Rocket Lab Aktie: Vakuumtest für Archimedes
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rocket Lab meldet technischen Fortschritt. Der Aktienkurs zeigt davon wenig. Am 14. Juli hat der Raumfahrtkonzern einen entscheidenden Test für sein Neutron-Programm bestanden — während die Aktie seit Wochen unter Druck steht.
Archimedes-Triebwerk besteht Vakuumtest
Rocket Lab hat einen vollständigen Vakuumtest des Archimedes-Triebwerks abgeschlossen. Das Triebwerk treibt später die zweite Stufe der Neutron-Rakete an. Der Erstflug bleibt für das vierte Quartal 2026 geplant.
Die Vakuum-Variante namens AVac liefert rund das 1,2-Fache des Schubs der Erststufen-Version. Eine verlängerte Düse macht das Triebwerk etwa 2,5 Meter höher als die Meereshöhen-Ausführung. Für den Bodentest nutzten die Ingenieure einen sogenannten „Stub Skirt" an der Düse. Dieser verhindert Strömungsabrisse, die bei Vakuumdüsen unter normalem Luftdruck auftreten können.
CEO Peter Beck bezeichnete den Test als entscheidenden Schritt für das Neutron-Programm. Die Rakete soll eine wiederverwendbare Alternative im Markt für mittelschwere Nutzlasten werden.
Electron sammelt neue Aufträge
Parallel zur Neutron-Entwicklung baut Rocket Lab sein Auftragsbuch für die etablierte Electron-Rakete aus. Die NASA hat dem Unternehmen im Rahmen des VADR-Vertrags drei weitere Missionen zugesagt.
Die Vereinbarung umfasst den Start der Satelliten PolSIR und TSIS-2 vom neuseeländischen Startkomplex 1, geplant für 2027. Diese Missionen ergänzen die bereits angekündigte Aspera-Mission. Finanzielle Details nannte Rocket Lab nicht. Der Auftragsbestand ist im ersten Halbjahr 2026 spürbar gewachsen.
Aktie testet wichtige Unterstützung
An der Börse zeigt sich ein anderes Bild als im Raketenprogramm. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 66,50 Euro — ein Minus von 7,89 Prozent innerhalb von sieben Tagen. Über 30 Tage summiert sich der Verlust auf 26,27 Prozent.
Der Blick auf zwölf Monate relativiert die jüngste Schwäche. Dort steht die Aktie noch mit 62,20 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn bleibt ein Gewinn von 2,31 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 133,80 Euro, erreicht Ende Mai, trennen die Aktie mittlerweile 50,30 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 34,3 Punkten. Das signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage bleibt mit 94,13 Prozent hoch. Aktuell testet der Kurs den 200-Tage-Durchschnitt bei 67,30 Euro — historisch ein wichtiger Wendepunkt für die Aktie.
Dichter Flugplan im Juli
Der Missionskalender bleibt eng getaktet. Bereits am Freitag, den 17. Juli, soll die Mission LOXSAT 1 starten. Eta Space und die NASA testen damit im Rahmen des Tipping-Point-Programms ein kryogenes Sauerstoff-Managementsystem im Orbit.
Das System steckt in einem Photon-Satellitenbus von Rocket Lab. Über neun Monate soll es Daten für künftige Betankungs- und Speichertechnologien im All sammeln. Noch im Juli folgen zwei weitere Electron-Starts: StriX Launch 11 für Synspective und The Grain Goddess Provides für iQPS.
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