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Rocket Lab Aktie: 11,5 Prozent Minus nach Coverage-Start

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 00:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Piper Sandler startet Rocket Lab mit Neutral-Rating, Aktie bricht um über elf Prozent ein. Iridium-Übernahme sorgt für Verwässerungssorgen.

Rocket Lab Aktie: Analystenstart löst Kursrutsch aus
Eine abstrakte, atmosphärische Darstellung der Raumfahrtindustrie mit einem subtilen Abwärtstrend, der eine negative Marktstimmung andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auslöser war ausgerechnet der Start der Analystenbeobachtung durch ein renommiertes Haus – normalerweise ein neutrales bis positives Ereignis für eine Aktie. Bei Rocket Lab wirkte es wie ein Warnschuss.

Piper Sandler bremst die Euphorie

Piper Sandler nahm die Coverage von Rocket Lab mit einem Neutral-Rating und einem Kursziel von 83 US-Dollar auf. Die Aktie brach daraufhin um mehr als 11,5 Prozent ein und schloss bei 67,35 US-Dollar – ein Minus von 8,85 Dollar gegenüber dem Vortagesschluss von 76,20 Dollar. Das Handelsvolumen lag bei über 31 Millionen Aktien, das Tagestief bei 66,00 Dollar. Analyst Alexander Potter bevorzugt im selben Ratingpaket AST SpaceMobile mit einem Overweight-Votum und einem Kursziel von 100 Dollar, während SpaceX ebenfalls nur ein Neutral mit 156 Dollar Kursziel erhielt. Rocket Lab gilt Piper Sandler zufolge zwar als "stärkste SpaceX-Alternative" im Sektor, sei aber nach der jüngsten Rally bereits fair bewertet.

Kurzfristig zeigt sich am Markt inzwischen wieder Kaufinteresse: Der aktuelle Kurs steht bei 61,10 Euro und damit 3,38 Prozent im Plus. Auf Monatssicht bleibt der Rückgang mit 34,93 Prozent aber erheblich, und der Relative-Stärke-Index von 32,4 signalisiert eine überverkaufte Aktie.

Iridium-Deal weckt Verwässerungssorgen

Im Zentrum der Skepsis steht die geplante Übernahme von Iridium Communications im Volumen von rund 8 Milliarden US-Dollar, die teils in bar, teils in Aktien abgewickelt werden soll. Für die Finanzierung ist eine Brückenfinanzierung über 3,6 Milliarden Dollar vorgesehen. Piper Sandler sieht darin ein erhebliches Verwässerungsrisiko für bestehende Aktionäre. Seeking Alpha argumentierte in einer Analyse vom 17. Juli, der Iridium-Deal mache die Rocket-Lab-Aktie trotz vermeintlich günstiger Kennzahlen ("Optik") nicht wirklich billiger.

Wie angespannt die Stimmung ist, zeigen auch Wettmärkte: Auf der Plattform Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie auf 64 Dollar fällt, laut 24/7 Wall St. bei 88 Prozent – allerdings lag die Marktmeinung in vergleichbaren Fällen bislang nur in weniger als drei von zehn Fällen richtig. Der von 24/7 Wall St. genannte Analystenkonsens sieht dagegen ein Kursziel von 116,57 Dollar, was gegenüber dem damaligen Niveau von 67,35 Dollar noch deutliches Aufwärtspotenzial implizieren würde.

Neutron-Rakete kommt technisch voran

Operativ liefert Rocket Lab derweil Fortschritte. Das Unternehmen schloss den Qualifikationstest des Archimedes-Triebwerks ab, das für die erste Stufe der neuen Neutron-Rakete vorgesehen ist und einen Schub von 1,5 Millionen Pfund erzeugt. Zusätzlich absolvierte Rocket Lab einen vollständigen Heißfeuertest des AVac-Vakuumtriebwerks für die zweite Stufe, das rund das 1,2-Fache des Schubs der ersten Stufe liefert. Beide Tests gelten als wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Erstflug der wiederverwendbaren Mittelklasse-Rakete, der nach einer Tankruptur im Januar von Ende 2025 auf die erste Hälfte 2026 verschoben wurde. Das zweistufige Design trägt eine ungewöhnliche Nutzhülle mit dem Spitznamen "Hungry Hippo".

Parallel demonstrierte Rocket Lab seine Fähigkeit zu kurzfristigen Militärstarts: Im Rahmen der Victus-Haze-Übung der US Space Force brachte eine Electron-Rakete einen Satelliten binnen 16 Stunden und 42 Minuten nach Startbefehl ins All – deutlich innerhalb der vorgegebenen 24-Stunden-Frist. Der Auftrag war rund 32 Millionen Dollar wert und umfasste auch Rendezvous- und Näherungsmanöver mit dem Jackal-004-Satelliten von True Anomaly.

Institutionelle bauen Positionen aus

Trotz der Kursturbulenzen bauen manche institutionelle Investoren ihre Positionen aus: Wealthfront Advisers erhöhte seinen Bestand um 62,8 Prozent auf 191.529 Aktien im Wert von rund 12,3 Millionen Dollar. Gleichzeitig verkauften Insider Aktien – Frank Klein trennte sich von 44.390 Stück zu 142,57 Dollar, Arjun Kampani von 88.000 Aktien zu 107,98 Dollar, jeweils zu deutlich höheren Kursen als dem aktuellen Niveau. Der breitere Weltraumsektor bleibt derweil unter Druck: Auch AST SpaceMobile und SpaceX verzeichneten in denselben Tagen zweistellige Kursverluste, ausgelöst durch eigene Kapitalmaßnahmen und einen gescheiterten Starship-Testflug von SpaceX.

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