RTL Aktie: Streaming wächst 27 Prozent und wird profitabel
29.05.2026 - 04:41:06 | boerse-global.deRTL Group hat im ersten Quartal stabil gewirtschaftet. Der Umsatz blieb bei rund 1,3 Milliarden Euro, obwohl das klassische TV-Werbegeschäft weiter unter Druck stand. Den Unterschied machte diesmal das Streaming-Geschäft.
Der digitale Bereich wuchs um 27 Prozent auf 141 Millionen Euro. Vor allem mehr zahlende Abonnenten, höhere Preise in Deutschland und steigende Werbeerlöse auf RTL+ und M6+ gaben Rückenwind. Erstmals schrieb das Streaming-Segment im Quartal schwarze Zahlen. Das ist für den Konzern ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Ganzjahresprofitabilität.
TV-Werbung bleibt die Schwachstelle
Die andere Seite der Bilanz fällt weniger erfreulich aus. Die TV-Werbeerlöse sanken um 6,5 Prozent auf 474 Millionen Euro. Digitalwerbung legte zwar um 14,6 Prozent auf 118 Millionen Euro zu, konnte den Rückgang im linearen Geschäft aber nur teilweise auffangen.
Auch Fremantle trug mit organischem Wachstum zum Quartal bei. Der zentrale Punkt bleibt jedoch: RTL verdient inzwischen mehr mit neuen digitalen Formaten, während das traditionelle Werbemodell weiter an Zugkraft verliert. Genau dieser Umbau prägt die Aktie seit Monaten.
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Rückkaufprogramm stützt die Kapitalstory
Parallel dazu startet RTL ein weiteres Aktienrückkaufprogramm. Bis zu 483.180 Aktien sollen am Markt gekauft werden, das maximale Volumen liegt bei 15,94 Millionen Euro. Der Höchstpreis pro Aktie ist auf 33,00 Euro begrenzt. Die Käufe laufen bis zum 31. Dezember 2026.
Das Programm dient nicht nur der Kapitalrückgabe. Die zurückgekauften Aktien können auch zur Begleichung möglicher variabler Kaufpreisbestandteile im Zusammenhang mit Sky Deutschland oder für künftige Übernahmen genutzt werden. Dass dieser Spielraum ausgerechnet jetzt aufgebaut wird, passt zur strategischen Neuordnung des Konzerns.
Aktie bleibt unter Druck
Der Markt reagierte auf die Nachrichten zunächst zurückhaltend. Die Aktie fiel im Tagesverlauf auf ein Niveau, das sie zuletzt im Frühjahr 2025 gesehen hatte. Am Donnerstag schloss sie bei 31,25 Euro, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 10,33 Prozent zu Buche. Der Kurs liegt damit rund 10 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,97 Euro.
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Auch der technische Befund ist angespannt. Der RSI liegt mit 77,4 klar im überkauften Bereich, während die jüngste Volatilität hoch bleibt. Das zeigt: Die Anleger erkennen zwar die Fortschritte im Streaming, trauen dem Umbau aber noch keinen durchgehenden Turnaround zu.
RTL hält dennoch an der Jahresprognose fest. Für 2026 peilt der Konzern weiter einen Umsatz von 6,1 bis 6,2 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITA von rund 725 Millionen Euro an. Mittelfristig bleibt das Ziel von 1 Milliarde Euro bereinigtem EBITA bestehen. Am 1. Juni soll zudem die Sky-Deutschland-Übernahme schließen — ein weiterer Schritt, der das Geschäftsmodell breiter aufstellen könnte.
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