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Rollo Robotics: Mit Einrad-Roboter gegen Sicherheits-Fachkräftemangel

14.01.2026 - 18:31:12

Das estnische Startup Rollo Robotics startet mit frischem Kapital die Serienproduktion eines autonomen Einrad-Roboters, um Personalmangel in der Sicherheitsbranche zu adressieren.

Ein estnisches Deep-Tech-Startup will mit einem revolutionären autonomen Einrad-Roboter den europäischen Sicherheitsmarkt aufmischen. Nach einer frischen Finanzspritze von 3,7 Millionen Euro soll die Serienproduktion starten.

Die Investition vom 9. Januar 2026, angeführt von den Berliner Investoren FoodLabs und PROTOTYPE, markiert den Übergang von der Forschungs- zur Marktreife. Das Startup Rollo Robotics adressiert damit zwei drängende Probleme: den akuten Personalmangel in der Sicherheitsbranche und die wachsenden Anforderungen an die Überwachung komplexer Infrastrukturen.

Strategische Brücke nach Deutschland

Die 3,7 Millionen Euro aus der Pre-Seed-Runde sind mehr als nur Kapital. Sie sind eine strategische Eintrittskarte in den für europäische Tech-Firmen entscheidenden deutschen Markt. Mit FoodLabs und PROTOTYPE an Bord gewinnt das Tallinner Startup Zugang zu wertvollem Netzwerk und Industrie-Know-how. Das nationale Förderprogramm RUP (Applied Research Programme) von Enterprise Estonia unterstreicht zudem das hohe Interesse an heimischer Spitzentechnologie.

Die Investoren sehen in der Technologie eine Antwort auf systemische Schwächen. „Rollo Robotics steht für die hohe Ingenieurskunst, die aus Estland kommt“, sagt Julius Strauss von FoodLabs. Andreas Klinger von PROTOTYPE verweist auf die wachsende Bedrohungslage: „Skalierbare, autonome Plattformen werden immer relevanter, um hybride Bedrohungen für physische Infrastrukturen abzuwehren.“ Die früheren Erfolge der Gründer in der Automatisierung – etwa bei der Paketstationen-Firma Cleveron – gaben den Ausschlag für das Vertrauen der Geldgeber.

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Das Einrad-Problem ist gelöst

Der Kern der Innovation liegt in der Lösung eines alten robotischen Dilemmas: dem Stabilitäts-Paradoxon des Einrads. Rollo Robotics kombiniert eine proprietäre gyroskopische Stabilisierungstechnologie mit hochfrequenter Sensorfusion und ausgeklügelten Balance-Algorithmen. Das Ergebnis ist ein Roboter, der stabil auf nur einem Rad operiert.

Diese Agilität eröffnet völlig neue Einsatzgebiete. Enge urbane Gassen, komplexe Industriekorridore oder belebte öffentliche Räume – Umgebungen, in denen konventionelle Mehrrad-Roboter scheitern, werden für das schlanke Fahrzeug zum Standardeinsatz. „Die Beherrschung der Physik des Einrads ist ein Meilenstein für den gesamten autonomen Mobilitätssektor“, so die Gründer. Das Ziel: autonome Patrouillen kosteneffizienter, weniger aufdringlich und vielseitiger zu machen als bestehende Lösungen.

Antwort auf den europäischen Sicherheits-Notstand

Der Markteintritt kommt zur rechten Zeit. Die europäische Sicherheitsbranche leidet unter einem massiven Fachkräftemangel. Studien, unter anderem vom europäischen Sicherheitsverband CoESS, zeichnen ein klares Bild: eine alternde, männlich dominierte Belegschaft und enorme Rekrutierungsprobleme. Fast die Hälfte der Unternehmen gibt an, die Marktnachfrage aufgrund von Personallücken nicht bedienen zu können.

Die Automatisierung wird zur Schlüsselbrücke. Der europäische Markt für Sicherheitsautomatisierung könnte bis Anfang der 2030er Jahre auf fast 40 Milliarden US-Dollar wachsen. Die Plattform von Rollo soll menschliche Teams entlasten, indem sie repetitive Patrouillenaufgaben übernimmt. So gewinnen Sicherheitskräfte Kapazitäten für komplexere Tätigkeiten. Automatisierte Systeme können zudem die Überwachungskonsistenz erhöhen und Reaktionszeiten verbessern.

Der Weg in die Serienproduktion

Mit dem frischen Kapital verfolgt das Startup eine klare Zwei-Punkte-Strategie. Priorität eins ist die technologische Reifung. Alle Hardware- und Softwaresysteme müssen für den rauen Alltagseinsatz gehärtet werden – bei jedem Wetter und in belebten Umgebungen. Aus dem Ingenieurskonzept soll ein robustes Werkzeug werden.

Priorität zwei ist die Produktionsvorbereitung. Die Lieferkette muss skaliert und Komponenten optimiert werden. Die ersten Serienläufe orientieren sich an der Nachfrage aus Pilotprogrammen, die bereits laufen und wertvolle Daten für finale Designentscheidungen liefern. Dieser methodische Übergang von der Forschung zur Serie soll Rollo schnell marktfähig machen.

Nischenstrategie mit großem Potenzial

Rollo Robotics betritt einen Markt, der durch die Konvergenz von Künstlicher Intelligenz, IoT und Robotik neu geformt wird. Während sich Investitionen in Cybersicherheits-Automatisierung auf digitale Bedrohungen konzentrieren, ist die Automatisierung der physischen Sicherheit ein aufstrebendes Feld. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – von Energienetzen bis zu Smart Cities – treibt die Nachfrage.

Mit der Einrad-Plattform wählt Rollo einen anderen Weg als die verbreiteten vierbeinigen oder mehrrädrigen Roboter. Der Erfolg könnte einen neuen Ansatz für bodengebundene Überwachung validieren, besonders in Innenräumen und dicht bebauten Gebieten. Durch die Spezialisierung auf eine technisch anspruchsvolle Nische positioniert sich das Startup als Innovator, nicht als direkter Konkurrent zu großen Robotikfirmen. Die Unterstützung durch auf Industrie-Technologie spezialisierte VC-Firmen deutet auf einen Fokus auf B2B-Anwendungen in Logistik, Fertigung und Infrastrukturschutz hin.

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