Rocket Lab Aktie: 2,2 Milliarden Auftragsbestand
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 05:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rocket Lab hat einen brutalen Monat hinter sich. Die Aktie des Raketenbauers stürzte binnen 30 Tagen um fast 37 Prozent ab, allein in der vergangenen Woche ging es um 16,48 Prozent nach unten. Zum Wochenschluss stabilisierte sich der Kurs bei 59,30 Euro, ein Plus von 0,68 Prozent. Reicht das für eine echte Trendwende?
Der Blick auf den technischen Indikator liefert erste Hinweise. Der RSI steht bei 30,2 und markiert damit die Schwelle zur überverkauften Zone. Historisch gilt dieser Bereich oft als Vorbote einer technischen Gegenbewegung. Vom Rekordhoch bei 133,80 Euro Ende Mai trennen die Aktie inzwischen 55,68 Prozent.
SpaceX-Börsengang löst Sektor-Rotation aus
Der Kursverfall bei Rocket Lab hat wenig mit dem Unternehmen selbst zu tun. Marktbeobachter führen die Talfahrt auf eine branchenweite Risikoscheu zurück, ausgelöst durch den jüngsten Börsengang von SpaceX. Das Ereignis hat offenbar Gewinnmitnahmen in der gesamten Raumfahrtbranche befeuert.
Auch Konkurrenten wie Planet Labs und AST SpaceMobile spürten den Abverkauf. Kein Wunder, dass Anleger bei Rocket Lab nervös reagieren, wenn selbst fundamental gut positionierte Werte in Sippenhaft geraten.
Zwei Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz des Kursrutsches senden institutionelle Investoren positive Signale. Bank of America hob das Kursziel für Rocket Lab in der vergangenen Woche auf 110 Dollar an. Morgan Stanley bestätigte sein Overweight-Rating.
Beide Häuser begründen ihre Zuversicht mit der Position von Rocket Lab als vertikal integrierter Raumfahrtanbieter. Das Unternehmen gewinnt zunehmend Marktanteile im Bereich sicherheitsrelevanter Starts für staatliche Auftraggeber.
Operatives Geschäft läuft weiter
Während die Aktie schwankt, bleibt der Flugplan dicht getaktet. Am Startkomplex 1 in Neuseeland bereitet Rocket Lab zwei Missionen für Ende Juli vor. Die LOXSAT-1-Mission testet für Eta Space und NASAs Tipping-Point-Programm neue Verfahren zur Kühlmittelverwaltung im Orbit. Der elfte StriX-Start bringt für den japanischen Erdbeobachtungsspezialisten Synspective ein weiteres Radar-Satellit in die Umlaufbahn.
Der nächste wichtige Termin für Investoren steht bereits fest. Am 6. August legt Rocket Lab die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, die Telefonkonferenz beginnt um 17 Uhr Ostküstenzeit. Analysten erwarten einen Verlust je Aktie von 0,06 US-Dollar nach GAAP-Rechnung.
Besonders im Blick steht dabei der Auftragsbestand. Zuletzt lag dieser bei rund 2,2 Milliarden US-Dollar, nachdem Rocket Lab in der ersten Jahreshälfte zahlreiche neue Verträge gewonnen hatte. Diese Zahl dürfte am 6. August zeigen, ob das operative Fundament den Kurssturz der vergangenen Wochen rechtfertigt oder nicht.
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