Rocket Lab Aktie: 3,6 Milliarden Brückenfinanzierung für Iridium
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 20:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rocket Lab hat einen brutalen Monat hinter sich. Die Aktie schloss am Freitag bei 59,30 Euro, ein Plus von 0,68 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 16,48 Prozent, auf Monatssicht sogar von 36,85 Prozent.
Vom Rekordhoch bei 133,80 Euro aus Ende Mai trennen die Aktie mittlerweile 55,68 Prozent. Zum Vergleich: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt Rocket Lab trotz des Absturzes noch 33,56 Prozent im Plus. Der jüngste Einbruch ist also eine Korrektur eines extremen Anstiegs, keine Rückkehr auf altes Niveau.
Eine Analysten-Einstufung tritt die Lawine los
Den Auslöser für die jüngste Verkaufswelle lieferte Piper Sandler. Analyst Alexander Potter nahm die Coverage von Rocket Lab mit einem neutralen Rating auf und setzte ein Kursziel von 83 US-Dollar. Die Aktie brach daraufhin an einem einzigen Nachmittag um 11,7 Prozent ein.
Potters Begründung trifft einen wunden Punkt: Piper Sandler sieht Rocket Lab mit einem Bewertungsaufschlag gegenüber SpaceX gehandelt und erwartet, dass sich dieser Aufschlag im kommenden Jahr kaum verändert. Bemerkenswert ist der Kontrast zur Konkurrenz. Für AST SpaceMobile vergab dieselbe Bank ein Kursziel von 100 US-Dollar – ein Aufwärtspotenzial von rund 51 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs.
Die Iridium-Übernahme sorgt für Verwässerungsängste
Der eigentliche Kern der Nervosität liegt jedoch woanders: bei der geplanten Übernahme von Iridium Communications. Das Volumen des Deals liegt bei rund 8 Milliarden US-Dollar. Für die Finanzierung braucht Rocket Lab eine Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden US-Dollar.
Genau hier setzt die Sorge der Anleger an. Eine derart große Finanzierung bedeutet potenziell erhebliche Verwässerung der bestehenden Aktionäre. In einem ohnehin nervösen Marktumfeld reicht das, um Kurse zusätzlich unter Druck zu setzen.
Aktienverkäufe des CEO: geplant, kein neues Signal
Anfang Juli sorgten Verkäufe aus dem Umfeld von CEO Peter Beck für Schlagzeilen. Der Equatorial Trust, ein Familientrust rund um Beck, verkaufte zwischen dem 6. und 8. Juli insgesamt 3.275.779 Aktien zu Preisen zwischen etwa 81 und 102 US-Dollar.
Wichtig für die Einordnung: Diese Transaktionen liefen automatisch über einen Rule-10b5-1-Handelsplan, den der Trust bereits am 27. März 2026 mit Goldman Sachs eingerichtet hatte. Solche Pläne werden lange im Voraus festgelegt. Sie sagen daher wenig über die aktuelle Einschätzung des Managements zur Aktie aus.
Der Plan erlaubte den Verkauf von bis zu 5 Millionen Aktien, etwas mehr als 10 Prozent von Becks direktem und indirektem Bestand. Als Gründe wurden Diversifikation, Nachlassplanung und philanthropische Zwecke genannt. Automatische Verkaufspläne signalisieren zwar keine negative Einschätzung des Geschäfts – bei einer ohnehin unter Druck stehenden Aktie mit hoher Bewertung können große Verkaufsvolumina die Stimmung trotzdem belasten.
Die ganze Raumfahrtbranche gerät unter Druck
Rocket Lab steht mit seinen Problemen nicht allein da. Eine breitere Rotation weg von Risikoanlagen trifft derzeit den gesamten Weltraumsektor, da Investoren hohe Bewertungen und den enormen Kapitalbedarf der Branche neu bewerten. Planet Labs etwa verlor rund 45 Prozent, nachdem eine Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden US-Dollar Verwässerungsängste auslöste.
Was diese Woche zählt
Am Mittwoch, dem 22. Juli, veröffentlicht Iridium seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Wegen der laufenden Übernahme entfällt die übliche Analysten-Konferenz – die Ergebnisse erscheinen nur auf der Investor-Relations-Seite von Iridium. Da Rocket Lab der Käufer in diesem Deal ist, könnten Überraschungen bei Iridium direkt auf die Bewertung des kombinierten Unternehmens durchschlagen.
Operativ läuft es für Rocket Lab derweil weiter gut. Das Unternehmen bestand kürzlich das System Requirements Review für die Tracking-Layer-Tranche-3-Konstellation der Space Development Agency, ein Auftrag über etwa 816 Millionen US-Dollar. Zusammen mit einem früheren Transport-Layer-Beta-Auftrag über rund 515 Millionen US-Dollar summieren sich die SDA-Verträge nun auf über 1,3 Milliarden US-Dollar.
Charttechnik: tief überverkauft, Analysten bleiben optimistisch
Der 14-Tage-RSI liegt bei 30,2 und damit klar in überverkauftem Terrain. Die Aktie notiert 36,67 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 93,64 Euro und 11,93 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 67,33 Euro – einem Niveau, das zuvor als Unterstützung galt.
Die langfristige Einschätzung der Wall Street fällt deutlich konstruktiver aus als die aktuelle Kursbewegung vermuten lässt. Von 16 Analysten bewerten 81 Prozent die Aktie mit Kaufen oder Stark Kaufen, keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 117 US-Dollar – weit über dem aktuellen Niveau.
Diese Lücke zwischen bullishem Analysten-Konsens und dem eingebrochenen Kurs zeigt, wie stark die Stimmung durch die Iridium-Finanzierung und Piper Sandlers neutrale Einstufung gekippt ist. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 96,04 Prozent dürften die Kursschwankungen in den kommenden Tagen anhalten. Die Iridium-Zahlen am Mittwoch und weitere Details zur Finanzierungsstruktur der Übernahme werden zeigen, in welche Richtung sich das Blatt wendet.
Rocket Lab-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rocket Lab-Analyse vom 19. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Rocket Lab-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rocket Lab-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rocket Lab: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
