Rocket Lab Aktie: 266 Millionen für 18 Space-Force-Missionen
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 01:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rocket Lab hat den größten Startvertrag seiner Unternehmensgeschichte an Land gezogen. Die US Space Force vergab über ihr Rocket Systems Launch Program einen Auftrag über 266 Millionen US-Dollar für bis zu 18 suborbitale Missionen – zwölf fest gebuchte Starts plus eine Option auf sechs weitere. Space Systems Command hatte den Zuschlag bereits am 21. Juli erteilt, doch erst am heutigen Montag wurden die Details bekannt. Der erste Start ist frühestens für Ende 2026 vorgesehen, das Vertragsvolumen läuft bis Ende 2028.
Neue Startrampe in Alaska für Hyperschalltests
Kern des Deals ist eine neue Startanlage in Kodiak, Alaska, am dortigen Pacific Spaceport Complex. Für Rocket Lab ist es der vierte Startstandort neben den bestehenden Anlagen in Neuseeland und Virginia. Geflogen wird mit HASTE, einer modifizierten Version der Electron-Rakete, die für Hyperschall- und Raketenabwehrtests ausgelegt ist. Das System erreicht Geschwindigkeiten von mehr als Mach 20 und transportiert Nutzlasten von bis zu 700 Kilogramm. Von den 266 Millionen Dollar sind bereits 112 Millionen Dollar aus dem Forschungsbudget des Fiskaljahres 2025 fest verpflichtet. Ergänzend läuft für Rocket Lab bereits ein separater Vertrag über 190 Millionen Dollar für 20 weitere HASTE-Tests im Rahmen des MACH-TB-2.0-Programms.
Signal für Vertrauen des Pentagon
Unternehmensgründer und CEO Peter Beck ordnete den Auftrag als Beleg für den wachsenden Bedarf an schneller, wiederholbarer Startfähigkeit ein. Kadenz und Iteration seien für die nationale Sicherheit entscheidend, so Beck – die Space Force setze mit dem Vertrag auf Rocket Labs Fähigkeit, Hyperschall- und Raketenabwehrtests in hoher Frequenz durchzuführen. Der Zuschlag ging im Wettbewerb mit weiteren Bietern an das Unternehmen. Mit 266 Millionen Dollar entspricht der Auftrag rund 12,1 Prozent des Auftragsbestands von 2,2 Milliarden Dollar, den Rocket Lab zuletzt auswies – darunter auch fünf fest eingeplante Starts der neuen Neutron-Rakete. Für Anleger ist der Deal damit nicht nur ein einzelner Vertragsabschluss, sondern eine spürbare Verbreiterung der Auftragsbasis im Verteidigungssegment.
Kursreaktion und Blick auf Neutron
Die Aktie reagierte am heutigen Montag positiv: Im deutschen Handel legte das Papier um 3,01 Prozent zu und notiert bei 58,10 Euro, nach einem Schlusskurs von 56,40 Euro am Freitag. Der Ausschlag fällt in eine Phase erhöhter Nervosität – auf Monatssicht steht bei Rocket Lab noch immer ein Minus von 21,80 Prozent, und vom 52-Wochen-Hoch bei 133,80 Euro, erreicht Ende Mai, trennen die Aktie aktuell 56,58 Prozent. Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt damit, wie stark einzelne Nachrichten das ohnehin volatile Papier bewegen können.
Der eigentliche Bewertungstreiber bleibt aus Sicht mehrerer Analysten aber nicht der Space-Force-Vertrag, sondern die Neutron-Rakete, deren Erstflug erneut auf das laufende Jahr verschoben wurde. Rocket Lab hatte 2025 einen operativen Verlust von 229 Millionen Dollar ausgewiesen, während der Umsatz im ersten Quartal 2026 auf 200,3 Millionen Dollar kletterte – ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das zweite Quartal 2026, dessen Zahlen am 10. August erwartet werden, kalkuliert der Konsens mit einem Verlust von 0,07 Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von rund 231,79 Millionen Dollar. Im Konsens der Analysten dominiert weiterhin eine Kaufempfehlung, mit einem Kursziel von 105,71 US-Dollar.
Der Space-Force-Auftrag liefert damit zusätzliche Visibilität für das Verteidigungsgeschäft, während der Erfolg der Neutron-Rakete darüber entscheiden dürfte, ob Rocket Lab den Sprung von einem reinen Startdienstleister zu einem breiter aufgestellten Raumfahrtkonzern schafft. Für Anleger bleibt der Titel damit ein Wachstumswert mit hoher Schwankungsbreite, bei dem einzelne Vertragsmeldungen kurzfristig deutliche Kursbewegungen auslösen können.
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