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Rocket Lab Aktie: Piper Sandler startet mit 83 Dollar

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 11:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Piper Sandler bewertet Rocket Lab als zu teuer im Vergleich zu SpaceX. Die Aktie fällt daraufhin auf ein Mehrmonatstief.

Rocket Lab Aktie: Piper Sandler startet mit neutralem Rating
Abstrakte, atmosphärische Szene der Raumfahrttechnologie, die Optimismus und Wachstum mit Andeutungen eines Starts oder Aufstiegs darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Piper Sandler nahm die Coverage des Raumfahrtunternehmens am 16. Juli 2026 mit einem neutralen Rating und einem Kursziel von 83 US-Dollar auf. Der Analyst begründete die zurückhaltende Einstufung damit, dass Rocket Lab im Vergleich zu SpaceX zu teuer bewertet sei, und favorisierte stattdessen AST SpaceMobile mit einem Kursziel von 100 US-Dollar. Die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus: Die Aktie brach an diesem Handelstag um mehr als elf Prozent ein und markierte damit ein Mehrmonatstief.

Zum gestrigen Handelsschluss am Donnerstag notierte Rocket Lab bei 59,10 Euro. Damit liegt der Titel 55,83 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, das er am 27. Mai 2026 erreicht hatte. Die Marktkapitalisierung beziffert sich derzeit auf umgerechnet 44,36 Milliarden Euro.

Verwässerungssorgen um die Iridium-Übernahme

Im Zentrum der Skepsis steht die geplante Übernahme von Iridium Communications für 8 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien, die Rocket Lab als vertikal integrierte Weltraumplattform positionieren soll – CEO Peter Beck bezeichnete das Unternehmen in diesem Zusammenhang als "selbststartende Raumfahrt-Supermacht". Zur Finanzierung ist eine Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden US-Dollar vorgesehen, die bei Anlegern Verwässerungsängste weckt. Verschärft wurde die Nervosität durch eine zweite Wandelanleihe über 1 Milliarde US-Dollar bei AST SpaceMobile, die einen sektorweiten Ausverkauf bei Raumfahrtwerten auslöste – Branchenbeobachter sprachen von einem durchschnittlichen Kursrückgang von rund 10,3 Prozent bei Titeln wie Rocket Lab, Redwire und Intuitive Machines an diesem Tag. Zusätzlich belastete, dass CEO Peter Beck eigene Aktien im Volumen von 110 Millionen US-Dollar veräußerte, was von mehreren Marktbeobachtern als zusätzliches Warnsignal gewertet wurde.

Wachstum trotz Kursrutsch

Operativ zeigte Rocket Lab zuletzt durchaus Stärke. Der Umsatz des zweiten Quartals lag bei 200,3 Millionen US-Dollar und damit 63 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand wuchs um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen kann zudem auf operative Fortschritte verweisen: Die Neutron-Rakete soll mit fünf dedizierten Flügen an den Start gehen, der Archimedes-Vakuumtriebwerkstest wurde erfolgreich abgeschlossen, und Rocket Lab sicherte sich einen Auftrag für die VICTUS-HAZE-Mission der US Space Force. Auf der anderen Seite bleibt das Unternehmen weiterhin verlustschreibend und auf externe Finanzierung angewiesen – ein Punkt, den auch Piper Sandler in seiner Bewertung berücksichtigte.

Analysten bleiben gespalten

Trotz der jüngsten Talfahrt sehen zahlreiche Häuser weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial. Morgan Stanley bestätigte seine Overweight-Einstufung mit einem Kursziel von 105 US-Dollar und hob sein Bull-Case-Szenario im Zuge des Iridium-Deals sogar auf 293 US-Dollar an. Citi stuft die Aktie mit Outperform ein, Bank of America nennt ein Kursziel von 110 US-Dollar, Roth beziehungsweise Citizens sehen sogar 130 US-Dollar als erreichbar. Der Analystenkonsens laut TipRanks liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 111,40 US-Dollar und wird mit "Strong Buy" beziehungsweise bei MarketBeat mit "Moderate Buy" zusammengefasst. Piper Sandler bildet mit seiner Neutral-Einstufung damit eine Ausnahme im überwiegend optimistischen Analystenlager.

Charttechnisch rückte am 17. Juli eine Supportzone zwischen 63,70 und 66,73 US-Dollar in den Fokus der Beobachter, die kurzfristig als entscheidend für die weitere Kursentwicklung gilt. Technische Analysten von wallstreetONLINE sehen zwar kurzfristig bärische Signale, verweisen aber auf eine langfristig konstruktive Elliott-Wellen-Struktur. Ob sich die Aktie an dieser Marke stabilisiert oder der Ausverkauf anhält, dürfte sich in den kommenden Handelstagen entscheiden – die hohe Schwankungsbreite des Titels macht kurzfristige Prognosen dabei besonders unsicher.

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