Rocket Lab Aktie: 22,36-Prozent-Wochensturz nach Jobsdaten
06.06.2026 - 11:43:50 | boerse-global.de
Nach einem fulminanten Jahresstart trifft Rocket Lab ein harter Rückschlag. Die Aktie verlor am Freitag 7,64 Prozent und schloss bei 95,50 Euro — der vorläufige Tiefpunkt einer Woche, die insgesamt 22,36 Prozent Kursverlust brachte.
Starke Jobs-Daten belasten Wachstumswerte
Der Auslöser kam aus Washington. Das US-Arbeitsministerium meldete für Mai 172.000 neue Stellen. Das ist gut für die Konjunktur — schlecht für Zinssenkungsfantasien. Wer auf baldige Erleichterungen durch die Fed gehofft hatte, wurde enttäuscht.
Für wachstumsorientierte Unternehmen wie Rocket Lab ist das ein direktes Problem. Langfristige Projekte brauchen günstiges Kapital. Höhere Zinsen für länger drücken auf die Bewertung. Der Nasdaq reagierte mit seinem schlechtesten Handelstag seit über einem Jahr: minus 4,16 Prozent. Kein Wunder, dass Rocket Lab mitgerissen wurde.
Dabei hatte die Stimmung zu Beginn der Woche noch gepasst. Berichte über einen möglichen SpaceX-Börsengang trieben die Aktie zeitweise bis auf rund 113 Euro. Am Freitag folgte die Ernüchterung — Gewinnmitnahmen dominierten.
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Neuer Finanzchef für die Buchhaltung
Inmitten der Marktturbulenzen vollzog Rocket Lab eine personelle Änderung. Agostino Ricupati übernimmt ab 3. Juni 2026 die Rolle des Vice President, Corporate Controller und Chief Accounting Officer. Der 59-Jährige bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in Führungspositionen mit — unter anderem bei Intel, McAfee und zuletzt als CAO bei Cooper Companies.
Sein Vergütungspaket umfasst ein Jahresgehalt von 350.000 Dollar sowie einen Zielbonus von 40 Prozent. Hinzu kommt ein Signing Bonus von 50.000 Dollar und ein RSU-Paket im Wert von 3 Millionen Dollar, das über vier Jahre einläuft. CFO Adam Spice bleibt im Amt und gibt lediglich die CAO-Verantwortung ab.
Starke Fundamentaldaten, schwacher Chart
Trotz des Kurseinbruchs zeigt das operative Geschäft Stärke. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200,35 Millionen Dollar — ein Plus von 63,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand liegt bei 2,2 Milliarden Dollar. Die Neutron-Rakete soll noch 2026 ihren Erstflug absolvieren.
Auf Zwölfmonatssicht steht die Aktie trotz allem noch 313 Prozent im Plus. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 83,61 Euro liegt deutlich unter dem aktuellen Kurs. Stifel hält an seiner Kaufempfehlung fest und sieht das Kursziel bei rund 122 Euro.
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Parallel dazu meldeten SEC-Unterlagen einen Insiderverkauf: Direktor Alexander Slusky trennte sich am 2. Juni von 40.000 Aktien zu durchschnittlich 123,60 Dollar — ein Erlös von knapp 4,94 Millionen Dollar. Er hält danach weiterhin rund 334.000 Aktien indirekt.
Der RSI liegt aktuell bei 46,2 — technisch neutrales Terrain. Die nächste wichtige Orientierungsmarke nach unten ist der 50-Tage-Durchschnitt bei 83,61 Euro.
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