – multipliziert mit den Dienstjahren. Ein Altersfaktor erhöht die Summe für Beschäftigte über 40.

Ein besonderer Anreiz ist die „Sprinter-Prämie“: Wer schnell zusagt, erhält pauschal etwa 12.500 Euro extra. Für Eltern gibt es pro Kind rund 6.200 Euro, schwerbehinderte Mitarbeiter erhalten Zuschläge. Wer nicht sofort einen neuen Job findet, kann in eine Transfergesellschaft wechseln – bei teilweisem Gehaltsausgleich für bis zu zwölf Monate.

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Strategiewende: Alles für den Streaming-Erfolg

Hinter dem radikalen Sparkurs steht ein strategischer Umbruch. „Diese Reorganisation ist zwingend notwendig“, betont Vorstandschef Stephan Schmitter. Das klassische TV-Geschäft mit Sendern wie RTL, Vox und n-tv leidet unter massiv sinkenden Werbeeinnahmen – seit 2019 um mehr als 20 Prozent.

Die eingesparten Millionen sollen nun in die Streaming-Plattform RTL+ fließen. Sie verzeichnet dynamisches Wachstum und hat bereits über 6,6 Millionen Abonnenten. 2026 soll die Schwester von Netflix & Co. erstmals schwarze Zahlen schreiben. Die Botschaft ist klar: Zukunft hat nur, wer digital führt.

Branche unter Druck: Deutscher Medienmarkt im Umbruch

RTL ist kein Einzelfall. Der gesamte deutsche Medienmarkt kämpft mit strukturellen Problemen. Werbeerlöse brechen ein, das Publikum wandert zu US-Streamingdiensten und Social Media ab. Auch Konkurrenten und öffentlich-rechtliche Sender stehen vor ähnlichen Herausforderungen.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) warnt vor Qualitätseinbußen. Können Redaktionen mit schlankerer Besetzung noch die gleiche Nachrichtendichte liefern? Die RTL-Führung verspricht, den journalistischen Kern zu erhalten. Gestrichen werden sollen vor allem administrative und produktionsseitige Doppelstrukturen.

Freiwillig gehen oder zwangsweise entlassen werden?

Die kommenden Wochen entscheiden über das Schicksal Hunderter Mitarbeiter. Die Personalabteilung hat begonnen, ausgewählte Beschäftigte direkt anzusprechen und Aufhebungsverträge anzubieten. Das Ziel: Die 600 Stellen sollen möglichst im Einvernehmen wegfallen.

Doch was, wenn nicht genug Freiwillige kommen? Dann drohen betriebsbedingte Kündigungen – ein Szenario, das beide Seiten laut Sozialplan vermeiden wollen. Für die verbleibende Belegschaft beginnt indes ein Jahr des Umbruchs. Teams werden verschlankt, Arbeitsabläufe digitaler. RTL will beweisen, dass ein deutscher Medienriese im Streaming-Zeitalter noch eine Chance hat.

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